May 25, 2026
Wissenschaft vs. Religion: Ist es vernünftig, an Gott zu glauben? (#05)


Ist Glaube nur ein vages Gefühl oder eine Form von Erkenntnis? In dieser Folge von Alles Glauben diskutieren Johanna Tannen und Prof. Felix Körner mit Rabbiner Dr. Mosche Baumel über die jüdische Perspektive auf die Vernunft. Baumel erläutert, warum es nach dem Gelehrten Maimonides sogar eine Pflicht ist, zu wissen, dass Gott existiert. Wir sprechen darüber, wie man Gott durch die Betrachtung der Natur und das Studium der Torah finden kann und warum der Zweifel im Judentum kein Hindernis, sondern ein Motor für inneres Wachstum ist..Ein Gespräch über das Staunen vor der Welt und die Weisheit jahrtausendealter Traditionen.
Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.
WEBVTT
00:00:24.780 --> 00:00:34.240
Speaker 0: Willkommen zu einer neuen Folge von Alles Glauben, dem Podcast über Religionen der keineswegs verlangt man sollte alles glauben.
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Speaker 0: Wir Professor Felix Körner Jesuit und Islamwissenschaftler und ich Johanna Tannen sind heute in Berlin und Boston und ich frage mal nach Berlin wie geht es Ihnen Prof.
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Speaker 2: Im Institut für Katholische Theologies gerade sehr gute Stimmung an der Humboldt-Universität, weil wir endlich wieder in unser angestammtes Gebäude eingezogen sind.
00:00:59.280 --> 00:01:00.460
Speaker 2: Wunderschöne Räume!
00:01:01.140 --> 00:01:23.920
Speaker 2: Lichtdurchflutete Vorlesungssäle und noch was besonders Tolles heute Abend werden wir nicht in diesen Räumen sondern im Theater sein mit Gerichtig große Gruppe über zwanzig studierende evangelische katholische muslimische Nicht religiös affiliierte Studis, wir gehen zusammen ins Theater.
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Speaker 2: Das Format haben wir getauft Theologischer Kultursallung und da bin ich jetzt sehr gespannt, dass so beginnt diese Veranstaltung heute Abend im Theater!
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Speaker 2: Aber wie geht es Ihnen als Katholikin in den USA zurzeit?
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Speaker 0: Wie geht's gut?
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Speaker 0: Ich halte hier die Stellung, nein Spaß!
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Speaker 0: Wie gehts sehr gut?
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Speaker 0: Ich finde ich mit einer guten Freundin, die ich tatsächlich aus dem Studium in Münster mal kennengelernt habe und die jetzt mit ihrer Familie hier in Boston wohnt.
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Speaker 0: Und wir waren zusammen sind wir im Newport.
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Speaker 0: das ist der Ort wo tatsächlich John F Kennedy seinen Sommer immer verbracht hat.
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Speaker 0: Sind wir zusammen ein halbmaler Ton gelaufen?
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Speaker 0: Das war richtig cool!
00:02:10.920 --> 00:02:19.500
Speaker 0: Es war sehr kalt weil es um sehr früh morgens war Aber es hat sehr viel Spaß gemacht und genau, wir hatten da eine gute Zeit.
00:02:21.220 --> 00:02:22.000
Speaker 2: Sie sind tapfer!
00:02:22.820 --> 00:02:29.600
Speaker 0: Ja, in Boston hat man so das Gefühl, dass es schon absolut verpflichtend ist irgendwie laufen zu gehen.
00:02:29.660 --> 00:02:38.900
Speaker 0: Weil man hat das Gefühl die ganze Stadt ist irgendwie im Marathon Fieber, so im Frühling und wir haben jetzt hiermit auch unsere Pflicht getan und haben das auch mal gemacht.
00:02:39.100 --> 00:02:40.260
Speaker 0: Und genau, das war sehr cool!
00:02:40.660 --> 00:02:53.020
Speaker 2: Aber wer eine Doktorarbeit schreibt wie sie, der trainiert sinnvollerweise im Marathon-Laufen denn da brauchen wir glaube ich so ein paar Tugenden beim Laufen, die wir beim Schreiben ebenfalls... gut anwenden kann, oder?
00:02:53.460 --> 00:02:53.680
Speaker 0: Genau.
00:02:54.120 --> 00:02:56.400
Speaker 0: Es hat vieles gemeinsam.
00:02:56.920 --> 00:03:13.820
Speaker 0: Ja heute wollen wir uns nochmal mit der Frage vom Verhältnis von Glaube und Vernunft befassen Und die Leitfrage des heutigen Podcasts ist Ist es vernünftig an Gott zu glauben?
00:03:14.300 --> 00:03:17.480
Speaker 2: Ja und darüber wollen wir mit Rabbiner Dr.
00:03:17.600 --> 00:03:19.120
Speaker 2: Mosche Baumüll sprechen.
00:03:22.200 --> 00:03:23.500
Speaker 0: Alles im Gespräch.
00:03:24.440 --> 00:03:24.700
Speaker 2: Dr.
00:03:24.780 --> 00:03:33.960
Speaker 2: Mosche Baumel ist Rosch-Beth Midrash des Rabiner Seminars zu Berlin, er leitet also die Ausbildung orthodox jüdischer Rabbis.
00:03:35.180 --> 00:03:48.480
Speaker 2: außerdem und eigentlich sogar hauptberuflich leitet er die jüdische Schule in Basel studiert hatte in Wien und zwar Geschichte judaistik und Religionsphilosophie.
00:03:49.920 --> 00:03:56.700
Speaker 2: anschließend hat er geforst Und zwar zur Entwicklung jüdischen Denkens in Berlin des neunzehnten Jahrhunderts.
00:03:56.780 --> 00:04:00.200
Speaker 2: Wie ging Orthodoxie und Aufklärung damals zusammen?
00:04:01.760 --> 00:04:11.400
Speaker 2: Rabiner Bauml ist für seine jüdische Gelehrsamkeit bekannt, aber er möchte lieber als einer der ein weiterer Suchender lernen.
00:04:11.440 --> 00:04:12.860
Speaker 2: Der ist bekannt sein.
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Speaker 2: Aber andere Leute sagen es halt so über sie, Rabiner Baumel!
00:04:20.260 --> 00:04:23.000
Speaker 2: Erfahrung im interreligiösen Dialog bekannt?
00:04:23.539 --> 00:04:25.100
Speaker 0: Genau, also herzlich willkommen.
00:04:25.240 --> 00:04:26.800
Speaker 0: Schön dass Sie heute da sind!
00:04:27.220 --> 00:04:41.400
Speaker 0: Wir freuen uns das wir hier für eine Stunde zusammen sind und uns austauschen können über die Leitfrage dieser Episode ist es vernünftig an Gott zu glauben?
00:04:42.440 --> 00:04:48.820
Speaker 0: Also gibt es eine Form von Wissen im Gegensatz zu vertrauen oder wie funktioniert das mit dem vernünftigen Glauben
00:04:50.660 --> 00:04:50.960
Speaker 1: Genau.
00:04:51.520 --> 00:04:59.460
Speaker 1: Also erstmal vielen Dank für das heutige Gespräch, ich freue mich sehr dabei zu sein und steig auch gleich ein.
00:05:00.880 --> 00:05:04.340
Speaker 1: Es ist natürlich immer eine Frage was man als Vernunft definiert.
00:05:06.700 --> 00:05:10.560
Speaker 1: Wenn wir vernünftig definieren als etwas, was sage ich mal?
00:05:10.640 --> 00:05:25.940
Speaker 1: Was logisch ist oder wo man selber drauf kommen kann und was man sicher weiß wie dem Glauben, wo man vielleicht so unsicher ist und mehr so das nicht nachweisen kann.
00:05:25.980 --> 00:05:38.660
Speaker 1: Wenn wir diese Begriffe so definieren dann würde ich sagen dass im Judentum Ist es nicht immer ein Widerspruch zwischen Glaubem und Vernunft.
00:05:39.840 --> 00:05:54.660
Speaker 1: Ich gebe Ihnen ein Beispiel einfach Das Gebot zu glauben Wie das definiert wird vom Maimonides Man ist verpflichtet an Gott zu glauben, sondern man ist verplichtet zu wissen das Gott existiert.
00:05:55.500 --> 00:06:32.340
Speaker 1: Und er benutzt hier bewusst den Begriff des Wissens weil er der Ansicht ist dass tatsächlich sowas wie Glaube wie wir das vielleicht definieren würden so eine Unsicherheit und Zweifel Dass das gar nicht korrekt ist wenn man das als Glaube definiert, sondern als jüdischer Mensch sollte man so viel sich Mühe geben in der Erfahrung der Welt und der Erfahrung des Torarstudiums bis man soviel weiß dass man sagt ich weiss das Gott existiert.
00:06:32.520 --> 00:06:39.120
Speaker 1: Und ich bin mir sicher dass das so ist und aus diesem Grund ist auch die Frage nach der Vernunft hier.
00:06:39.860 --> 00:06:46.360
Speaker 1: Es ist auch genauso, es ist tatsächlich vernünftig aus Sicht der Torah an Gott zu glauben.
00:06:46.400 --> 00:06:57.440
Speaker 1: Weil man zu einem großen Teil auch selber durch logisches Nachgrübeln Gott finden kann aus der Sicht des Judentums und ein Beispiel dafür ist Abraham.
00:06:57.620 --> 00:07:13.740
Speaker 1: Abraham hatte keine Torah er hat auch kein Lehrer aber die weisen im Talmud sagen dass Abraham allein durch die Betrachtung der Welt es als logisch befunden hat, dass das einen Schöpfer geben muss.
00:07:14.160 --> 00:07:18.640
Speaker 1: Der einmal diese Welt geschaffen hat und sie auch immer noch leitet.
00:07:19.460 --> 00:07:28.260
Speaker 1: also von daher ist es kein Widerspruch Glaube und Vernunft sondern Es ist sehr vernünftig zu glauben.
00:07:28.560 --> 00:07:33.440
Speaker 0: Sie meinten Maimonides hat gesagt, verpflichtet zu wissen das Gott existiert.
00:07:33.500 --> 00:07:44.760
Speaker 0: Das finde ich eigentlich wirklich eine spannende Satz die erst mal kurz ein bisschen sagt lassen musste und wollte jetzt nochmal fragen weil es kann ja bedeuten Ich weiß etwas über Gott.
00:07:45.620 --> 00:07:50.780
Speaker 0: das heißt aber noch nicht also ich weiß dass es Gott existierte oder auch andere Menschen meinen es existiert Gott.
00:07:51.440 --> 00:07:55.120
Speaker 0: das müsste ich ja irgendwie auch akzeptieren dass Menschen diesen Glauben haben.
00:07:56.520 --> 00:08:00.340
Speaker 0: Oder heißt das Ich weiß, dass Gott existiert.
00:08:00.400 --> 00:08:06.500
Speaker 0: Also ich habe das Wissen und ich bin aber auch in einer personalen Beziehung zu Gott.
00:08:08.280 --> 00:08:10.200
Speaker 0: Wie meint Marmonides das genau?
00:08:10.260 --> 00:08:15.420
Speaker 0: Das finde ich mal ganz spannend, wenn Sie da doch mal kurz das ja deuten könnten!
00:08:17.100 --> 00:08:23.520
Speaker 1: Ja also Marmonide ist, wenn er sagt ein Mensch ist verpflichtet zu wissen, dass God existiert.
00:08:23.960 --> 00:08:34.680
Speaker 1: es ist eigentlich einen Auftrag an den Menschen Gott, Gottes Offenbarung zu erfahren wie er sich offenbart und da gibt es verschiedene Möglichkeiten dazu.
00:08:35.180 --> 00:08:40.240
Speaker 1: Also zum einen ist das die Betrachtung der Natur, der Naturwissenschaft.
00:08:40.600 --> 00:08:40.620
Speaker 1: D.h.,
00:08:40.700 --> 00:08:53.819
Speaker 1: der Rambam, der Maimonides war er selber ein Wissenschaftler, ein Philosoph im breiteren Sinne und er hat, er war da fest in Ansicht dass man kann in der Natur-Wissenschaft Gott erkennen d.h.
00:08:53.920 --> 00:08:58.760
Speaker 1: wenn du ihn Dort wirst du wissen, dass er sich da offenbart hat.
00:08:59.220 --> 00:09:12.500
Speaker 1: Oder durch das Studium der Torah, die Werte, die Gott in der Torah ausgesprochen hat, belegt sich der Mensch und es macht für ihn Sinn?
00:09:13.000 --> 00:09:15.540
Speaker 1: Dann sagt er, das ist auch eine Form der Offenbarung!
00:09:16.000 --> 00:09:20.800
Speaker 1: oder es gibt die Form der Verwahrung des Gebetes, also dass der Mensch mit Gott kommuniziert.
00:09:21.220 --> 00:09:37.880
Speaker 1: Es sind alle verschiedene Formen wie sich Gott offenbart und durch diese Offenbarungsformen weißt dann der Mensch ich habe eine Beziehung mit Gott sei es empirisch das ich die Welt betrachte, sei ich durch Nachdenken durch die Torah oder sei es durch das Gebet?
00:09:39.500 --> 00:09:42.600
Speaker 1: Also für Maimonides sagt das Gebet auch nie einspurig.
00:09:43.080 --> 00:09:53.720
Speaker 1: Das heißt der Mensch, wenn er arbeitet an seinem Gebet dann ist es nicht nur dass er spricht und Gott hört zu sondern dass er auch ein Gefühl entwickelt, dass er spürt, dass Gott ihm zuhört.
00:09:54.500 --> 00:09:55.780
Speaker 1: Es geht in zwei Richtungen.
00:09:56.100 --> 00:10:00.200
Speaker 1: Er spricht zu Gott und Gott gibt ihm das Gefühl , dass er ihn zuhörte.
00:10:00.700 --> 00:10:02.520
Speaker 1: Und das bedarf einer Arbeit.
00:10:02.580 --> 00:10:06.400
Speaker 1: und der Maimonides erklärt doch, wie man betet oder wie man dazu kommt.
00:10:06.960 --> 00:10:13.520
Speaker 1: Das ist ein Auftrag eigentlich, dass Wissen des Gott existiert und nicht einfach ein momentaler Zustand.
00:10:14.780 --> 00:10:18.480
Speaker 2: Wir wollen nämlich auch gerne ein bisschen besser verstehen, wie es bei Ihnen war.
00:10:18.600 --> 00:10:24.320
Speaker 2: Gab's eine Zeit in der Ihr Verstand sich gegen Ihren Glauben gewährt hat?
00:10:24.520 --> 00:10:29.800
Speaker 2: Also können Sie sich da an konkrete Fragen Konflikte erinnern.
00:10:31.440 --> 00:10:37.060
Speaker 2: Wie sind Sie damals damit umgegangen, gesucht, gezweifelt, entschieden?
00:10:37.720 --> 00:10:38.800
Speaker 2: Hat sich da was verändert.
00:10:38.960 --> 00:10:42.720
Speaker 2: Da wollen wir gerne mal so ein bisschen was Biografisches von Ihnen erfahren.
00:10:43.880 --> 00:10:50.700
Speaker 1: Ja gut also zunächst einmal ich bin ja jüdisch traditionell aufgewachsen.
00:10:51.360 --> 00:11:10.960
Speaker 1: das bedeutet meine Eltern haben jetzt nicht alle Gesetze der Toreim detaill beachtet und ich habe als Jugendlicher eigentlich selber den Weg zur Geburtsausübung im Judentum gefunden.
00:11:12.140 --> 00:11:14.140
Speaker 1: Und von daher sage ich mal... Das ist
00:11:14.200 --> 00:11:15.580
Speaker 2: so, wie das kam?
00:11:15.820 --> 00:11:16.040
Speaker 1: Ja ja!
00:11:17.480 --> 00:11:18.700
Speaker 1: Also ich weiß es noch.
00:11:21.260 --> 00:11:29.200
Speaker 1: Es lag wirklich auch daran, dass... Also ich war immer ein Mensch der viel nachfragt und hinterfragt.
00:11:29.740 --> 00:11:37.880
Speaker 1: Und ich hatte einfach das Gefühl, dass was die schulische Bildung mir damals geboten hat, war einfach sehr oberflächlich.
00:11:39.780 --> 00:11:42.940
Speaker 2: War zwar eine jüdische Schule aber ne ober- flächliche jüdischen Schule oder...?
00:11:43.940 --> 00:11:45.880
Speaker 1: Ja, das war eine jüdische Schule.
00:11:45.940 --> 00:11:50.680
Speaker 1: Es gab jüdischen Religionsunterricht aber es ist nicht in dem Sinne eine religiöse jüdliche Schule.
00:11:51.180 --> 00:11:56.340
Speaker 1: also sie hat so jüdischer Geschichte vermittelt und so ein bisschen die Gesetze über die Feiertage.
00:11:56.720 --> 00:12:11.440
Speaker 1: Aber es ging auch nicht in die Tiefe Und ich habe einfach das Gefühl gehabt dass viele Dinge die mich als junglicher so beschäftigen zum Beispiel Gerechtigkeit, warum Leidenmenschen, warum es andere Menschen gut geht.
00:12:12.860 --> 00:12:31.860
Speaker 1: Historische Dinge spezifisch beim jüdischen Volk über die ganze Leidensgeschichte Israels, über die Schöpfung – also solche ganz grundsätzliche Fragen und ich habe nicht das Gefühl gehabt meine Lehrer in der Schule oder die Literatur, die mir damals geboten worden ist.
00:12:32.200 --> 00:12:34.400
Speaker 1: Ob das sie wirklich alles richtig beantwortet?
00:12:35.180 --> 00:12:46.060
Speaker 1: Und aber durch den Studium der Torah und durch die Auseinandersetzung mit der talmudischen Literatur habe ich sehr viele Fragen, die ich gehabt habe lösen können.
00:12:46.540 --> 00:13:00.000
Speaker 1: jetzt Aber um ihre Frage konkret zu beantworten natürlich in diesem Prozess des religiöser Werdens hat man natürlich auch viele Fragen und weiterhin ist nicht alles klar.
00:13:02.180 --> 00:13:11.700
Speaker 1: Ich sehe immer, dass Fragen eigentlich als etwas unglaublich Positives, weil jede Frage fordert ein weiteres Forschen heraus.
00:13:13.980 --> 00:13:19.140
Speaker 1: Man erhofft sich dann eine Antwort und wächst dadurch, erfährt dadurch mehr.
00:13:19.480 --> 00:13:28.740
Speaker 1: Deswegen denke ich, das Zweifel sind etwas was einen Menschen wachsen lassen Und so habe ich... also durchgab es im Leben Zweifel.
00:13:28.940 --> 00:13:29.040
Speaker 1: Das
00:13:29.100 --> 00:13:30.740
Speaker 2: glaube ich gut nachvollziehen, sehr spannend!
00:13:32.960 --> 00:13:40.740
Speaker 1: Also sicher gab's Zweifeln auch beim Glauben warum das jetzt so mit mir passiert und ich hab mir das doch anders gewünscht.
00:13:41.180 --> 00:13:45.320
Speaker 1: aber dann sagt man sich okay das musste so sein und das hat sicher einen guten Grund.
00:13:45.680 --> 00:13:51.740
Speaker 1: und irgendwann merkt man auch dass wie sich danach das Leben entwickelt hat war wirklich ist gut.
00:13:52.380 --> 00:13:58.040
Speaker 1: Also im Nachhinein erkennt man noch oft, dass der Zweifel, den man gehabt hat, sich jetzt eigentlich aufgelöst.
00:13:59.180 --> 00:14:07.380
Speaker 1: Ich habe immer im Zweifl eine Chance gesehen weiter zu überlegen und voranzuschreiten und nicht alles zu hinterfragen.
00:14:08.800 --> 00:14:19.380
Speaker 1: Und ich sage, ich sehe mich als Mensch auch viel zu klein nur weil mir etwas passiert was ich nicht so einordnen kann das ich sogleich die Religion als ganze in Frage stelle.
00:14:20.520 --> 00:14:27.460
Speaker 2: war eigentlich dieses Talmud-Studium etwas völlig autodidaktisches.
00:14:27.520 --> 00:14:37.220
Speaker 2: Sie haben es alleine gemacht oder hatten sie da auch ein Lehrer, eine ganze Gruppe von Lehrern die sich dann angeleitet und vielleicht sogar auch erst richtig begeistert haben?
00:14:37.380 --> 00:14:46.980
Speaker 2: Oder waren sie eigentlich jemand der sagte ich mit den Büchern entdecke das Richtige und beantwortet mir meine Fragen?
00:14:48.240 --> 00:14:54.140
Speaker 1: Genau also Talmud-Studium an sich braucht eine Gruppe von Leuten.
00:14:54.880 --> 00:14:59.340
Speaker 1: Also wenn man jetzt alleine den Talmud nehmen würde und alleine studieren würde, ist schwer!
00:15:00.300 --> 00:15:05.680
Speaker 1: Es braucht den Austausch mit anderen Studenten es braucht das Gespräch, es braucht ein Lehrer.
00:15:06.100 --> 00:15:15.440
Speaker 1: also der Talmud selbst sogar mit den Kommentaren die existieren weiß sehr viele Lücken auf die nur durch einen Lehrer gefüllt werden können.
00:15:15.880 --> 00:15:28.140
Speaker 1: Also es ist also gar nicht Auto, die dagt, sondern wirklich ich besuchte Vorträge zum Talmutunterricht und konnte mich so in einer Gruppe von Lernenden in den Diskurs einbinden.
00:15:28.560 --> 00:15:29.480
Speaker 2: Ja verstanden, sehr schön!
00:15:30.280 --> 00:15:37.160
Speaker 2: Und jetzt schauen wir mal von den jüdischen Wissenschaften bisschen in die Breite...
00:15:37.440 --> 00:15:48.080
Speaker 0: Genau, also In der Gegenwart ist es ja so, dass viele Wissenschaften ohne den Gottesgedanken mit dem wir uns aus unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen.
00:15:48.420 --> 00:15:50.300
Speaker 0: Die kommen ja gut ohne den Gott des Gedanken aus.
00:15:50.380 --> 00:15:58.460
Speaker 0: also zum Beispiel die Biologie, die Physik aber auch philosophische Ethik kann es ohne Gott und versucht das auch ohne Gott.
00:15:59.280 --> 00:16:05.800
Speaker 0: Und deswegen die Frage welche Fragen beantwortet denn überhaupt noch Gott oder der Gedanke?
00:16:09.340 --> 00:16:15.940
Speaker 1: Also ich bin eigentlich davon überzeugt, dass die Wissenschaft Grenzen hat.
00:16:17.140 --> 00:16:21.040
Speaker 1: Grenzen hat in dem was sie erklären können und wollen.
00:16:22.480 --> 00:16:30.560
Speaker 1: Und ich glaube der Glaube an Gott oder das Wissen über Gott beginnt dann wo die Grenzen der Wissenschaft aufhören.
00:16:30.920 --> 00:16:33.040
Speaker 1: Natürlich diese Grenzen verschieben sich einfach.
00:16:33.100 --> 00:16:37.320
Speaker 1: im Mittelalter weiß man weniger Also ist die Grenze woanders.
00:16:37.660 --> 00:16:40.540
Speaker 1: Heute weiß man mehr, also ist die grenze wiederum verschoben.
00:16:41.040 --> 00:16:42.900
Speaker 1: einfach nur das als Beispiel zu geben.
00:16:42.960 --> 00:16:49.080
Speaker 1: ich meine die Wissenschaft kann zum beispiel erklären jetzt das kleinste Teilchen in der Quantenphysik.
00:16:50.320 --> 00:16:53.780
Speaker 1: aber sie können nicht sagen ja warum gibt es zb dieses Teilchen?
00:16:54.320 --> 00:16:56.700
Speaker 1: oder wie weit geht dieses Teilche?
00:16:59.280 --> 00:17:02.200
Speaker 1: Warum kam dieses Teilchen so wie es ist?
00:17:02.660 --> 00:17:05.860
Speaker 1: Warum muss das ein Elektroner, Neutroner im Proton geben.
00:17:06.560 --> 00:17:13.860
Speaker 1: Es gibt verschiedene Fragen die entweder irrelevant für die Wissenschaft sind oder die Wissenschaft diese Frage einfach noch nicht beantworten konnte.
00:17:14.179 --> 00:17:24.000
Speaker 1: und ich glaube in dem Moment wo man immer weiter grübelt und weiter schaut und tiefer in die Materie eindringt dann sagt man okay letztendlich muss es hier einen Schöpfer geben.
00:17:26.220 --> 00:17:28.079
Speaker 1: für mich die logische Schlussfolgerung.
00:17:28.380 --> 00:17:31.920
Speaker 1: Ich weiß, dass viele Menschen dir diese Schlussfolgarung nicht teilen!
00:17:33.300 --> 00:17:37.720
Speaker 1: Aber die haben dann vielleicht auch keine anderen Erklärungen außer das alles Zufall war?
00:17:38.680 --> 00:17:59.320
Speaker 0: Ja ich habe da immer so ein Bild im Kopf, das hatte ich mal in meinem Rally-Unterricht wurde mir das mal erzählt und zwar wenn man sich eine Kette vorstellt oder Perlenkette und jede Perle also so Perlkette als Bild von kausal zusammenhängen Und dann ist sozusagen eigentlich die Gottesfrage, die Frage warum ist diese Kette da und warum wurde sie so aufgezogen.
00:18:00.440 --> 00:18:05.260
Speaker 0: Das war damals zumindest ein sehr gutes Bild dafür.
00:18:05.520 --> 00:18:10.780
Speaker 0: was ich jetzt meine Verstärkung und das was Sie damit sagen wollten.
00:18:11.540 --> 00:18:32.040
Speaker 0: Ich wollte nur fragen, könnte es da nicht die Tendenz geben oder die Gefahr dass man sozusagen Gott auch so ein bisschen als immer dann ins Spiel kommt wenn wir halt nicht wissen also wenn unser Wissen sozusagen noch nicht diese Zusammenhänge erforscht hat weil wir ja schon auch merken okay das Wissen entwickelt sich weiter.
00:18:33.980 --> 00:18:38.140
Speaker 0: Nicht dass Gott sozusagen einen Lückenbüßer wird den man immer dann rausholt wenn man gerade nicht weiter weiß.
00:18:39.360 --> 00:18:40.360
Speaker 0: verstehen Sie was ich meine?
00:18:41.480 --> 00:18:43.040
Speaker 1: Ja, das verstehe ich.
00:18:43.880 --> 00:18:54.140
Speaker 1: Wobei ich glaube in dem Moment sagen wir mal die Wissenschaft kommt eine gewisse Grenze und dann wie Sie sagen man füllt dann die Lücke weil man keine weitere Antwort hat mit Gott.
00:18:54.580 --> 00:19:11.640
Speaker 1: aber ich glaube es wird nicht nur dann eine Lücke gefüllt sondern rückwirkend sagt man dass alles was sich vorher erklärt habe die ganzen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind erfüllt von dieser tiefen Weisheit sondern die füllt eigentlich alle Erkenntnisse, die ich vorher gehabt habe.
00:19:12.280 --> 00:19:19.320
Speaker 1: Also gebe mir ein Beispiel in dem Salmen heißt das Morabuma Asseko Hashem wie groß sind deine Werke Gott?
00:19:19.820 --> 00:19:27.820
Speaker 1: Also hier haben wir einerseits die Werke also die Schöpfung oder was die Wissenschaft erklärt und wir haben auch eine Wertung Rabu diesen Groß.
00:19:29.160 --> 00:19:37.260
Speaker 1: Und ich glaube sobald man in der Tiefe die Erklärung hat dann wertschätzt man auch die Erkenntnisse der Wissenschaft ganz anders ein.
00:19:38.720 --> 00:19:44.520
Speaker 1: Dann ist einfach nicht nur ein Atom einfach existent, sondern es ist eine wunderbare Sache.
00:19:45.000 --> 00:19:47.100
Speaker 1: Man wertet das und man schätzt das!
00:19:48.440 --> 00:19:50.740
Speaker 2: Das ist ne schöner Art des zu denken.
00:19:51.240 --> 00:19:59.280
Speaker 2: Sie sagen vielleicht dann der Naturwissenschaftler, der sagt wieso ist das jetzt hier so geschehen?
00:19:59.320 --> 00:20:03.980
Speaker 2: Was ist da die zugrunde liegende Ursache oder welche Regelmäßigkeit können wir da beobachten?
00:20:04.760 --> 00:20:10.880
Speaker 2: Und der religiöse Mensch die selbe Person sein kann, wie der Naturwissenschaftler.
00:20:11.860 --> 00:20:14.980
Speaker 2: Der staunt und stellt die ganz große Frage.
00:20:15.580 --> 00:20:21.460
Speaker 2: Ist das so ein bisschen das was Sie da gerade angedeutet haben mit dem Salmen Zittal?
00:20:22.480 --> 00:20:23.640
Speaker 1: Ja ja genau!
00:20:24.020 --> 00:20:36.500
Speaker 1: Und wenn er dann zur Erkenntnis kommt dass es alles Teil einer Schöpfung ist für ihn die Wissenschaft eine riesengroße Sache Eine unglaublich beeindruckende Sache.
00:20:37.120 --> 00:20:43.720
Speaker 2: Dann würde ich Sie tatsächlich jetzt nochmal ein bisschen was fragen über das spezifische Jüdische.
00:20:44.300 --> 00:21:25.500
Speaker 2: Wenn wir nicht Juden und Juden uns mit der jüdischen Tradition beschäftigen versuchen, mich nahezu verstehen dann muss zumindest ich sagen Das leuchtet mir oft nicht so ganz ein welcher Art von Begründungen da gegeben werden dass sie studieren das sicher täglich haben vielleicht auch den Eindruck, dass die alltägliche Vernunft, die wir sonst kennen der Vernunft ihrer Tradition nicht richtig entspricht.
00:21:27.100 --> 00:21:32.100
Speaker 2: Würden Sie auch sagen das ist eine andere Form des Denkens?
00:21:34.800 --> 00:21:49.820
Speaker 2: Wenn nämlich das der Fall ist dann würde es mich interessieren ob sie sagen alltägliche von dem traditionell jüdischen Denken Impuls bekommen kann, auch wenn man selber kein Jury ist.
00:21:53.640 --> 00:21:59.180
Speaker 1: Tatsächlich ist es so dass das talmudische Denken ein System ist.
00:21:59.440 --> 00:22:08.200
Speaker 1: Ein System mit Regeln, mit hermeneutischen Regeln und wie man gewisse Verse lesen kann
00:22:08.880 --> 00:22:09.140
Speaker 1: usw.,
00:22:11.540 --> 00:22:16.660
Speaker 1: Was nicht mit Versen zu tun hat, mit Sachen die die Rabbiner festlegen.
00:22:17.300 --> 00:22:36.260
Speaker 1: Und es ist ja so dass das genauso wie wenn wir die historische Wissenschaft nehmen und wir würden die Regeln der historischen wissenschaftlichen Forschung in der Naturwissenschaft anwenden, dann würden wir vielleicht auch gewisse Dinge nicht Schluss folgern können.
00:22:36.380 --> 00:22:37.520
Speaker 1: Umgekehrt auch nicht!
00:22:38.180 --> 00:22:53.220
Speaker 1: Ja das heißt es ist ein System mit Regeln die da existieren und ich glaube diese Regeln anzueignen das Bedarfzeit und das Bedarf eines Studiums dieser Literatur.
00:22:53.880 --> 00:23:12.760
Speaker 1: Und dann sieht man auch die Welt wiederum durch das Prisma dieser Regeln, also zum Beispiel ein Talmudist betrachtet auch die der Welt des Alltäglichen was sie gesagt haben aus seiner Perspektive.
00:23:16.080 --> 00:23:19.520
Speaker 1: Das sind da Fragen und vielen Möglichkeiten.
00:23:20.320 --> 00:23:48.960
Speaker 1: Und der vielen möglichen Antworten, die es hat... Also das ist so dass vielleicht die talmudische Logik... Mir schwer zu sagen weil ich betrachte subjektiv nicht objektiv aber wenn ich subjektive die Welt betracht mit den Regeln, die ich aus dem Talmudstudium kenne dann sehe ich eine Welt oder ein Alltag eine Vielfalt an Varianten gibt, wie ich Menschen interpretieren kann.
00:23:49.040 --> 00:23:52.400
Speaker 1: Wie ich Situationen interpretieren und Handlungen interpretiere.
00:23:53.280 --> 00:23:55.120
Speaker 1: Ich glaube das stammt aus dem Talmud-Studium.
00:23:57.940 --> 00:24:00.540
Speaker 2: Das hört sich als richtig aufregend an.
00:24:02.080 --> 00:24:03.800
Speaker 2: Fällt Ihnen ein Beispiel ein?
00:24:04.980 --> 00:24:13.760
Speaker 2: Also jetzt haben Sie gerade zum Beispiel gesagt... Ich kann damit Menschen auch anders sehen, wenn ich es richtig verstanden habe.
00:24:13.820 --> 00:24:16.760
Speaker 2: Ich kann Menschen damit auch anders einschätzen.
00:24:19.540 --> 00:24:23.260
Speaker 2: Können Sie dazu noch ein bisschen was genauer sagen, dass wir uns besser vorstellen können?
00:24:24.220 --> 00:24:36.780
Speaker 1: Ja klar also wenn man jeden Tag Talmut studiert ist man daran gewöhnt einen Text zu sehen wo verschiedene Ansichten auf denselben Fers zum Beispiel geäußert werden.
00:24:37.340 --> 00:24:54.500
Speaker 1: Und dann denkt man darüber nach, wieso sagt er so und er so... Wenn man damit Menschen zu tun hat im Alltag Dann von vornherein ist man wie vorprogrammiert, wie vorbereitet sich zurückzulehnen und zu sagen Schau ich habe hier drei vier verschiedene Ansichten.
00:24:54.540 --> 00:25:04.140
Speaker 1: Und bevor ich meine Meinung irgendwie durchpusche oder gar nicht mal die anderen anhöre dann bin ich automatisch viel offener auf den Dialog.
00:25:05.360 --> 00:25:11.940
Speaker 1: Also automatisch merke ich, dass das Ohr hat etwas gesagt und ich will das nachvollziehen.
00:25:12.240 --> 00:25:13.260
Speaker 1: Ich will das mehr verstehen.
00:25:13.300 --> 00:25:15.540
Speaker 1: Ich werde es mehr fragen was meinst du denn genau?
00:25:16.720 --> 00:25:21.820
Speaker 1: Da ist man mehr dran Dinge aus verschiedenen Seiten verstehen zu wollen.
00:25:23.600 --> 00:25:32.120
Speaker 2: Man kann sich besser in andere hineindenken weil man ständig diese unterschiedlichen Stimmen verarbeitet.
00:25:32.180 --> 00:25:32.900
Speaker 2: Kann man das so sagen?
00:25:33.880 --> 00:25:34.720
Speaker 1: Ja, auf jeden Fall.
00:25:35.720 --> 00:25:53.640
Speaker 1: Wenn ich die angehenden Rabbiner unterrichte ist ein Teil des Rabbinats auch die Seelsorge und da ist natürlich das extrem wichtig dass sich einfühlen in die Seite der Person die gerade die seelsorge sucht und sein oder ihre Perspektive zu verstehen und nachzuvollziehen.
00:25:54.120 --> 00:26:03.760
Speaker 1: Und ich glaube wenn man da wie so geübt ist in dem Allein durch das Studium, das Tal, wo durch dieses System da ist, ist es hilfreich auch im Alltag.
00:26:06.940 --> 00:26:14.640
Speaker 2: Ist das eine Art von vielleicht schon zu unentschiedener Toleranz?
00:26:14.800 --> 00:26:18.540
Speaker 2: Es gibt ja noch diese Witze der hat Recht und er hat recht.
00:26:19.720 --> 00:26:25.660
Speaker 2: oder gibt's dann auch von Seiten des Rabbiners manchmal ne klare Ansage nein!
00:26:27.640 --> 00:26:30.120
Speaker 1: Ja, das ist eine sehr gute Frage.
00:26:30.540 --> 00:26:35.660
Speaker 1: Ich sag mal so... Sie haben recht und ich hab Recht!
00:26:41.720 --> 00:26:49.500
Speaker 1: Was ich sage, sagen wir mehrere Ansichten aber wir müssen ja letztendlich eine Entscheidung treffen.
00:26:49.640 --> 00:26:52.020
Speaker 1: Irgendwas muss hier entschieden werden.
00:26:53.360 --> 00:26:59.380
Speaker 1: Und wenn dann etwas entschieden wird oder es gibt wie eine klare Linie, das muss so getan werden.
00:27:00.400 --> 00:27:13.720
Speaker 1: Wenn man diese Linie dann folgt heißt es nicht dass die anderen im Unrecht waren sondern als einfach man hat sich für die beste Option in dieser Situation entschieden aber die Anderen behalten weiter ihre Gültigkeit.
00:27:16.420 --> 00:27:18.360
Speaker 1: Das Eine schließt nie das andere aus.
00:27:20.560 --> 00:27:33.660
Speaker 2: Aber frage ich nochmal Es gibt auch Meinungen, die wirklich grundfalsch sind und die Notwendigkeit bei bestimmten Handlungsoptionen.
00:27:34.080 --> 00:27:35.320
Speaker 2: Nein zu sagen oder?
00:27:37.040 --> 00:27:42.320
Speaker 1: Auf jeden Fall auf jeden fall das ist so aber nur in dieser Situation und diesem Kontext.
00:27:42.800 --> 00:27:57.660
Speaker 1: Das heißt es gibt Es gibt nie eine handlung Die im Grunde genommen Hundert prozent falsch sein kann Sondern sie kann nur falsch sein in diesem kontext in der sie gerade gehandhabt wird.
00:27:57.720 --> 00:28:02.480
Speaker 1: Aber etwas Absolutes, das Einzige was absolut ist im Judentum ist Gott.
00:28:02.980 --> 00:28:04.560
Speaker 1: Sonst ist nichts anderes absolut.
00:28:06.600 --> 00:28:08.060
Speaker 2: Vor allem kein Nein, na wie schön!
00:28:09.900 --> 00:28:18.540
Speaker 2: Jetzt haben Sie schon angedeutet Ihre Erfahrung als Lehrer von werdenden Rabbinern.
00:28:19.740 --> 00:28:24.940
Speaker 2: Sie sind ja aber auch Lehrer von Schülerinnen und Schülern in der jüdischen Schule.
00:28:25.240 --> 00:28:28.720
Speaker 2: Da würden wir gerne noch was von Ihnen erfahren.
00:28:29.380 --> 00:28:40.800
Speaker 0: Also eine Frage, die so ein bisschen auch auf Ihre Erfahrung abzielt und zwar jetzt im Gespräch mit jungen Menschen oder auch in der Seelsorge mit jengen Menschen aus Ihrer Gemeinde.
00:28:42.140 --> 00:28:43.340
Speaker 0: Wie beobachten Sie das?
00:28:43.420 --> 00:28:44.400
Speaker 0: Oder erfahren sie dass?
00:28:46.580 --> 00:28:58.520
Speaker 0: zählen da jetzt Vernunft Argumente besonders viel in so einem Glaubensprozess bei einem jungen oder ist es eigentlich gar nicht so relevant, wie... ja.
00:28:59.120 --> 00:29:04.460
Speaker 0: Wie ist da ihr Erfahrungswert wenn Sie junge Menschen begleiten?
00:29:06.020 --> 00:29:12.960
Speaker 1: Also ich glaube das Schlüssel im Prinzip zu jedem Menschen ist seine Emotion.
00:29:13.780 --> 00:29:18.320
Speaker 1: Das heißt sei es junge Menschen, sei es ältere Menschen spielt eigentlich keine Rolle.
00:29:19.120 --> 00:29:30.640
Speaker 1: Wenn die Leute sich aufgehoben und wohl in einer Gemeinschaft fühlen, sei es eine Gemeinsschaft eines kleinen Unterrichts oder einer Gemeinde.
00:29:31.400 --> 00:29:40.280
Speaker 1: Dann ist das der Moment wo man auch Glaubensinhalte vermitteln kann.
00:29:40.960 --> 00:29:47.280
Speaker 1: aber sobald es keine emotionale Bindung gibt dann helfen die besten Argumente nicht viel.
00:29:48.620 --> 00:29:55.240
Speaker 1: Ja und das ist meine Erfahrung, dass also auch Sonders mit Jugendlichen die noch vielleicht mehr Emotionen brauchen.
00:29:55.700 --> 00:30:04.140
Speaker 1: Dass sobald man auf einer emotionalen Ebene sie erreicht hat dann sind sie auch bereit mehr über Glaube zu lernen.
00:30:04.400 --> 00:30:06.020
Speaker 0: Das finde ich total interessant, dass Sie das sagen!
00:30:06.200 --> 00:30:17.400
Speaker 0: Also ein schöner Satz der Schlüssel ist die Emotion weil das ja eigentlich auch so bisschen dann erstmal zeigt, okay es geht erst mal darum dass ein Mensch sich ja angenommen fühlt.
00:30:19.040 --> 00:30:25.640
Speaker 0: So wie er ist und dann kann er sich sozusagen auch diesem ganzen Wissensschatz vielleicht erst so richtig öffnen oder so richtig zuhören.
00:30:25.700 --> 00:30:26.680
Speaker 0: was liegt da eigentlich drin?
00:30:27.540 --> 00:30:36.080
Speaker 0: Und auch wenn er das Gefühl hat vielleicht auch, weil diese Vielfalt der Perspektiven so konstitut... ist in einem Teilmut Studium.
00:30:36.120 --> 00:30:42.340
Speaker 0: also habe ich jetzt gerade verstanden, dass sozusagen er auch oder sie schon sehr stark das Gefühl benötigt.
00:30:42.880 --> 00:30:48.140
Speaker 0: Ich will meine Perspektive kommen hier vor um dann sich dem Wissenschatz zu nähern.
00:30:49.160 --> 00:30:50.420
Speaker 1: Ja genau, genauso ist
00:30:50.800 --> 00:30:50.820
Speaker 0: es.
00:30:51.580 --> 00:30:51.780
Speaker 0: Herr Prof.
00:30:51.980 --> 00:30:53.260
Speaker 0: Kahnert Sie hatten auch noch eine Frage?
00:30:54.640 --> 00:31:08.040
Speaker 2: Also ich wollte nur nochmal fragen heißt das eigentlich die Argumente sind was nachträgliches dieses Gefühl, ich möchte dazu gehören.
00:31:08.100 --> 00:31:42.820
Speaker 2: Die Freude an der Gemeinschaft bewirkt eigentlich die Entscheidung schon und die Argumente sind dann nur um meine eigenen Fragen weiter nachher zu beantworten und die Fragen von anderen Menschen also dass man eigentlich zum Glauben nicht durch die Vernunftgründe kommt sondern Gemeinschaftsempfindung und das Begründungsgeschehen eigentlich dann nur nachträglich Eintritt ist.
00:31:43.180 --> 00:31:45.340
Speaker 2: Ist es Ihre Erfahrung oder auch Ihr
00:31:46.380 --> 00:31:47.240
Speaker 1: Leer Prinzip?
00:31:47.700 --> 00:31:48.440
Speaker 1: Ja, genau!
00:31:49.320 --> 00:32:04.600
Speaker 1: Es ist definitiv meine Erfahrung und es ist auch also meine Erfahrung in verschiedenen... Also ich war selber knapp zehn Jahre Rabbine einer Gemeinde vor zwei Jahren in die Pädagogik gewechselt.
00:32:05.280 --> 00:32:34.920
Speaker 1: Also, von daher kann ich sagen aus der Gemeindearbeit, aus der schulischen Arbeit sehe ich dass die meisten sag' ich mal Verbindungen zu Menschen geschaffen worden sind auch auf intellektueller Basis wenn die Emotion gestimmt hat und ähm... Ich seh das ja bei Lehrern in der Schule Die erfolgreichsten Lehrer sind nicht diejenigen die das meiste Wissen haben Sondern die erfolgreichsten Lehrer bei uns zumindest in der Schule sind diejenigen, die die Kinder emotional erreichen.
00:32:36.100 --> 00:32:40.680
Speaker 1: Und daran erinnern sich am Ende auch die Kinder, wenn man sich an jedes Detail der Schulzeit erinnert.
00:32:40.720 --> 00:32:43.140
Speaker 1: aber sie wissen mit dem habe ich es wirklich gut gehabt.
00:32:43.180 --> 00:32:45.720
Speaker 1: Der war wirklich lustig oder der war wirklich nett.
00:32:45.860 --> 00:32:52.440
Speaker 1: und also all diese Begriffe der Emotion da ist etwas was uns hilft zu lernen.
00:32:56.040 --> 00:32:57.040
Speaker 1: Das sind ja sehr spannend.
00:32:57.860 --> 00:33:00.080
Speaker 2: Genau das braucht eine gute Atmosphäre.
00:33:01.240 --> 00:33:10.800
Speaker 2: Sonst kann auch kein Neuerkenntnis wirklich die Schülerinnen und Schüler so erreichen.
00:33:10.880 --> 00:33:14.000
Speaker 2: Dann ist es eben keine Erkenntnis, sondern nur eingetrichtert, denke ich.
00:33:15.440 --> 00:33:42.920
Speaker 2: Also Ravina Baumel wir wollen sie ja nicht nur hier ausquetschen und von ihnen da alles hören was uns selber interessiert, sondern wir wollen ja dass das auch ein Gespräch ist keine Einbahnstraße, deswegen gerne wenn Sie uns was fragen wollen sind wir gespannt auf Ihre Fragen und zittern ob wer sie diese Fragen dann auch wirklich beantworten können.
00:33:43.020 --> 00:33:46.440
Speaker 2: Was fällt Ihnen denn ein oder verschontet?
00:33:47.960 --> 00:34:04.300
Speaker 1: Ja also mich würde zum Beispiel interessieren das Spannungsfeld zwischen Kirche als eigentlich mal geistliche Obrigkeit und den persönlichen Glauben des Menschen.
00:34:04.900 --> 00:34:10.440
Speaker 1: Ob es damals so zu widersprüchen kommen kann, wo der Mensch sagen kann, aber ich möchte das so glauben.
00:34:11.199 --> 00:34:14.120
Speaker 1: oder muss der Mensch so glauben wie das die Kirche vorgibt?
00:34:16.340 --> 00:34:18.779
Speaker 1: Oder gibt überhaupt die Kirch hervor, wie man zu glauben hat?
00:34:19.359 --> 00:34:21.819
Speaker 2: Ja also das würde ich schon sagen.
00:34:21.880 --> 00:34:32.880
Speaker 2: Also sie sagt eben gerade die Katholische Kirche, sagt schon katholisch zu leben und katholisch zu glauben, sieht folgendermaßen aus.
00:34:35.120 --> 00:34:37.040
Speaker 2: Nur wie geht man damit um?
00:34:37.420 --> 00:34:46.400
Speaker 2: Ich sage es erstmal von mir persönlich ich höre und lese was die Kirche da vorliegt schon mit einem Wohlwollen.
00:34:47.159 --> 00:35:04.620
Speaker 2: aber ich merke auch manchmal liebe Kirche was du doch eigentlich immer vermitteln willst ist diese herausfordernde und befreiende Weisheit, die durch das Evangelium.
00:35:05.160 --> 00:35:10.720
Speaker 2: Also die frohe Botschaft, die in der Heiligen Schrift bezeugt ist uns geschenkt wird.
00:35:10.820 --> 00:35:33.940
Speaker 2: und wenn du liebe Kirche an manchen Stellen diese Freude des Evangeliums In deiner Lehre und in deinem Leben nicht vermittelt dann würde ich auch sagen also das verpflichtet auch die Menschen dazu sagen, liebe Kirche ich gehöre zu dir aber da müssen wir uns gemeinsam noch weiterentwickeln.
00:35:34.000 --> 00:35:42.640
Speaker 2: Ja also wie zum Beispiel der Papst Franziskus, der selber dieses Wort ja auch geprägt hat von der Freude des Evangeliums das war sein erstes großes Schreiben.
00:35:43.840 --> 00:36:01.580
Speaker 2: Der hat dann im Laufe der Zeit gesagt dass was in dem Buch der katholischen Lehre steht im Katichismus es muss an manchen Stellen noch weiter entwickelt werden und Dann steht zb seit Papst Fransiskus in diesem Buch, das halt nie feststeht jetzt auch drin.
00:36:02.120 --> 00:36:05.000
Speaker 2: Todesstrafe wird grundsätzlich abgelehnt.
00:36:05.060 --> 00:36:18.740
Speaker 2: vorher gab so Einschränkungen ja sollte man nicht und jetzt nein gehört nicht zum katholischen Glauben im Gegenteil zur Katholischen Morallehre gehört die Ablehnung der Todesstrafe.
00:36:18.820 --> 00:36:33.220
Speaker 2: also da müssen wir einfach die Kirche nicht als unser Gegenüber sehen sondern als eine Gemeinschaft Mir natürlich etwas sagt, aber zu der ich genauso sprechen kann weil ich dazugehöre.
00:36:35.560 --> 00:36:36.640
Speaker 0: Ja das würde ich auch so sehen.
00:36:36.700 --> 00:36:46.900
Speaker 0: also ich sehe die Kirche jetzt auch nicht als Gegenüber zu dem Ich mich verhalten muss als Katholiken oder auch als Theologen sondern ich bin ja Teil der Kirche.
00:36:47.180 --> 00:37:00.940
Speaker 0: Also ich finde was sagen dass Einzigartig ist katholisch zu sein, dass man eben ein Teil dieser Gemeinschaft ist und diese Gemeinsschaft eine große Vielfalt auszeichnet.
00:37:02.160 --> 00:37:09.540
Speaker 0: Die sich durch die Zeit also bewahrt und gleichzeitig aber auch viel gestaltig entwickelt.
00:37:09.680 --> 00:37:19.960
Speaker 0: Und ich glaube in dieser Spannung steht man sozusagen ein bisschen als Katholik, dass man so das Gefühl hat, ah das ist ja so starr oder man könnte vielleicht auch von außen das Gefühl haben es ist eine sehr starre Institution.
00:37:20.920 --> 00:37:28.860
Speaker 0: Ich würde es gar nicht so sehen weil wenn man sich dann näher mit dieser Institution und auch mit der katholischen Kirche beschäftigt dann sieht man auch das.
00:37:28.900 --> 00:37:42.440
Speaker 0: sozusagen gibt, also auch eine starke Entwicklung die gar nicht jetzt irgendwie als große Gefahr gesehen werden muss sondern eigentlich als Bereicherung.
00:37:42.960 --> 00:38:01.460
Speaker 0: Als die Fähigkeit sich sozusagen in der Gegenwart zu aktualisieren und auf die Sorgen- und Nöte der Katholikinnen und Katholiken aber auch sozusagen der Welt einzugehen und damit im Dialog und Gespräch zu sein was nun mal bedeutet dass da ne Wechselwirkung entsteht und deswegen auch sich etwas entwickelt.
00:38:02.920 --> 00:38:10.520
Speaker 0: Und es gibt so ein Begriffding, also man kann sich vielleicht so vorstellen als wenn man irgendwie getauft ist.
00:38:11.040 --> 00:38:24.880
Speaker 0: Ist man sozusagen eigentlich Teil von dieser Bewegung und von daher ist Kirche für mich jetzt nicht so ein Statist gegenüber der Gegend was da irgendwelche Lehrtexte veröffentlicht.
00:38:26.880 --> 00:38:31.600
Speaker 0: sondern ich bin Teil davon und kann das ja auch mit gestalten.
00:38:32.480 --> 00:38:32.680
Speaker 0: Also
00:38:33.560 --> 00:38:39.040
Speaker 2: gerne mal Raby Bauml gefragt, leuchtet Ihnen das ein oder würden Sie da sogar sagen?
00:38:41.420 --> 00:38:42.880
Speaker 2: Kann ich gar nicht nachvollziehen oder so?
00:38:44.200 --> 00:38:45.560
Speaker 1: Doch es ist sehr verständlich.
00:38:45.640 --> 00:38:55.920
Speaker 1: doch also ich finde dass ja das fand ich noch sehr gut dass man die Teil der Gemeinde sind sie auch mitgestaltet habe ich richtig verstanden.
00:38:59.700 --> 00:39:12.440
Speaker 2: Wir haben auch die Aufgabe, rückzumelden wo die Lehre, die so im Moment formuliert wird nicht mehr oder noch nicht der freudigen Fülle des Evangeliums entspricht.
00:39:12.500 --> 00:39:27.020
Speaker 2: ja also das geht dann nicht nur auf die Gemeinde wie ich jetzt vor Ort die Kirche lebe und mich da engagiere sondern auch darum dass wir sagen Liebe große weltweite Gemeinschaft.
00:39:27.960 --> 00:39:36.240
Speaker 2: Das und das kann man doch noch besser, um Jesus gemäßer leben und
00:39:36.300 --> 00:39:36.660
Speaker 2: lehren.".
00:39:38.040 --> 00:39:48.500
Speaker 0: Und ich glaube auch gerade gibt es ja auch einen großen Betonung des Prinzipes Synodalität also wirklich auch den Glaubenssinn der Gläubigen ernst zu nehmen.
00:39:48.560 --> 00:39:53.760
Speaker 0: und jetzt wird mehr darüber nachgedacht in welchen Strukturen kann man ihn eigentlich noch besser artikulieren?
00:39:54.480 --> 00:39:55.600
Speaker 0: und sozusagen mehr hören.
00:39:56.360 --> 00:40:09.940
Speaker 0: Und da versuchen wir gerade in der katholischen Kirche zu schauen, wie können wir eigentlich den Glaubenssinn der Gläubigen von allen Katholiken auch wirklich einen Resonanzraumkirche geben?
00:40:10.040 --> 00:40:11.720
Speaker 0: Dass die da alle irgendwie vorkommen!
00:40:13.180 --> 00:40:16.940
Speaker 0: Genau das hat Papst Franziskus begonnen und dieser Prozess ist jetzt im Gange.
00:40:18.060 --> 00:40:21.880
Speaker 0: Das ist ja auch ganz interessant dass man das weltweit tut.
00:40:22.620 --> 00:40:25.640
Speaker 0: Auch eine große Aufgabe Aber ich glaube, das lohnt sich.
00:40:26.960 --> 00:40:27.520
Speaker 1: Okay.
00:40:28.300 --> 00:40:30.700
Speaker 2: Barmel, wollen Sie noch was anderes fragen?
00:40:31.420 --> 00:40:32.000
Speaker 2: Gern los!
00:40:34.260 --> 00:40:49.940
Speaker 1: Noch eine Frage und das beschäftigt mich auch als jüdischen Menschen ist so die Entwicklung der westlichen Welt Richtung einer Art extremen Secularismus.
00:40:50.820 --> 00:41:03.200
Speaker 1: Und einerseits... Aber andererseits hat diese säkulare westliche Welt schon viele Werte, die sie als eigene Werte bezeichnet.
00:41:05.180 --> 00:41:10.760
Speaker 1: Ich habe jetzt zehn Gebote als Beispiel, die sich in den Zehn Geboten wiederfinden.
00:41:11.740 --> 00:41:33.400
Speaker 1: und was mich aber sehr stört persönlich ist dass man so tut, als hätte man all diese Werte selber erfunden vor hundertfünfzig Jahren und streitet irgendwie jegliche Verbindung zu einem religiösen Hintergrund ab, sodass man so ganz klar trennt zwischen religiös und säkular.
00:41:33.820 --> 00:41:48.200
Speaker 1: Aber im Prinzip wenn viele Werte der säkularen Gesellschaft ihren religiosen Kern haben aus der Bibel heraus dann müssten ja viele sekolare Menschen eigentlich religiös denken in dem Sinne, außer dass sie einfach vielleicht Gott ausklammern.
00:41:48.700 --> 00:42:05.040
Speaker 1: Aber das Wertesystem an sich ist ein religiöses und ich frage mich dann einfach wie Sie als Kirche oder als Katholiken umgehen mit so Menschen die dann sagen nein es sind unsere neuen modernen Werte und man lädt dann eigentlich den Ursprung ab.
00:42:05.440 --> 00:42:17.020
Speaker 1: Das ist wie eine Art ja eigentlich nicht redliche Geschichtswiedergabe auf eine gewisse Art und Weise, wenn ich das jetzt so leicht werten kann.
00:42:17.200 --> 00:42:17.260
Speaker 1: Ja
00:42:17.860 --> 00:42:42.880
Speaker 2: okay, also ich muss sagen, ich stimme nicht ganz mit ihrer Geschichte der westlichen Werte überein, weil die zehn Gebote sind ja doch nun so grundlegend und allgemein dass man das was in den zehn geboten gesagt ist eigentlich jeder Weltgesellschaft irgendwie auch findet.
00:42:42.920 --> 00:42:45.360
Speaker 2: Du sollst nicht töten, du sollst nichts stehlen.
00:42:45.840 --> 00:43:00.080
Speaker 2: was uns als westliche Gesellschaften ausmacht kann man in unseren heiligen Schriften jüdischer muslimischer und christlicherseits sicher auch finden.
00:43:00.200 --> 00:43:12.120
Speaker 2: aber ich würde eher sagen das kann man auch im lichte dessen westlichen Welt der letzten Jahrhunderte geschehen ist, erst so deutlich erkennen.
00:43:12.240 --> 00:43:35.120
Speaker 2: Also diese dienende demütige andere Anerkennende suche nach einem gemeinsamen Weg also dieses wirklich auch warmherzige was über meinen eigenen Egoismus hinausgeht.
00:43:35.160 --> 00:43:37.980
Speaker 2: das kann man jetzt in den zehn Geboten.
00:43:38.040 --> 00:43:41.840
Speaker 2: meint sie achten es noch nicht so finden, in unseren Traditionen schon.
00:43:42.040 --> 00:44:03.000
Speaker 2: Aber also ich glaube das ist da immer einen Austausch gegeben hat dass Menschen die Religionen hier auch besonders im Westen oft zu Recht kritisiert haben und Fragen gestellt haben und Herausforderungen dargestellt haben aus denen wir weiter lernen mussten.
00:44:03.140 --> 00:44:16.540
Speaker 2: und so ist es eigentlich nicht Wir hatten's schon immer Und ihr habt es jetzt übernommen, sondern ich würde eher sagen da ist ein ständiges Gespräch von geben und nehmen.
00:44:16.700 --> 00:44:28.280
Speaker 2: Von gegenseitiger Korrektur und dem Hoffnung miteinander die Welt gestalten zu können auch über die Grenzen der Traditionen und Überzeugung hinaus.
00:44:28.580 --> 00:44:34.440
Speaker 2: Ich würde aber vielleicht nochmal auch fortan fragen ob haben Sie noch eine andere Sicht auf die Frage?
00:44:34.520 --> 00:44:37.880
Speaker 2: Vielleicht habe zu weit
00:44:38.460 --> 00:44:38.800
Speaker 0: gegangen.
00:44:39.960 --> 00:44:59.020
Speaker 0: Ich sehe das auch ähnlich, also ich glaube auch dass religiöse Tradition oder jetzt besonders die christliche katholische ist ja sozusagen auch in Wechselwirkung und in Kontakt mit anderen Traditionen.
00:44:59.180 --> 00:45:11.000
Speaker 0: und genau deswegen kann ich es nicht als isolierte Größe sehen sondern Genau, sondern glaube dass das ja nicht so isoliert betrachtet werden kann.
00:45:12.240 --> 00:45:32.660
Speaker 0: Was ich vielleicht bei ihrem Gedanken kam mir noch in den Kopf was ich verstehen kann ist dieser Gedanke wenn man Menschen trifft vielleicht in Europa die Manchmal, wo man manchmal so gerade als religiöser Mensch, wo jetzt man sich auch sehr viel mit Religionen beschäftigt und sehr viel darüber nachdenkt.
00:45:33.900 --> 00:45:51.440
Speaker 0: Und dann merkt man so eine richtig, ja schon ein bisschen sehr kritisch halte gegenüber religiösen Leben an sich dass das soweit weg ist von der Lebensrealität dass es sehr negativ konnotiert ist.
00:45:51.620 --> 00:46:02.200
Speaker 0: Und das finde ich irgendwie auch... kritisch und würde mir sozusagen, da kommt mir Ihr Satz in den Sinn verpflichtet zu wissen das Gott existiert.
00:46:03.040 --> 00:46:22.200
Speaker 0: Finde ich auch gerade als Bürger einer Demokratie sehr wichtig zu akzeptieren dass es eben auch Bürger gibt die an Gott glauben und die dann eben die zehn Gebote für in ihrem Denk- und Glaubenssystem anders konnotieren und verorten Als Bürger die das nicht tun und das ist ja auch total legitim nicht so glauben.
00:46:22.740 --> 00:46:24.580
Speaker 0: Aber es ist eben genauso legitim das zu tun.
00:46:24.700 --> 00:46:32.880
Speaker 0: und deswegen finde ich, ist man als Bürgerverpflichtet zu wissen dass es eben auch Menschen gibt die glauben das Gott existiert.
00:46:32.960 --> 00:46:37.260
Speaker 0: Und dass man damit sich sozusagen positiv konstruktiv mal auseinandersetzt.
00:46:38.040 --> 00:46:57.620
Speaker 2: Ja und ich meine sogar vielleicht in einer Baumel sie würden's genau so fragen was wären jetzt nochmal das plus denn darüber hinaus was menschen in einer religiösen Tradition stehen und leben, aus ihr heraushandeln.
00:46:58.160 --> 00:47:06.320
Speaker 2: Was haben die denn über Mitglieder der säkularen Gesellschaft zu dem wir nun mal gehören?
00:47:07.720 --> 00:47:08.120
Speaker 2: Hinaus!
00:47:09.140 --> 00:47:31.500
Speaker 2: Und das ist mir so in den letzten Jahren – übrigens gerade in der Corona-Zeit – sehr klar geworden dass wir jüdischer Christlicher Auch islamischerseits, immer sagen können wir gehören außer zu dieser gemeinsamen Geschichte unseres Landes und des Westens usw.
00:47:32.440 --> 00:48:01.720
Speaker 2: Wir gehören noch zu einer anderen Geschichte Und diese andere Geschichte beheimatet mich nochmal anders und gibt mir nochmal eine kritische Befreiende Distanz regt auch die Fantasie und auch unsere Bereitschaft über unsere Anlagen und Triebe hinauszugehen so schön, befreiend an.
00:48:02.600 --> 00:48:10.260
Speaker 2: Also man steht dann immer wieder wenn man als religiöser Mensch lebt in diesem anderen Kontext.
00:48:10.500 --> 00:48:19.320
Speaker 2: deswegen spreche ich jetzt auch immer davon dass unsere religiöse Zugehörigkeit eine Rekontextualisierung ist.
00:48:19.360 --> 00:48:29.960
Speaker 2: Ich komme da wieder in diesen alten Kontext hinein Lebenszusammenhang und Deutungshorizont hinein, Rekontextualisierung.
00:48:30.340 --> 00:48:46.300
Speaker 2: Deswegen fand ich das schon auch wichtig dass sie als religiöser Mensch fragen seht ihr eigentlich woher das kommt was uns heute so selbstverständlich in unseren Gesellschaften ist?
00:48:47.900 --> 00:48:50.260
Speaker 0: noch mal eine Abschluss-Frage.
00:48:51.840 --> 00:49:06.600
Speaker 0: Was würden sie vielleicht auch sehr konkret, sind ja auch in Arabien an der Gemeinde und wenn da jemand auf Sie zukommt und sagt Ja also ich würde total gerne irgendwie glauben und irgendwie geht's aber nicht.
00:49:06.700 --> 00:49:17.900
Speaker 0: Also es ist einfach so sehr stark diesen konflikt, möglichen Konflikt zwischen Glaube und Vernunft für sich irgendwie identifiziert und so dazwischen steht.
00:49:17.980 --> 00:49:21.220
Speaker 0: Und nicht so richtig weiß wie geht das in beides zusammen?
00:49:21.320 --> 00:49:27.580
Speaker 0: Was würden Sie dem sagen wenn der so dieses Spannungsfeld Ihnen skizziert?
00:49:30.660 --> 00:49:37.860
Speaker 1: Also zunächst mal würde ich dieser Person sagen dass es ist ein Prozess ein gläubiger zu werden.
00:49:38.720 --> 00:49:47.580
Speaker 1: Das heißt es geht nicht von heute auf morgen Und auch Leute, die gläubig sind wachsen und fallen und wiederwachsen in ihrem eigenen Glauben.
00:49:47.640 --> 00:49:48.920
Speaker 1: Das ist ein Lebensprozess!
00:49:49.400 --> 00:49:56.480
Speaker 1: Also wenn er jetzt nicht in der Lage ist diesen Glaubens zu finden dann heißt es nicht dass er morgen nicht an der Lage sein wird auszufinden.
00:49:56.520 --> 00:50:03.720
Speaker 1: Das heißt man grundsätzlich ihn bisschen so vorzubereiten wie er sich da einstellen soll.
00:50:04.960 --> 00:50:15.860
Speaker 1: Wenn's um einen praktischen Tipp geht Dann würde ich ihm sagen das Aus jüdischer Sicht ist Glaube etwas, was sich aus dem Handeln entwickelt.
00:50:16.560 --> 00:50:30.600
Speaker 1: Das bedeutet Sie wissen ja das das Judentum ist eine sehr eine Halacharelegion d. h., es gibt so viele Gesetze Gehe und Verboote Was man tun und nicht tun soll usw.
00:50:31.440 --> 00:50:44.780
Speaker 1: Und ich sage immer dass das Beginn zu handeln sogar wenn du noch nicht ganz glaubst Und das stetige Handeln würde dich zum Glauben führen und nicht umgekehrt.
00:50:46.540 --> 00:51:08.460
Speaker 1: Ich gebe mal ein Beispiel, sagen wir jemand will beim Herzig sein und er will so die Eigenschaft der beim Herzigkeit in sich entwickeln dann ist es aus jüdischer Sicht zumindest nicht so dass er sich hinsetzt und sagt okay ich werde jetzt beim herzig sondern das ist mehr so dass sie anfängt zu geben und zu handeln, um zu tun.
00:51:09.700 --> 00:51:15.440
Speaker 1: Und seine Handlungen werden dann innerlich zu einem beim herzigen Menschen machen.
00:51:15.900 --> 00:51:21.880
Speaker 1: Genauso wenn ein Mensch Glaube lebt, ist es etwas was sein Glauben auch innerlich entwickeln wird.
00:51:23.680 --> 00:51:33.220
Speaker 1: Wie gesagt, wir Menschen können immer wieder Zweifel haben an uns... am Glaube, am Wissen an Gott.
00:51:33.300 --> 00:51:37.740
Speaker 1: Vielleicht haben wir heute etwas wissen wie er heute mehr und morgen weniger oder übermorgen wieder mehr.
00:51:38.260 --> 00:51:54.100
Speaker 1: aber die Halachaf verpflichtet den jüdischen Menschen zu tun und jeden Tag zu tun, um in der Hoffnung dass das ihnen stärken wird in seinem Glauben ich hoffe ich konnte das so klar zum Ausdruck bringen
00:51:54.500 --> 00:51:55.120
Speaker 2: ja auf jeden Fall
00:51:56.560 --> 00:51:57.420
Speaker 0: spannend also.
00:51:58.320 --> 00:52:06.320
Speaker 0: Handeln ist sehr wichtig, um den Glaubensprozess zu starten und zu pflegen.
00:52:06.580 --> 00:52:11.040
Speaker 0: Und nicht zu schnell verzweifeln, wenn es auch mal Duschstrecken gibt
00:52:12.260 --> 00:52:12.460
Speaker 1: diesen
00:52:12.600 --> 00:52:15.280
Speaker 0: Part of the game sozusagen oder einfach dazu.
00:52:17.100 --> 00:52:21.300
Speaker 2: Ravina Baumel sie machen uns eine riesige Freude das merken Sie?
00:52:21.420 --> 00:52:26.580
Speaker 2: Es ist ein wirkliches Vergnügen mit ihnen zu sprechen, auch zu diskutieren.
00:52:28.240 --> 00:52:36.940
Speaker 2: So viel Erfahrung und Sie haben da auch so viel Kenntnis uns jetzt vermittelt, aber ich weiß sie haben auch soviel zu tun.
00:52:38.100 --> 00:52:44.260
Speaker 2: Deswegen lassen wir sie jetzt gehen und sagen einfach ganz herzlichen Dank!
00:52:45.740 --> 00:52:50.820
Speaker 1: Okay sehr gerne, ich danke Ihnen und habe mich sehr gefreut.
00:52:51.100 --> 00:52:55.980
Speaker 1: Also ein sehr spannender und interessanter Austausch.
00:52:56.040 --> 00:52:56.720
Speaker 1: Vielen vielen Dank!
00:52:57.280 --> 00:52:57.900
Speaker 0: Danke schön!
00:52:58.540 --> 00:52:59.680
Speaker 1: Danke, tschüss.
00:53:02.660 --> 00:53:03.280
Speaker 0: Alles klar?
00:53:18.280 --> 00:53:22.460
Speaker 0: Alles klar, in der wir noch mal Revue passieren lassen.
00:53:22.540 --> 00:53:24.500
Speaker 0: Was haben wir eigentlich gerade gehört?
00:53:24.760 --> 00:53:30.480
Speaker 0: Und was hat bei uns besonders resoniert oder welcher Gedanke ist da bei uns hervorgekommen?
00:53:31.900 --> 00:53:33.380
Speaker 0: Ja, was war es so bei Ihnen?
00:53:33.520 --> 00:53:38.900
Speaker 0: Was hat bei Ihnen angefangen zu rattern oder... Also eine
00:53:39.440 --> 00:53:51.340
Speaker 2: ganz lustige und schöne Beobachtung als er gesagt hat In der jüdischen Tradition gehört es einfach dazu, wenn wir Talmud studieren.
00:53:51.800 --> 00:54:04.540
Speaker 2: Dass sie diese unterschiedlichen Meinungen der Gelehrten hören und lesen Und das hat für mich sagt er eine Auswirkung auf meinen Alltag und meine ganze Lebensform.
00:54:05.620 --> 00:54:13.000
Speaker 2: Ich würde jetzt mal mit meinen Worten wiedergeben Weil er dadurch lernt sich in andere hinein zu denken.
00:54:13.500 --> 00:54:23.400
Speaker 2: Ja und es ging dann bei ihm so weit dass er sagt zwar nicht in jedem Zusammenhang, aber irgendwie ist an jeder Meinung auch was richtiges.
00:54:23.460 --> 00:54:24.420
Speaker 2: Was war es dran?
00:54:25.260 --> 00:54:49.900
Speaker 2: Also diese Freude an der Unterschiedlichkeit die ich lerne ja richtig einfühlsam nachzuvollziehen als Ergebnis einer jahrzehntelangen Tradition seiner eigenen Studien der jüdischen Literatur ist doch wirklich wunderschön, oder?
00:54:51.240 --> 00:54:53.940
Speaker 2: War das auch aufgefallen oder waren Sie bei was anderen Hängen geblieben.
00:54:54.260 --> 00:54:57.740
Speaker 0: Ja, ich fand es auch total spannend.
00:54:57.780 --> 00:55:18.420
Speaker 0: Er hat ja auch vom Prisma gesprochen durch dass man sozusagen... dann schaut und das fand ich auch ein sehr gutes Bild dafür, weil natürlich genau also sozusagen dass es so eine Linse ist oder ein Prisma ist natürlich noch viel viel vielfältiger und bunter.
00:55:20.160 --> 00:55:32.640
Speaker 0: Und bei mir ist auch was ähnliches hängen geblieben oder etwas in die ähnliche Richtung geht Und zwar so ein bisschen, dass irgendwie Wissen einen Kontext hat.
00:55:32.720 --> 00:55:46.700
Speaker 0: Also irgendwie situiert es in Raum und Zeit... ...und da hat er ja diesen einen, er hat ja mein Moment Nides zitiert und gesagt man sei verpflichtet zu wissen das Gott existiert!
00:55:48.000 --> 00:55:54.840
Speaker 0: Und dieser Satz ich finde da steckt irgendwie sehr viel drin oder man kann ihn auch von sehr vielen unterschiedlichen Perspektiven deuten.
00:55:57.800 --> 00:56:12.800
Speaker 0: Ich fand das sozusagen spannend, einmal aus der Perspektive als jüdischer Mensch sagen der Aufruf oder schon gegen Verpflichtung diesem Wissen zu erforschen und dem nachzugehen.
00:56:15.080 --> 00:56:30.600
Speaker 0: Aber gleichzeitig könnte man auch sagen ja auch andere Menschen glauben dass Gott existiert und die schauen vielleicht durch andere Linsen Ja, damit hat dann auch eine Wechselwirkung auf das eigene Wissen.
00:56:31.520 --> 00:56:39.940
Speaker 0: Und vor allen Dingen gibt es auch viele Leute die eben nicht glauben... also die nicht glauben dass Gott existiert aber vielleicht könnte das auch der Gedanke sein?
00:56:40.500 --> 00:56:40.680
Speaker 0: Na ja!
00:56:40.940 --> 00:56:57.060
Speaker 0: Aber man muss auch schon irgendwie... Man ist verpflichtet sozusagen als Bürger auch zu akzeptieren, dass für andere Menschen eben der Glaube existiert und das sollte man sozusagen als Wissens gut einfach Wissen, dass eben Bürger auch religiös sein können.
00:56:59.000 --> 00:57:01.640
Speaker 0: Durchaus irgendwie im Kopf behalten.
00:57:02.980 --> 00:57:03.800
Speaker 2: Da merke ich richtig.
00:57:03.860 --> 00:57:06.980
Speaker 2: da redet die Expertin für Religious Literacy.
00:57:07.640 --> 00:57:16.320
Speaker 2: Die erwartet das wirklich alle Menschen über Religion und Religionen auch eine gewisse Kenntnis haben stimmt's?
00:57:16.980 --> 00:57:17.360
Speaker 0: Genau ja!
00:57:17.540 --> 00:57:37.700
Speaker 0: Ich beschäftige mich mit dem Konzept und Begriff Religious literacy Und genau das ist so ein Grundaktion davon, dass man als Bürger sozusagen die Pflicht hat sich mit Religionen auch wenn man persönlich selber nicht religiös ist damit zu befassen und genau.
00:57:37.840 --> 00:57:43.380
Speaker 0: Das kommt wahrscheinlich auch ein bisschen durch mein Prismal.
00:57:46.960 --> 00:57:49.420
Speaker 0: Alles Gute und bis zum nächsten Glauben!
00:57:50.400 --> 00:58:01.280
Speaker 2: Ja wir machen uns ja immer gegenseitig Vorschläge, was unser Wort des Monats ist und ich habe da heute ein Adjektiv zu bieten.
00:58:02.980 --> 00:58:12.960
Speaker 2: Ich erzähle erstmal wie ich überhaupt auf dieses Wort gekommen bin – das hat überhaupt nicht zu meinem Bordschutz davor gehört als ich in Ankara gelebt habe.
00:58:13.120 --> 00:58:25.060
Speaker 2: Das hat mir eine deutsche Bekannte gesagt als ich mich so ein bisschen ängstlich beschwert habe, dass es im Straßenverkehr schwierig ist und ich hier nicht so gerne Auto fahre.
00:58:25.880 --> 00:58:28.460
Speaker 2: Ja du musst hier geschmeidig fahren!
00:58:30.280 --> 00:58:33.000
Speaker 2: Und ich hab mir dann länger überlegt was meinste eigentlich damit?
00:58:34.100 --> 00:58:36.080
Speaker 2: Man muss darauf achten was die anderen machen.
00:58:36.120 --> 00:58:55.100
Speaker 2: man muss irgendwie immer ganz viel auch intuitiv so im Blick und im Sinn haben wie der Verkehr läuft und was die verschiedenen Teilnehmer tun Und trotzdem auch genau wissen, was man jetzt selber vor hat und das deutlich den anderen auch durchs Verhalten.
00:58:56.100 --> 00:59:03.680
Speaker 2: Und auch die Gesten, die man da so als Autofahrerin Pfarrer macht zu kommunizieren.
00:59:04.140 --> 00:59:18.320
Speaker 2: also das Wort geschmeidigt war mir vorher gar nicht so vertraut aber es heißt halt flexibel elastisch Aber mit dieser ganzen Klarheit auch selber möchte.
00:59:19.160 --> 00:59:36.840
Speaker 2: Passt übrigens sehr gut zu ihrem Wort des Monats von letztem Mal, Sie haben doch Gedankenschmiede gesagt und geschmeidig heißt das habe ich mal nachgeschaut Es lässt sich schmieden also man kann es bearbeiten und es kann dann eine andere Form annehmen.
00:59:37.240 --> 00:59:47.820
Speaker 2: Ich finde ist eigentlich ne Tugend die wir wirklich ungeheuer brauchen Heute, wo so viel Misstrauen und so viel Missverständnis herrscht.
00:59:48.300 --> 00:59:50.880
Speaker 2: Was meint die andere eigentlich?
00:59:51.060 --> 00:59:52.920
Speaker 2: Kann ich mich da jetzt mal rein denken?
00:59:53.280 --> 00:59:59.560
Speaker 2: Eigentlich genau das was unser Rabbi Baumel mit seinem jüdischen Traditionsstudium macht.
01:00:00.680 --> 01:00:06.600
Speaker 2: Könnte man geradezu auch sagen, da lernt man geschmeidig zu denken ohne dadurch Profilos zu werden!
01:00:07.540 --> 01:00:09.360
Speaker 2: Und wie ist Ihr Wort des
01:00:09.460 --> 01:00:10.420
Speaker 2: Monats?!
01:00:11.100 --> 01:00:14.980
Speaker 0: Also mein Wort des Monats ist Amiguitätstoleranz.
01:00:16.200 --> 01:00:21.379
Speaker 0: Ist ein bisschen kleiner Zungenbrecher, nicht so geschmeidig, wenn man es ausspricht!
01:00:22.460 --> 01:00:26.460
Speaker 0: Aber ich finde das ein sehr wichtiges Wort.
01:00:27.520 --> 01:00:28.799
Speaker 0: Ich kann's ja mal ein bisschen aufdrüsseln.
01:00:28.879 --> 01:00:34.160
Speaker 0: also es ist eine Fusion von zwei Wörtern einmal Ambiguität.
01:00:34.799 --> 01:00:46.919
Speaker 0: Ambiguitet bedeutet Mehrdeutigkeit, also etwas von mehreren Seiten betrachten und Toleranz kommt ja von Tolerare etwas ertragen oder aushalten.
01:00:47.759 --> 01:00:54.520
Speaker 0: Und wenn man das jetzt zusammen, also wenn man diese beiden Wörter zusammen fusioniert dann bedeutet es dass es... Oder gibt es ein Denken wieder?
01:00:55.140 --> 01:01:00.819
Speaker 0: Dass sich zwischen mehreren Möglichkeiten bewegt und die Bewegung ist da glaube ich das Entscheidende.
01:01:01.580 --> 01:01:28.000
Speaker 0: Also es bezeichnet sozusagen die Fähigkeit Mehrdeutigkeit einerseits zu erkennen aber auch zu ertragen klingt so leidend aber sozusagen sich das bewusst auszuhalten was eben nicht immer unbedingt so einfach ist also es vielleicht einfacher gesagt als manchmal selber umgesetzt genau und ich glaube dass eine ambiguitätstoleranz ja auch ne wichtiger eigenschaft ist die man sozusagen versuchen, sollte zu kultivieren.
01:01:29.540 --> 01:01:41.480
Speaker 0: Dass man nicht jede Spannung immer sofort den Impuls hat die muss jetzt gleich auflösen sondern erst mal ein bisschen genauer betrachten warum was steht da eigentlich in Spannungen?
01:01:41.520 --> 01:01:50.299
Speaker 0: also wenn man jetzt irgendwie Ja, die eigenen religiösen Schriften liest dann fallen einem ja doch öfter irgendwie Spannungen auf.
01:01:52.359 --> 01:02:17.319
Speaker 0: Er hatte auch ganz eindrücklich gesagt dass sozusagen die Spannung im Juntun unterschiedliche Perspektiven wirklich auch eigentlich gerade dazugehören und genau also diese diese unterschiedlichen Perspektive nicht harmonisieren gleich wollen und die müssen jetzt alle gleich sein sondern Man kann auch mit offenen Fragen ganz gut weiterleben und also leben.
01:02:17.899 --> 01:02:23.779
Speaker 0: Und ohne jetzt gleich irgendwie alles in Zweifel zu ziehen, und irgendwie zu denken oh ich hab jetzt mein Glauben verloren.
01:02:26.960 --> 01:02:32.560
Speaker 0: Also eine Haltung sozusagen nicht irgendwie alles so ganz eng betrachten zu wollen.
01:02:32.600 --> 01:02:45.460
Speaker 0: Das muss jetzt immer nur eine Bedeutung haben aber auch nicht irgendwie random zu werden und alles beliebig aufzulösen sondern eine Offenheit zu kultivieren.
01:02:45.740 --> 01:02:49.040
Speaker 0: Das verbinde ich mit Ambigriertätstoleranz.
01:02:50.020 --> 01:02:50.960
Speaker 2: Sehr schönes Wort, danke!
01:02:51.480 --> 01:02:56.620
Speaker 0: Dann wünschen wir jetzt unseren Hörerinnen und Hörern alles Gute und bis zum nächsten Glauben.
01:02:57.120 --> 01:02:59.839
Speaker 2: Und glauben Sie nicht alles was man Ihnen sagt?
01:03:00.259 --> 01:03:02.359
Speaker 0: Das war die neue Folge von Alles Glaub'n.
01:03:02.799 --> 01:03:07.120
Speaker 0: Wir hoffen ihr konntet etwas für euch mitnehmen Wenn euch diese Folge gefallen hat.
01:03:07.419 --> 01:03:09.040
Speaker 0: abonniert gerne den Podcast
01:03:09.460 --> 01:03:09.640
Speaker 2: Und
01:03:09.839 --> 01:03:14.600
Speaker 0: eine richtig große Freude macht ihr uns, wenn ihr diesen Podcast mit fünf Sternen bewertet.
01:03:15.020 --> 01:03:27.180
Speaker 0: Alles Gute euch und bis zum nächsten letzten Dienstag im Monat!
00:00:24.780 --> 00:00:34.240
Speaker 0: Willkommen zu einer neuen Folge von Alles Glauben, dem Podcast über Religionen der keineswegs verlangt man sollte alles glauben.
00:00:35.080 --> 00:00:46.460
Speaker 0: Wir Professor Felix Körner Jesuit und Islamwissenschaftler und ich Johanna Tannen sind heute in Berlin und Boston und ich frage mal nach Berlin wie geht es Ihnen Prof.
00:00:49.720 --> 00:00:59.200
Speaker 2: Im Institut für Katholische Theologies gerade sehr gute Stimmung an der Humboldt-Universität, weil wir endlich wieder in unser angestammtes Gebäude eingezogen sind.
00:00:59.280 --> 00:01:00.460
Speaker 2: Wunderschöne Räume!
00:01:01.140 --> 00:01:23.920
Speaker 2: Lichtdurchflutete Vorlesungssäle und noch was besonders Tolles heute Abend werden wir nicht in diesen Räumen sondern im Theater sein mit Gerichtig große Gruppe über zwanzig studierende evangelische katholische muslimische Nicht religiös affiliierte Studis, wir gehen zusammen ins Theater.
00:01:24.520 --> 00:01:34.580
Speaker 2: Das Format haben wir getauft Theologischer Kultursallung und da bin ich jetzt sehr gespannt, dass so beginnt diese Veranstaltung heute Abend im Theater!
00:01:35.660 --> 00:01:39.040
Speaker 2: Aber wie geht es Ihnen als Katholikin in den USA zurzeit?
00:01:39.960 --> 00:01:40.640
Speaker 0: Wie geht's gut?
00:01:41.500 --> 00:01:43.080
Speaker 0: Ich halte hier die Stellung, nein Spaß!
00:01:44.360 --> 00:01:45.100
Speaker 0: Wie gehts sehr gut?
00:01:45.880 --> 00:01:57.280
Speaker 0: Ich finde ich mit einer guten Freundin, die ich tatsächlich aus dem Studium in Münster mal kennengelernt habe und die jetzt mit ihrer Familie hier in Boston wohnt.
00:01:57.360 --> 00:02:00.220
Speaker 0: Und wir waren zusammen sind wir im Newport.
00:02:00.260 --> 00:02:05.880
Speaker 0: das ist der Ort wo tatsächlich John F Kennedy seinen Sommer immer verbracht hat.
00:02:07.600 --> 00:02:09.680
Speaker 0: Sind wir zusammen ein halbmaler Ton gelaufen?
00:02:09.780 --> 00:02:10.639
Speaker 0: Das war richtig cool!
00:02:10.920 --> 00:02:19.500
Speaker 0: Es war sehr kalt weil es um sehr früh morgens war Aber es hat sehr viel Spaß gemacht und genau, wir hatten da eine gute Zeit.
00:02:21.220 --> 00:02:22.000
Speaker 2: Sie sind tapfer!
00:02:22.820 --> 00:02:29.600
Speaker 0: Ja, in Boston hat man so das Gefühl, dass es schon absolut verpflichtend ist irgendwie laufen zu gehen.
00:02:29.660 --> 00:02:38.900
Speaker 0: Weil man hat das Gefühl die ganze Stadt ist irgendwie im Marathon Fieber, so im Frühling und wir haben jetzt hiermit auch unsere Pflicht getan und haben das auch mal gemacht.
00:02:39.100 --> 00:02:40.260
Speaker 0: Und genau, das war sehr cool!
00:02:40.660 --> 00:02:53.020
Speaker 2: Aber wer eine Doktorarbeit schreibt wie sie, der trainiert sinnvollerweise im Marathon-Laufen denn da brauchen wir glaube ich so ein paar Tugenden beim Laufen, die wir beim Schreiben ebenfalls... gut anwenden kann, oder?
00:02:53.460 --> 00:02:53.680
Speaker 0: Genau.
00:02:54.120 --> 00:02:56.400
Speaker 0: Es hat vieles gemeinsam.
00:02:56.920 --> 00:03:13.820
Speaker 0: Ja heute wollen wir uns nochmal mit der Frage vom Verhältnis von Glaube und Vernunft befassen Und die Leitfrage des heutigen Podcasts ist Ist es vernünftig an Gott zu glauben?
00:03:14.300 --> 00:03:17.480
Speaker 2: Ja und darüber wollen wir mit Rabbiner Dr.
00:03:17.600 --> 00:03:19.120
Speaker 2: Mosche Baumüll sprechen.
00:03:22.200 --> 00:03:23.500
Speaker 0: Alles im Gespräch.
00:03:24.440 --> 00:03:24.700
Speaker 2: Dr.
00:03:24.780 --> 00:03:33.960
Speaker 2: Mosche Baumel ist Rosch-Beth Midrash des Rabiner Seminars zu Berlin, er leitet also die Ausbildung orthodox jüdischer Rabbis.
00:03:35.180 --> 00:03:48.480
Speaker 2: außerdem und eigentlich sogar hauptberuflich leitet er die jüdische Schule in Basel studiert hatte in Wien und zwar Geschichte judaistik und Religionsphilosophie.
00:03:49.920 --> 00:03:56.700
Speaker 2: anschließend hat er geforst Und zwar zur Entwicklung jüdischen Denkens in Berlin des neunzehnten Jahrhunderts.
00:03:56.780 --> 00:04:00.200
Speaker 2: Wie ging Orthodoxie und Aufklärung damals zusammen?
00:04:01.760 --> 00:04:11.400
Speaker 2: Rabiner Bauml ist für seine jüdische Gelehrsamkeit bekannt, aber er möchte lieber als einer der ein weiterer Suchender lernen.
00:04:11.440 --> 00:04:12.860
Speaker 2: Der ist bekannt sein.
00:04:13.080 --> 00:04:16.940
Speaker 2: Aber andere Leute sagen es halt so über sie, Rabiner Baumel!
00:04:20.260 --> 00:04:23.000
Speaker 2: Erfahrung im interreligiösen Dialog bekannt?
00:04:23.539 --> 00:04:25.100
Speaker 0: Genau, also herzlich willkommen.
00:04:25.240 --> 00:04:26.800
Speaker 0: Schön dass Sie heute da sind!
00:04:27.220 --> 00:04:41.400
Speaker 0: Wir freuen uns das wir hier für eine Stunde zusammen sind und uns austauschen können über die Leitfrage dieser Episode ist es vernünftig an Gott zu glauben?
00:04:42.440 --> 00:04:48.820
Speaker 0: Also gibt es eine Form von Wissen im Gegensatz zu vertrauen oder wie funktioniert das mit dem vernünftigen Glauben
00:04:50.660 --> 00:04:50.960
Speaker 1: Genau.
00:04:51.520 --> 00:04:59.460
Speaker 1: Also erstmal vielen Dank für das heutige Gespräch, ich freue mich sehr dabei zu sein und steig auch gleich ein.
00:05:00.880 --> 00:05:04.340
Speaker 1: Es ist natürlich immer eine Frage was man als Vernunft definiert.
00:05:06.700 --> 00:05:10.560
Speaker 1: Wenn wir vernünftig definieren als etwas, was sage ich mal?
00:05:10.640 --> 00:05:25.940
Speaker 1: Was logisch ist oder wo man selber drauf kommen kann und was man sicher weiß wie dem Glauben, wo man vielleicht so unsicher ist und mehr so das nicht nachweisen kann.
00:05:25.980 --> 00:05:38.660
Speaker 1: Wenn wir diese Begriffe so definieren dann würde ich sagen dass im Judentum Ist es nicht immer ein Widerspruch zwischen Glaubem und Vernunft.
00:05:39.840 --> 00:05:54.660
Speaker 1: Ich gebe Ihnen ein Beispiel einfach Das Gebot zu glauben Wie das definiert wird vom Maimonides Man ist verpflichtet an Gott zu glauben, sondern man ist verplichtet zu wissen das Gott existiert.
00:05:55.500 --> 00:06:32.340
Speaker 1: Und er benutzt hier bewusst den Begriff des Wissens weil er der Ansicht ist dass tatsächlich sowas wie Glaube wie wir das vielleicht definieren würden so eine Unsicherheit und Zweifel Dass das gar nicht korrekt ist wenn man das als Glaube definiert, sondern als jüdischer Mensch sollte man so viel sich Mühe geben in der Erfahrung der Welt und der Erfahrung des Torarstudiums bis man soviel weiß dass man sagt ich weiss das Gott existiert.
00:06:32.520 --> 00:06:39.120
Speaker 1: Und ich bin mir sicher dass das so ist und aus diesem Grund ist auch die Frage nach der Vernunft hier.
00:06:39.860 --> 00:06:46.360
Speaker 1: Es ist auch genauso, es ist tatsächlich vernünftig aus Sicht der Torah an Gott zu glauben.
00:06:46.400 --> 00:06:57.440
Speaker 1: Weil man zu einem großen Teil auch selber durch logisches Nachgrübeln Gott finden kann aus der Sicht des Judentums und ein Beispiel dafür ist Abraham.
00:06:57.620 --> 00:07:13.740
Speaker 1: Abraham hatte keine Torah er hat auch kein Lehrer aber die weisen im Talmud sagen dass Abraham allein durch die Betrachtung der Welt es als logisch befunden hat, dass das einen Schöpfer geben muss.
00:07:14.160 --> 00:07:18.640
Speaker 1: Der einmal diese Welt geschaffen hat und sie auch immer noch leitet.
00:07:19.460 --> 00:07:28.260
Speaker 1: also von daher ist es kein Widerspruch Glaube und Vernunft sondern Es ist sehr vernünftig zu glauben.
00:07:28.560 --> 00:07:33.440
Speaker 0: Sie meinten Maimonides hat gesagt, verpflichtet zu wissen das Gott existiert.
00:07:33.500 --> 00:07:44.760
Speaker 0: Das finde ich eigentlich wirklich eine spannende Satz die erst mal kurz ein bisschen sagt lassen musste und wollte jetzt nochmal fragen weil es kann ja bedeuten Ich weiß etwas über Gott.
00:07:45.620 --> 00:07:50.780
Speaker 0: das heißt aber noch nicht also ich weiß dass es Gott existierte oder auch andere Menschen meinen es existiert Gott.
00:07:51.440 --> 00:07:55.120
Speaker 0: das müsste ich ja irgendwie auch akzeptieren dass Menschen diesen Glauben haben.
00:07:56.520 --> 00:08:00.340
Speaker 0: Oder heißt das Ich weiß, dass Gott existiert.
00:08:00.400 --> 00:08:06.500
Speaker 0: Also ich habe das Wissen und ich bin aber auch in einer personalen Beziehung zu Gott.
00:08:08.280 --> 00:08:10.200
Speaker 0: Wie meint Marmonides das genau?
00:08:10.260 --> 00:08:15.420
Speaker 0: Das finde ich mal ganz spannend, wenn Sie da doch mal kurz das ja deuten könnten!
00:08:17.100 --> 00:08:23.520
Speaker 1: Ja also Marmonide ist, wenn er sagt ein Mensch ist verpflichtet zu wissen, dass God existiert.
00:08:23.960 --> 00:08:34.680
Speaker 1: es ist eigentlich einen Auftrag an den Menschen Gott, Gottes Offenbarung zu erfahren wie er sich offenbart und da gibt es verschiedene Möglichkeiten dazu.
00:08:35.180 --> 00:08:40.240
Speaker 1: Also zum einen ist das die Betrachtung der Natur, der Naturwissenschaft.
00:08:40.600 --> 00:08:40.620
Speaker 1: D.h.,
00:08:40.700 --> 00:08:53.819
Speaker 1: der Rambam, der Maimonides war er selber ein Wissenschaftler, ein Philosoph im breiteren Sinne und er hat, er war da fest in Ansicht dass man kann in der Natur-Wissenschaft Gott erkennen d.h.
00:08:53.920 --> 00:08:58.760
Speaker 1: wenn du ihn Dort wirst du wissen, dass er sich da offenbart hat.
00:08:59.220 --> 00:09:12.500
Speaker 1: Oder durch das Studium der Torah, die Werte, die Gott in der Torah ausgesprochen hat, belegt sich der Mensch und es macht für ihn Sinn?
00:09:13.000 --> 00:09:15.540
Speaker 1: Dann sagt er, das ist auch eine Form der Offenbarung!
00:09:16.000 --> 00:09:20.800
Speaker 1: oder es gibt die Form der Verwahrung des Gebetes, also dass der Mensch mit Gott kommuniziert.
00:09:21.220 --> 00:09:37.880
Speaker 1: Es sind alle verschiedene Formen wie sich Gott offenbart und durch diese Offenbarungsformen weißt dann der Mensch ich habe eine Beziehung mit Gott sei es empirisch das ich die Welt betrachte, sei ich durch Nachdenken durch die Torah oder sei es durch das Gebet?
00:09:39.500 --> 00:09:42.600
Speaker 1: Also für Maimonides sagt das Gebet auch nie einspurig.
00:09:43.080 --> 00:09:53.720
Speaker 1: Das heißt der Mensch, wenn er arbeitet an seinem Gebet dann ist es nicht nur dass er spricht und Gott hört zu sondern dass er auch ein Gefühl entwickelt, dass er spürt, dass Gott ihm zuhört.
00:09:54.500 --> 00:09:55.780
Speaker 1: Es geht in zwei Richtungen.
00:09:56.100 --> 00:10:00.200
Speaker 1: Er spricht zu Gott und Gott gibt ihm das Gefühl , dass er ihn zuhörte.
00:10:00.700 --> 00:10:02.520
Speaker 1: Und das bedarf einer Arbeit.
00:10:02.580 --> 00:10:06.400
Speaker 1: und der Maimonides erklärt doch, wie man betet oder wie man dazu kommt.
00:10:06.960 --> 00:10:13.520
Speaker 1: Das ist ein Auftrag eigentlich, dass Wissen des Gott existiert und nicht einfach ein momentaler Zustand.
00:10:14.780 --> 00:10:18.480
Speaker 2: Wir wollen nämlich auch gerne ein bisschen besser verstehen, wie es bei Ihnen war.
00:10:18.600 --> 00:10:24.320
Speaker 2: Gab's eine Zeit in der Ihr Verstand sich gegen Ihren Glauben gewährt hat?
00:10:24.520 --> 00:10:29.800
Speaker 2: Also können Sie sich da an konkrete Fragen Konflikte erinnern.
00:10:31.440 --> 00:10:37.060
Speaker 2: Wie sind Sie damals damit umgegangen, gesucht, gezweifelt, entschieden?
00:10:37.720 --> 00:10:38.800
Speaker 2: Hat sich da was verändert.
00:10:38.960 --> 00:10:42.720
Speaker 2: Da wollen wir gerne mal so ein bisschen was Biografisches von Ihnen erfahren.
00:10:43.880 --> 00:10:50.700
Speaker 1: Ja gut also zunächst einmal ich bin ja jüdisch traditionell aufgewachsen.
00:10:51.360 --> 00:11:10.960
Speaker 1: das bedeutet meine Eltern haben jetzt nicht alle Gesetze der Toreim detaill beachtet und ich habe als Jugendlicher eigentlich selber den Weg zur Geburtsausübung im Judentum gefunden.
00:11:12.140 --> 00:11:14.140
Speaker 1: Und von daher sage ich mal... Das ist
00:11:14.200 --> 00:11:15.580
Speaker 2: so, wie das kam?
00:11:15.820 --> 00:11:16.040
Speaker 1: Ja ja!
00:11:17.480 --> 00:11:18.700
Speaker 1: Also ich weiß es noch.
00:11:21.260 --> 00:11:29.200
Speaker 1: Es lag wirklich auch daran, dass... Also ich war immer ein Mensch der viel nachfragt und hinterfragt.
00:11:29.740 --> 00:11:37.880
Speaker 1: Und ich hatte einfach das Gefühl, dass was die schulische Bildung mir damals geboten hat, war einfach sehr oberflächlich.
00:11:39.780 --> 00:11:42.940
Speaker 2: War zwar eine jüdische Schule aber ne ober- flächliche jüdischen Schule oder...?
00:11:43.940 --> 00:11:45.880
Speaker 1: Ja, das war eine jüdische Schule.
00:11:45.940 --> 00:11:50.680
Speaker 1: Es gab jüdischen Religionsunterricht aber es ist nicht in dem Sinne eine religiöse jüdliche Schule.
00:11:51.180 --> 00:11:56.340
Speaker 1: also sie hat so jüdischer Geschichte vermittelt und so ein bisschen die Gesetze über die Feiertage.
00:11:56.720 --> 00:12:11.440
Speaker 1: Aber es ging auch nicht in die Tiefe Und ich habe einfach das Gefühl gehabt dass viele Dinge die mich als junglicher so beschäftigen zum Beispiel Gerechtigkeit, warum Leidenmenschen, warum es andere Menschen gut geht.
00:12:12.860 --> 00:12:31.860
Speaker 1: Historische Dinge spezifisch beim jüdischen Volk über die ganze Leidensgeschichte Israels, über die Schöpfung – also solche ganz grundsätzliche Fragen und ich habe nicht das Gefühl gehabt meine Lehrer in der Schule oder die Literatur, die mir damals geboten worden ist.
00:12:32.200 --> 00:12:34.400
Speaker 1: Ob das sie wirklich alles richtig beantwortet?
00:12:35.180 --> 00:12:46.060
Speaker 1: Und aber durch den Studium der Torah und durch die Auseinandersetzung mit der talmudischen Literatur habe ich sehr viele Fragen, die ich gehabt habe lösen können.
00:12:46.540 --> 00:13:00.000
Speaker 1: jetzt Aber um ihre Frage konkret zu beantworten natürlich in diesem Prozess des religiöser Werdens hat man natürlich auch viele Fragen und weiterhin ist nicht alles klar.
00:13:02.180 --> 00:13:11.700
Speaker 1: Ich sehe immer, dass Fragen eigentlich als etwas unglaublich Positives, weil jede Frage fordert ein weiteres Forschen heraus.
00:13:13.980 --> 00:13:19.140
Speaker 1: Man erhofft sich dann eine Antwort und wächst dadurch, erfährt dadurch mehr.
00:13:19.480 --> 00:13:28.740
Speaker 1: Deswegen denke ich, das Zweifel sind etwas was einen Menschen wachsen lassen Und so habe ich... also durchgab es im Leben Zweifel.
00:13:28.940 --> 00:13:29.040
Speaker 1: Das
00:13:29.100 --> 00:13:30.740
Speaker 2: glaube ich gut nachvollziehen, sehr spannend!
00:13:32.960 --> 00:13:40.740
Speaker 1: Also sicher gab's Zweifeln auch beim Glauben warum das jetzt so mit mir passiert und ich hab mir das doch anders gewünscht.
00:13:41.180 --> 00:13:45.320
Speaker 1: aber dann sagt man sich okay das musste so sein und das hat sicher einen guten Grund.
00:13:45.680 --> 00:13:51.740
Speaker 1: und irgendwann merkt man auch dass wie sich danach das Leben entwickelt hat war wirklich ist gut.
00:13:52.380 --> 00:13:58.040
Speaker 1: Also im Nachhinein erkennt man noch oft, dass der Zweifel, den man gehabt hat, sich jetzt eigentlich aufgelöst.
00:13:59.180 --> 00:14:07.380
Speaker 1: Ich habe immer im Zweifl eine Chance gesehen weiter zu überlegen und voranzuschreiten und nicht alles zu hinterfragen.
00:14:08.800 --> 00:14:19.380
Speaker 1: Und ich sage, ich sehe mich als Mensch auch viel zu klein nur weil mir etwas passiert was ich nicht so einordnen kann das ich sogleich die Religion als ganze in Frage stelle.
00:14:20.520 --> 00:14:27.460
Speaker 2: war eigentlich dieses Talmud-Studium etwas völlig autodidaktisches.
00:14:27.520 --> 00:14:37.220
Speaker 2: Sie haben es alleine gemacht oder hatten sie da auch ein Lehrer, eine ganze Gruppe von Lehrern die sich dann angeleitet und vielleicht sogar auch erst richtig begeistert haben?
00:14:37.380 --> 00:14:46.980
Speaker 2: Oder waren sie eigentlich jemand der sagte ich mit den Büchern entdecke das Richtige und beantwortet mir meine Fragen?
00:14:48.240 --> 00:14:54.140
Speaker 1: Genau also Talmud-Studium an sich braucht eine Gruppe von Leuten.
00:14:54.880 --> 00:14:59.340
Speaker 1: Also wenn man jetzt alleine den Talmud nehmen würde und alleine studieren würde, ist schwer!
00:15:00.300 --> 00:15:05.680
Speaker 1: Es braucht den Austausch mit anderen Studenten es braucht das Gespräch, es braucht ein Lehrer.
00:15:06.100 --> 00:15:15.440
Speaker 1: also der Talmud selbst sogar mit den Kommentaren die existieren weiß sehr viele Lücken auf die nur durch einen Lehrer gefüllt werden können.
00:15:15.880 --> 00:15:28.140
Speaker 1: Also es ist also gar nicht Auto, die dagt, sondern wirklich ich besuchte Vorträge zum Talmutunterricht und konnte mich so in einer Gruppe von Lernenden in den Diskurs einbinden.
00:15:28.560 --> 00:15:29.480
Speaker 2: Ja verstanden, sehr schön!
00:15:30.280 --> 00:15:37.160
Speaker 2: Und jetzt schauen wir mal von den jüdischen Wissenschaften bisschen in die Breite...
00:15:37.440 --> 00:15:48.080
Speaker 0: Genau, also In der Gegenwart ist es ja so, dass viele Wissenschaften ohne den Gottesgedanken mit dem wir uns aus unterschiedlichen Perspektiven beschäftigen.
00:15:48.420 --> 00:15:50.300
Speaker 0: Die kommen ja gut ohne den Gott des Gedanken aus.
00:15:50.380 --> 00:15:58.460
Speaker 0: also zum Beispiel die Biologie, die Physik aber auch philosophische Ethik kann es ohne Gott und versucht das auch ohne Gott.
00:15:59.280 --> 00:16:05.800
Speaker 0: Und deswegen die Frage welche Fragen beantwortet denn überhaupt noch Gott oder der Gedanke?
00:16:09.340 --> 00:16:15.940
Speaker 1: Also ich bin eigentlich davon überzeugt, dass die Wissenschaft Grenzen hat.
00:16:17.140 --> 00:16:21.040
Speaker 1: Grenzen hat in dem was sie erklären können und wollen.
00:16:22.480 --> 00:16:30.560
Speaker 1: Und ich glaube der Glaube an Gott oder das Wissen über Gott beginnt dann wo die Grenzen der Wissenschaft aufhören.
00:16:30.920 --> 00:16:33.040
Speaker 1: Natürlich diese Grenzen verschieben sich einfach.
00:16:33.100 --> 00:16:37.320
Speaker 1: im Mittelalter weiß man weniger Also ist die Grenze woanders.
00:16:37.660 --> 00:16:40.540
Speaker 1: Heute weiß man mehr, also ist die grenze wiederum verschoben.
00:16:41.040 --> 00:16:42.900
Speaker 1: einfach nur das als Beispiel zu geben.
00:16:42.960 --> 00:16:49.080
Speaker 1: ich meine die Wissenschaft kann zum beispiel erklären jetzt das kleinste Teilchen in der Quantenphysik.
00:16:50.320 --> 00:16:53.780
Speaker 1: aber sie können nicht sagen ja warum gibt es zb dieses Teilchen?
00:16:54.320 --> 00:16:56.700
Speaker 1: oder wie weit geht dieses Teilche?
00:16:59.280 --> 00:17:02.200
Speaker 1: Warum kam dieses Teilchen so wie es ist?
00:17:02.660 --> 00:17:05.860
Speaker 1: Warum muss das ein Elektroner, Neutroner im Proton geben.
00:17:06.560 --> 00:17:13.860
Speaker 1: Es gibt verschiedene Fragen die entweder irrelevant für die Wissenschaft sind oder die Wissenschaft diese Frage einfach noch nicht beantworten konnte.
00:17:14.179 --> 00:17:24.000
Speaker 1: und ich glaube in dem Moment wo man immer weiter grübelt und weiter schaut und tiefer in die Materie eindringt dann sagt man okay letztendlich muss es hier einen Schöpfer geben.
00:17:26.220 --> 00:17:28.079
Speaker 1: für mich die logische Schlussfolgerung.
00:17:28.380 --> 00:17:31.920
Speaker 1: Ich weiß, dass viele Menschen dir diese Schlussfolgarung nicht teilen!
00:17:33.300 --> 00:17:37.720
Speaker 1: Aber die haben dann vielleicht auch keine anderen Erklärungen außer das alles Zufall war?
00:17:38.680 --> 00:17:59.320
Speaker 0: Ja ich habe da immer so ein Bild im Kopf, das hatte ich mal in meinem Rally-Unterricht wurde mir das mal erzählt und zwar wenn man sich eine Kette vorstellt oder Perlenkette und jede Perle also so Perlkette als Bild von kausal zusammenhängen Und dann ist sozusagen eigentlich die Gottesfrage, die Frage warum ist diese Kette da und warum wurde sie so aufgezogen.
00:18:00.440 --> 00:18:05.260
Speaker 0: Das war damals zumindest ein sehr gutes Bild dafür.
00:18:05.520 --> 00:18:10.780
Speaker 0: was ich jetzt meine Verstärkung und das was Sie damit sagen wollten.
00:18:11.540 --> 00:18:32.040
Speaker 0: Ich wollte nur fragen, könnte es da nicht die Tendenz geben oder die Gefahr dass man sozusagen Gott auch so ein bisschen als immer dann ins Spiel kommt wenn wir halt nicht wissen also wenn unser Wissen sozusagen noch nicht diese Zusammenhänge erforscht hat weil wir ja schon auch merken okay das Wissen entwickelt sich weiter.
00:18:33.980 --> 00:18:38.140
Speaker 0: Nicht dass Gott sozusagen einen Lückenbüßer wird den man immer dann rausholt wenn man gerade nicht weiter weiß.
00:18:39.360 --> 00:18:40.360
Speaker 0: verstehen Sie was ich meine?
00:18:41.480 --> 00:18:43.040
Speaker 1: Ja, das verstehe ich.
00:18:43.880 --> 00:18:54.140
Speaker 1: Wobei ich glaube in dem Moment sagen wir mal die Wissenschaft kommt eine gewisse Grenze und dann wie Sie sagen man füllt dann die Lücke weil man keine weitere Antwort hat mit Gott.
00:18:54.580 --> 00:19:11.640
Speaker 1: aber ich glaube es wird nicht nur dann eine Lücke gefüllt sondern rückwirkend sagt man dass alles was sich vorher erklärt habe die ganzen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind erfüllt von dieser tiefen Weisheit sondern die füllt eigentlich alle Erkenntnisse, die ich vorher gehabt habe.
00:19:12.280 --> 00:19:19.320
Speaker 1: Also gebe mir ein Beispiel in dem Salmen heißt das Morabuma Asseko Hashem wie groß sind deine Werke Gott?
00:19:19.820 --> 00:19:27.820
Speaker 1: Also hier haben wir einerseits die Werke also die Schöpfung oder was die Wissenschaft erklärt und wir haben auch eine Wertung Rabu diesen Groß.
00:19:29.160 --> 00:19:37.260
Speaker 1: Und ich glaube sobald man in der Tiefe die Erklärung hat dann wertschätzt man auch die Erkenntnisse der Wissenschaft ganz anders ein.
00:19:38.720 --> 00:19:44.520
Speaker 1: Dann ist einfach nicht nur ein Atom einfach existent, sondern es ist eine wunderbare Sache.
00:19:45.000 --> 00:19:47.100
Speaker 1: Man wertet das und man schätzt das!
00:19:48.440 --> 00:19:50.740
Speaker 2: Das ist ne schöner Art des zu denken.
00:19:51.240 --> 00:19:59.280
Speaker 2: Sie sagen vielleicht dann der Naturwissenschaftler, der sagt wieso ist das jetzt hier so geschehen?
00:19:59.320 --> 00:20:03.980
Speaker 2: Was ist da die zugrunde liegende Ursache oder welche Regelmäßigkeit können wir da beobachten?
00:20:04.760 --> 00:20:10.880
Speaker 2: Und der religiöse Mensch die selbe Person sein kann, wie der Naturwissenschaftler.
00:20:11.860 --> 00:20:14.980
Speaker 2: Der staunt und stellt die ganz große Frage.
00:20:15.580 --> 00:20:21.460
Speaker 2: Ist das so ein bisschen das was Sie da gerade angedeutet haben mit dem Salmen Zittal?
00:20:22.480 --> 00:20:23.640
Speaker 1: Ja ja genau!
00:20:24.020 --> 00:20:36.500
Speaker 1: Und wenn er dann zur Erkenntnis kommt dass es alles Teil einer Schöpfung ist für ihn die Wissenschaft eine riesengroße Sache Eine unglaublich beeindruckende Sache.
00:20:37.120 --> 00:20:43.720
Speaker 2: Dann würde ich Sie tatsächlich jetzt nochmal ein bisschen was fragen über das spezifische Jüdische.
00:20:44.300 --> 00:21:25.500
Speaker 2: Wenn wir nicht Juden und Juden uns mit der jüdischen Tradition beschäftigen versuchen, mich nahezu verstehen dann muss zumindest ich sagen Das leuchtet mir oft nicht so ganz ein welcher Art von Begründungen da gegeben werden dass sie studieren das sicher täglich haben vielleicht auch den Eindruck, dass die alltägliche Vernunft, die wir sonst kennen der Vernunft ihrer Tradition nicht richtig entspricht.
00:21:27.100 --> 00:21:32.100
Speaker 2: Würden Sie auch sagen das ist eine andere Form des Denkens?
00:21:34.800 --> 00:21:49.820
Speaker 2: Wenn nämlich das der Fall ist dann würde es mich interessieren ob sie sagen alltägliche von dem traditionell jüdischen Denken Impuls bekommen kann, auch wenn man selber kein Jury ist.
00:21:53.640 --> 00:21:59.180
Speaker 1: Tatsächlich ist es so dass das talmudische Denken ein System ist.
00:21:59.440 --> 00:22:08.200
Speaker 1: Ein System mit Regeln, mit hermeneutischen Regeln und wie man gewisse Verse lesen kann
00:22:08.880 --> 00:22:09.140
Speaker 1: usw.,
00:22:11.540 --> 00:22:16.660
Speaker 1: Was nicht mit Versen zu tun hat, mit Sachen die die Rabbiner festlegen.
00:22:17.300 --> 00:22:36.260
Speaker 1: Und es ist ja so dass das genauso wie wenn wir die historische Wissenschaft nehmen und wir würden die Regeln der historischen wissenschaftlichen Forschung in der Naturwissenschaft anwenden, dann würden wir vielleicht auch gewisse Dinge nicht Schluss folgern können.
00:22:36.380 --> 00:22:37.520
Speaker 1: Umgekehrt auch nicht!
00:22:38.180 --> 00:22:53.220
Speaker 1: Ja das heißt es ist ein System mit Regeln die da existieren und ich glaube diese Regeln anzueignen das Bedarfzeit und das Bedarf eines Studiums dieser Literatur.
00:22:53.880 --> 00:23:12.760
Speaker 1: Und dann sieht man auch die Welt wiederum durch das Prisma dieser Regeln, also zum Beispiel ein Talmudist betrachtet auch die der Welt des Alltäglichen was sie gesagt haben aus seiner Perspektive.
00:23:16.080 --> 00:23:19.520
Speaker 1: Das sind da Fragen und vielen Möglichkeiten.
00:23:20.320 --> 00:23:48.960
Speaker 1: Und der vielen möglichen Antworten, die es hat... Also das ist so dass vielleicht die talmudische Logik... Mir schwer zu sagen weil ich betrachte subjektiv nicht objektiv aber wenn ich subjektive die Welt betracht mit den Regeln, die ich aus dem Talmudstudium kenne dann sehe ich eine Welt oder ein Alltag eine Vielfalt an Varianten gibt, wie ich Menschen interpretieren kann.
00:23:49.040 --> 00:23:52.400
Speaker 1: Wie ich Situationen interpretieren und Handlungen interpretiere.
00:23:53.280 --> 00:23:55.120
Speaker 1: Ich glaube das stammt aus dem Talmud-Studium.
00:23:57.940 --> 00:24:00.540
Speaker 2: Das hört sich als richtig aufregend an.
00:24:02.080 --> 00:24:03.800
Speaker 2: Fällt Ihnen ein Beispiel ein?
00:24:04.980 --> 00:24:13.760
Speaker 2: Also jetzt haben Sie gerade zum Beispiel gesagt... Ich kann damit Menschen auch anders sehen, wenn ich es richtig verstanden habe.
00:24:13.820 --> 00:24:16.760
Speaker 2: Ich kann Menschen damit auch anders einschätzen.
00:24:19.540 --> 00:24:23.260
Speaker 2: Können Sie dazu noch ein bisschen was genauer sagen, dass wir uns besser vorstellen können?
00:24:24.220 --> 00:24:36.780
Speaker 1: Ja klar also wenn man jeden Tag Talmut studiert ist man daran gewöhnt einen Text zu sehen wo verschiedene Ansichten auf denselben Fers zum Beispiel geäußert werden.
00:24:37.340 --> 00:24:54.500
Speaker 1: Und dann denkt man darüber nach, wieso sagt er so und er so... Wenn man damit Menschen zu tun hat im Alltag Dann von vornherein ist man wie vorprogrammiert, wie vorbereitet sich zurückzulehnen und zu sagen Schau ich habe hier drei vier verschiedene Ansichten.
00:24:54.540 --> 00:25:04.140
Speaker 1: Und bevor ich meine Meinung irgendwie durchpusche oder gar nicht mal die anderen anhöre dann bin ich automatisch viel offener auf den Dialog.
00:25:05.360 --> 00:25:11.940
Speaker 1: Also automatisch merke ich, dass das Ohr hat etwas gesagt und ich will das nachvollziehen.
00:25:12.240 --> 00:25:13.260
Speaker 1: Ich will das mehr verstehen.
00:25:13.300 --> 00:25:15.540
Speaker 1: Ich werde es mehr fragen was meinst du denn genau?
00:25:16.720 --> 00:25:21.820
Speaker 1: Da ist man mehr dran Dinge aus verschiedenen Seiten verstehen zu wollen.
00:25:23.600 --> 00:25:32.120
Speaker 2: Man kann sich besser in andere hineindenken weil man ständig diese unterschiedlichen Stimmen verarbeitet.
00:25:32.180 --> 00:25:32.900
Speaker 2: Kann man das so sagen?
00:25:33.880 --> 00:25:34.720
Speaker 1: Ja, auf jeden Fall.
00:25:35.720 --> 00:25:53.640
Speaker 1: Wenn ich die angehenden Rabbiner unterrichte ist ein Teil des Rabbinats auch die Seelsorge und da ist natürlich das extrem wichtig dass sich einfühlen in die Seite der Person die gerade die seelsorge sucht und sein oder ihre Perspektive zu verstehen und nachzuvollziehen.
00:25:54.120 --> 00:26:03.760
Speaker 1: Und ich glaube wenn man da wie so geübt ist in dem Allein durch das Studium, das Tal, wo durch dieses System da ist, ist es hilfreich auch im Alltag.
00:26:06.940 --> 00:26:14.640
Speaker 2: Ist das eine Art von vielleicht schon zu unentschiedener Toleranz?
00:26:14.800 --> 00:26:18.540
Speaker 2: Es gibt ja noch diese Witze der hat Recht und er hat recht.
00:26:19.720 --> 00:26:25.660
Speaker 2: oder gibt's dann auch von Seiten des Rabbiners manchmal ne klare Ansage nein!
00:26:27.640 --> 00:26:30.120
Speaker 1: Ja, das ist eine sehr gute Frage.
00:26:30.540 --> 00:26:35.660
Speaker 1: Ich sag mal so... Sie haben recht und ich hab Recht!
00:26:41.720 --> 00:26:49.500
Speaker 1: Was ich sage, sagen wir mehrere Ansichten aber wir müssen ja letztendlich eine Entscheidung treffen.
00:26:49.640 --> 00:26:52.020
Speaker 1: Irgendwas muss hier entschieden werden.
00:26:53.360 --> 00:26:59.380
Speaker 1: Und wenn dann etwas entschieden wird oder es gibt wie eine klare Linie, das muss so getan werden.
00:27:00.400 --> 00:27:13.720
Speaker 1: Wenn man diese Linie dann folgt heißt es nicht dass die anderen im Unrecht waren sondern als einfach man hat sich für die beste Option in dieser Situation entschieden aber die Anderen behalten weiter ihre Gültigkeit.
00:27:16.420 --> 00:27:18.360
Speaker 1: Das Eine schließt nie das andere aus.
00:27:20.560 --> 00:27:33.660
Speaker 2: Aber frage ich nochmal Es gibt auch Meinungen, die wirklich grundfalsch sind und die Notwendigkeit bei bestimmten Handlungsoptionen.
00:27:34.080 --> 00:27:35.320
Speaker 2: Nein zu sagen oder?
00:27:37.040 --> 00:27:42.320
Speaker 1: Auf jeden Fall auf jeden fall das ist so aber nur in dieser Situation und diesem Kontext.
00:27:42.800 --> 00:27:57.660
Speaker 1: Das heißt es gibt Es gibt nie eine handlung Die im Grunde genommen Hundert prozent falsch sein kann Sondern sie kann nur falsch sein in diesem kontext in der sie gerade gehandhabt wird.
00:27:57.720 --> 00:28:02.480
Speaker 1: Aber etwas Absolutes, das Einzige was absolut ist im Judentum ist Gott.
00:28:02.980 --> 00:28:04.560
Speaker 1: Sonst ist nichts anderes absolut.
00:28:06.600 --> 00:28:08.060
Speaker 2: Vor allem kein Nein, na wie schön!
00:28:09.900 --> 00:28:18.540
Speaker 2: Jetzt haben Sie schon angedeutet Ihre Erfahrung als Lehrer von werdenden Rabbinern.
00:28:19.740 --> 00:28:24.940
Speaker 2: Sie sind ja aber auch Lehrer von Schülerinnen und Schülern in der jüdischen Schule.
00:28:25.240 --> 00:28:28.720
Speaker 2: Da würden wir gerne noch was von Ihnen erfahren.
00:28:29.380 --> 00:28:40.800
Speaker 0: Also eine Frage, die so ein bisschen auch auf Ihre Erfahrung abzielt und zwar jetzt im Gespräch mit jungen Menschen oder auch in der Seelsorge mit jengen Menschen aus Ihrer Gemeinde.
00:28:42.140 --> 00:28:43.340
Speaker 0: Wie beobachten Sie das?
00:28:43.420 --> 00:28:44.400
Speaker 0: Oder erfahren sie dass?
00:28:46.580 --> 00:28:58.520
Speaker 0: zählen da jetzt Vernunft Argumente besonders viel in so einem Glaubensprozess bei einem jungen oder ist es eigentlich gar nicht so relevant, wie... ja.
00:28:59.120 --> 00:29:04.460
Speaker 0: Wie ist da ihr Erfahrungswert wenn Sie junge Menschen begleiten?
00:29:06.020 --> 00:29:12.960
Speaker 1: Also ich glaube das Schlüssel im Prinzip zu jedem Menschen ist seine Emotion.
00:29:13.780 --> 00:29:18.320
Speaker 1: Das heißt sei es junge Menschen, sei es ältere Menschen spielt eigentlich keine Rolle.
00:29:19.120 --> 00:29:30.640
Speaker 1: Wenn die Leute sich aufgehoben und wohl in einer Gemeinschaft fühlen, sei es eine Gemeinsschaft eines kleinen Unterrichts oder einer Gemeinde.
00:29:31.400 --> 00:29:40.280
Speaker 1: Dann ist das der Moment wo man auch Glaubensinhalte vermitteln kann.
00:29:40.960 --> 00:29:47.280
Speaker 1: aber sobald es keine emotionale Bindung gibt dann helfen die besten Argumente nicht viel.
00:29:48.620 --> 00:29:55.240
Speaker 1: Ja und das ist meine Erfahrung, dass also auch Sonders mit Jugendlichen die noch vielleicht mehr Emotionen brauchen.
00:29:55.700 --> 00:30:04.140
Speaker 1: Dass sobald man auf einer emotionalen Ebene sie erreicht hat dann sind sie auch bereit mehr über Glaube zu lernen.
00:30:04.400 --> 00:30:06.020
Speaker 0: Das finde ich total interessant, dass Sie das sagen!
00:30:06.200 --> 00:30:17.400
Speaker 0: Also ein schöner Satz der Schlüssel ist die Emotion weil das ja eigentlich auch so bisschen dann erstmal zeigt, okay es geht erst mal darum dass ein Mensch sich ja angenommen fühlt.
00:30:19.040 --> 00:30:25.640
Speaker 0: So wie er ist und dann kann er sich sozusagen auch diesem ganzen Wissensschatz vielleicht erst so richtig öffnen oder so richtig zuhören.
00:30:25.700 --> 00:30:26.680
Speaker 0: was liegt da eigentlich drin?
00:30:27.540 --> 00:30:36.080
Speaker 0: Und auch wenn er das Gefühl hat vielleicht auch, weil diese Vielfalt der Perspektiven so konstitut... ist in einem Teilmut Studium.
00:30:36.120 --> 00:30:42.340
Speaker 0: also habe ich jetzt gerade verstanden, dass sozusagen er auch oder sie schon sehr stark das Gefühl benötigt.
00:30:42.880 --> 00:30:48.140
Speaker 0: Ich will meine Perspektive kommen hier vor um dann sich dem Wissenschatz zu nähern.
00:30:49.160 --> 00:30:50.420
Speaker 1: Ja genau, genauso ist
00:30:50.800 --> 00:30:50.820
Speaker 0: es.
00:30:51.580 --> 00:30:51.780
Speaker 0: Herr Prof.
00:30:51.980 --> 00:30:53.260
Speaker 0: Kahnert Sie hatten auch noch eine Frage?
00:30:54.640 --> 00:31:08.040
Speaker 2: Also ich wollte nur nochmal fragen heißt das eigentlich die Argumente sind was nachträgliches dieses Gefühl, ich möchte dazu gehören.
00:31:08.100 --> 00:31:42.820
Speaker 2: Die Freude an der Gemeinschaft bewirkt eigentlich die Entscheidung schon und die Argumente sind dann nur um meine eigenen Fragen weiter nachher zu beantworten und die Fragen von anderen Menschen also dass man eigentlich zum Glauben nicht durch die Vernunftgründe kommt sondern Gemeinschaftsempfindung und das Begründungsgeschehen eigentlich dann nur nachträglich Eintritt ist.
00:31:43.180 --> 00:31:45.340
Speaker 2: Ist es Ihre Erfahrung oder auch Ihr
00:31:46.380 --> 00:31:47.240
Speaker 1: Leer Prinzip?
00:31:47.700 --> 00:31:48.440
Speaker 1: Ja, genau!
00:31:49.320 --> 00:32:04.600
Speaker 1: Es ist definitiv meine Erfahrung und es ist auch also meine Erfahrung in verschiedenen... Also ich war selber knapp zehn Jahre Rabbine einer Gemeinde vor zwei Jahren in die Pädagogik gewechselt.
00:32:05.280 --> 00:32:34.920
Speaker 1: Also, von daher kann ich sagen aus der Gemeindearbeit, aus der schulischen Arbeit sehe ich dass die meisten sag' ich mal Verbindungen zu Menschen geschaffen worden sind auch auf intellektueller Basis wenn die Emotion gestimmt hat und ähm... Ich seh das ja bei Lehrern in der Schule Die erfolgreichsten Lehrer sind nicht diejenigen die das meiste Wissen haben Sondern die erfolgreichsten Lehrer bei uns zumindest in der Schule sind diejenigen, die die Kinder emotional erreichen.
00:32:36.100 --> 00:32:40.680
Speaker 1: Und daran erinnern sich am Ende auch die Kinder, wenn man sich an jedes Detail der Schulzeit erinnert.
00:32:40.720 --> 00:32:43.140
Speaker 1: aber sie wissen mit dem habe ich es wirklich gut gehabt.
00:32:43.180 --> 00:32:45.720
Speaker 1: Der war wirklich lustig oder der war wirklich nett.
00:32:45.860 --> 00:32:52.440
Speaker 1: und also all diese Begriffe der Emotion da ist etwas was uns hilft zu lernen.
00:32:56.040 --> 00:32:57.040
Speaker 1: Das sind ja sehr spannend.
00:32:57.860 --> 00:33:00.080
Speaker 2: Genau das braucht eine gute Atmosphäre.
00:33:01.240 --> 00:33:10.800
Speaker 2: Sonst kann auch kein Neuerkenntnis wirklich die Schülerinnen und Schüler so erreichen.
00:33:10.880 --> 00:33:14.000
Speaker 2: Dann ist es eben keine Erkenntnis, sondern nur eingetrichtert, denke ich.
00:33:15.440 --> 00:33:42.920
Speaker 2: Also Ravina Baumel wir wollen sie ja nicht nur hier ausquetschen und von ihnen da alles hören was uns selber interessiert, sondern wir wollen ja dass das auch ein Gespräch ist keine Einbahnstraße, deswegen gerne wenn Sie uns was fragen wollen sind wir gespannt auf Ihre Fragen und zittern ob wer sie diese Fragen dann auch wirklich beantworten können.
00:33:43.020 --> 00:33:46.440
Speaker 2: Was fällt Ihnen denn ein oder verschontet?
00:33:47.960 --> 00:34:04.300
Speaker 1: Ja also mich würde zum Beispiel interessieren das Spannungsfeld zwischen Kirche als eigentlich mal geistliche Obrigkeit und den persönlichen Glauben des Menschen.
00:34:04.900 --> 00:34:10.440
Speaker 1: Ob es damals so zu widersprüchen kommen kann, wo der Mensch sagen kann, aber ich möchte das so glauben.
00:34:11.199 --> 00:34:14.120
Speaker 1: oder muss der Mensch so glauben wie das die Kirche vorgibt?
00:34:16.340 --> 00:34:18.779
Speaker 1: Oder gibt überhaupt die Kirch hervor, wie man zu glauben hat?
00:34:19.359 --> 00:34:21.819
Speaker 2: Ja also das würde ich schon sagen.
00:34:21.880 --> 00:34:32.880
Speaker 2: Also sie sagt eben gerade die Katholische Kirche, sagt schon katholisch zu leben und katholisch zu glauben, sieht folgendermaßen aus.
00:34:35.120 --> 00:34:37.040
Speaker 2: Nur wie geht man damit um?
00:34:37.420 --> 00:34:46.400
Speaker 2: Ich sage es erstmal von mir persönlich ich höre und lese was die Kirche da vorliegt schon mit einem Wohlwollen.
00:34:47.159 --> 00:35:04.620
Speaker 2: aber ich merke auch manchmal liebe Kirche was du doch eigentlich immer vermitteln willst ist diese herausfordernde und befreiende Weisheit, die durch das Evangelium.
00:35:05.160 --> 00:35:10.720
Speaker 2: Also die frohe Botschaft, die in der Heiligen Schrift bezeugt ist uns geschenkt wird.
00:35:10.820 --> 00:35:33.940
Speaker 2: und wenn du liebe Kirche an manchen Stellen diese Freude des Evangeliums In deiner Lehre und in deinem Leben nicht vermittelt dann würde ich auch sagen also das verpflichtet auch die Menschen dazu sagen, liebe Kirche ich gehöre zu dir aber da müssen wir uns gemeinsam noch weiterentwickeln.
00:35:34.000 --> 00:35:42.640
Speaker 2: Ja also wie zum Beispiel der Papst Franziskus, der selber dieses Wort ja auch geprägt hat von der Freude des Evangeliums das war sein erstes großes Schreiben.
00:35:43.840 --> 00:36:01.580
Speaker 2: Der hat dann im Laufe der Zeit gesagt dass was in dem Buch der katholischen Lehre steht im Katichismus es muss an manchen Stellen noch weiter entwickelt werden und Dann steht zb seit Papst Fransiskus in diesem Buch, das halt nie feststeht jetzt auch drin.
00:36:02.120 --> 00:36:05.000
Speaker 2: Todesstrafe wird grundsätzlich abgelehnt.
00:36:05.060 --> 00:36:18.740
Speaker 2: vorher gab so Einschränkungen ja sollte man nicht und jetzt nein gehört nicht zum katholischen Glauben im Gegenteil zur Katholischen Morallehre gehört die Ablehnung der Todesstrafe.
00:36:18.820 --> 00:36:33.220
Speaker 2: also da müssen wir einfach die Kirche nicht als unser Gegenüber sehen sondern als eine Gemeinschaft Mir natürlich etwas sagt, aber zu der ich genauso sprechen kann weil ich dazugehöre.
00:36:35.560 --> 00:36:36.640
Speaker 0: Ja das würde ich auch so sehen.
00:36:36.700 --> 00:36:46.900
Speaker 0: also ich sehe die Kirche jetzt auch nicht als Gegenüber zu dem Ich mich verhalten muss als Katholiken oder auch als Theologen sondern ich bin ja Teil der Kirche.
00:36:47.180 --> 00:37:00.940
Speaker 0: Also ich finde was sagen dass Einzigartig ist katholisch zu sein, dass man eben ein Teil dieser Gemeinschaft ist und diese Gemeinsschaft eine große Vielfalt auszeichnet.
00:37:02.160 --> 00:37:09.540
Speaker 0: Die sich durch die Zeit also bewahrt und gleichzeitig aber auch viel gestaltig entwickelt.
00:37:09.680 --> 00:37:19.960
Speaker 0: Und ich glaube in dieser Spannung steht man sozusagen ein bisschen als Katholik, dass man so das Gefühl hat, ah das ist ja so starr oder man könnte vielleicht auch von außen das Gefühl haben es ist eine sehr starre Institution.
00:37:20.920 --> 00:37:28.860
Speaker 0: Ich würde es gar nicht so sehen weil wenn man sich dann näher mit dieser Institution und auch mit der katholischen Kirche beschäftigt dann sieht man auch das.
00:37:28.900 --> 00:37:42.440
Speaker 0: sozusagen gibt, also auch eine starke Entwicklung die gar nicht jetzt irgendwie als große Gefahr gesehen werden muss sondern eigentlich als Bereicherung.
00:37:42.960 --> 00:38:01.460
Speaker 0: Als die Fähigkeit sich sozusagen in der Gegenwart zu aktualisieren und auf die Sorgen- und Nöte der Katholikinnen und Katholiken aber auch sozusagen der Welt einzugehen und damit im Dialog und Gespräch zu sein was nun mal bedeutet dass da ne Wechselwirkung entsteht und deswegen auch sich etwas entwickelt.
00:38:02.920 --> 00:38:10.520
Speaker 0: Und es gibt so ein Begriffding, also man kann sich vielleicht so vorstellen als wenn man irgendwie getauft ist.
00:38:11.040 --> 00:38:24.880
Speaker 0: Ist man sozusagen eigentlich Teil von dieser Bewegung und von daher ist Kirche für mich jetzt nicht so ein Statist gegenüber der Gegend was da irgendwelche Lehrtexte veröffentlicht.
00:38:26.880 --> 00:38:31.600
Speaker 0: sondern ich bin Teil davon und kann das ja auch mit gestalten.
00:38:32.480 --> 00:38:32.680
Speaker 0: Also
00:38:33.560 --> 00:38:39.040
Speaker 2: gerne mal Raby Bauml gefragt, leuchtet Ihnen das ein oder würden Sie da sogar sagen?
00:38:41.420 --> 00:38:42.880
Speaker 2: Kann ich gar nicht nachvollziehen oder so?
00:38:44.200 --> 00:38:45.560
Speaker 1: Doch es ist sehr verständlich.
00:38:45.640 --> 00:38:55.920
Speaker 1: doch also ich finde dass ja das fand ich noch sehr gut dass man die Teil der Gemeinde sind sie auch mitgestaltet habe ich richtig verstanden.
00:38:59.700 --> 00:39:12.440
Speaker 2: Wir haben auch die Aufgabe, rückzumelden wo die Lehre, die so im Moment formuliert wird nicht mehr oder noch nicht der freudigen Fülle des Evangeliums entspricht.
00:39:12.500 --> 00:39:27.020
Speaker 2: ja also das geht dann nicht nur auf die Gemeinde wie ich jetzt vor Ort die Kirche lebe und mich da engagiere sondern auch darum dass wir sagen Liebe große weltweite Gemeinschaft.
00:39:27.960 --> 00:39:36.240
Speaker 2: Das und das kann man doch noch besser, um Jesus gemäßer leben und
00:39:36.300 --> 00:39:36.660
Speaker 2: lehren.".
00:39:38.040 --> 00:39:48.500
Speaker 0: Und ich glaube auch gerade gibt es ja auch einen großen Betonung des Prinzipes Synodalität also wirklich auch den Glaubenssinn der Gläubigen ernst zu nehmen.
00:39:48.560 --> 00:39:53.760
Speaker 0: und jetzt wird mehr darüber nachgedacht in welchen Strukturen kann man ihn eigentlich noch besser artikulieren?
00:39:54.480 --> 00:39:55.600
Speaker 0: und sozusagen mehr hören.
00:39:56.360 --> 00:40:09.940
Speaker 0: Und da versuchen wir gerade in der katholischen Kirche zu schauen, wie können wir eigentlich den Glaubenssinn der Gläubigen von allen Katholiken auch wirklich einen Resonanzraumkirche geben?
00:40:10.040 --> 00:40:11.720
Speaker 0: Dass die da alle irgendwie vorkommen!
00:40:13.180 --> 00:40:16.940
Speaker 0: Genau das hat Papst Franziskus begonnen und dieser Prozess ist jetzt im Gange.
00:40:18.060 --> 00:40:21.880
Speaker 0: Das ist ja auch ganz interessant dass man das weltweit tut.
00:40:22.620 --> 00:40:25.640
Speaker 0: Auch eine große Aufgabe Aber ich glaube, das lohnt sich.
00:40:26.960 --> 00:40:27.520
Speaker 1: Okay.
00:40:28.300 --> 00:40:30.700
Speaker 2: Barmel, wollen Sie noch was anderes fragen?
00:40:31.420 --> 00:40:32.000
Speaker 2: Gern los!
00:40:34.260 --> 00:40:49.940
Speaker 1: Noch eine Frage und das beschäftigt mich auch als jüdischen Menschen ist so die Entwicklung der westlichen Welt Richtung einer Art extremen Secularismus.
00:40:50.820 --> 00:41:03.200
Speaker 1: Und einerseits... Aber andererseits hat diese säkulare westliche Welt schon viele Werte, die sie als eigene Werte bezeichnet.
00:41:05.180 --> 00:41:10.760
Speaker 1: Ich habe jetzt zehn Gebote als Beispiel, die sich in den Zehn Geboten wiederfinden.
00:41:11.740 --> 00:41:33.400
Speaker 1: und was mich aber sehr stört persönlich ist dass man so tut, als hätte man all diese Werte selber erfunden vor hundertfünfzig Jahren und streitet irgendwie jegliche Verbindung zu einem religiösen Hintergrund ab, sodass man so ganz klar trennt zwischen religiös und säkular.
00:41:33.820 --> 00:41:48.200
Speaker 1: Aber im Prinzip wenn viele Werte der säkularen Gesellschaft ihren religiosen Kern haben aus der Bibel heraus dann müssten ja viele sekolare Menschen eigentlich religiös denken in dem Sinne, außer dass sie einfach vielleicht Gott ausklammern.
00:41:48.700 --> 00:42:05.040
Speaker 1: Aber das Wertesystem an sich ist ein religiöses und ich frage mich dann einfach wie Sie als Kirche oder als Katholiken umgehen mit so Menschen die dann sagen nein es sind unsere neuen modernen Werte und man lädt dann eigentlich den Ursprung ab.
00:42:05.440 --> 00:42:17.020
Speaker 1: Das ist wie eine Art ja eigentlich nicht redliche Geschichtswiedergabe auf eine gewisse Art und Weise, wenn ich das jetzt so leicht werten kann.
00:42:17.200 --> 00:42:17.260
Speaker 1: Ja
00:42:17.860 --> 00:42:42.880
Speaker 2: okay, also ich muss sagen, ich stimme nicht ganz mit ihrer Geschichte der westlichen Werte überein, weil die zehn Gebote sind ja doch nun so grundlegend und allgemein dass man das was in den zehn geboten gesagt ist eigentlich jeder Weltgesellschaft irgendwie auch findet.
00:42:42.920 --> 00:42:45.360
Speaker 2: Du sollst nicht töten, du sollst nichts stehlen.
00:42:45.840 --> 00:43:00.080
Speaker 2: was uns als westliche Gesellschaften ausmacht kann man in unseren heiligen Schriften jüdischer muslimischer und christlicherseits sicher auch finden.
00:43:00.200 --> 00:43:12.120
Speaker 2: aber ich würde eher sagen das kann man auch im lichte dessen westlichen Welt der letzten Jahrhunderte geschehen ist, erst so deutlich erkennen.
00:43:12.240 --> 00:43:35.120
Speaker 2: Also diese dienende demütige andere Anerkennende suche nach einem gemeinsamen Weg also dieses wirklich auch warmherzige was über meinen eigenen Egoismus hinausgeht.
00:43:35.160 --> 00:43:37.980
Speaker 2: das kann man jetzt in den zehn Geboten.
00:43:38.040 --> 00:43:41.840
Speaker 2: meint sie achten es noch nicht so finden, in unseren Traditionen schon.
00:43:42.040 --> 00:44:03.000
Speaker 2: Aber also ich glaube das ist da immer einen Austausch gegeben hat dass Menschen die Religionen hier auch besonders im Westen oft zu Recht kritisiert haben und Fragen gestellt haben und Herausforderungen dargestellt haben aus denen wir weiter lernen mussten.
00:44:03.140 --> 00:44:16.540
Speaker 2: und so ist es eigentlich nicht Wir hatten's schon immer Und ihr habt es jetzt übernommen, sondern ich würde eher sagen da ist ein ständiges Gespräch von geben und nehmen.
00:44:16.700 --> 00:44:28.280
Speaker 2: Von gegenseitiger Korrektur und dem Hoffnung miteinander die Welt gestalten zu können auch über die Grenzen der Traditionen und Überzeugung hinaus.
00:44:28.580 --> 00:44:34.440
Speaker 2: Ich würde aber vielleicht nochmal auch fortan fragen ob haben Sie noch eine andere Sicht auf die Frage?
00:44:34.520 --> 00:44:37.880
Speaker 2: Vielleicht habe zu weit
00:44:38.460 --> 00:44:38.800
Speaker 0: gegangen.
00:44:39.960 --> 00:44:59.020
Speaker 0: Ich sehe das auch ähnlich, also ich glaube auch dass religiöse Tradition oder jetzt besonders die christliche katholische ist ja sozusagen auch in Wechselwirkung und in Kontakt mit anderen Traditionen.
00:44:59.180 --> 00:45:11.000
Speaker 0: und genau deswegen kann ich es nicht als isolierte Größe sehen sondern Genau, sondern glaube dass das ja nicht so isoliert betrachtet werden kann.
00:45:12.240 --> 00:45:32.660
Speaker 0: Was ich vielleicht bei ihrem Gedanken kam mir noch in den Kopf was ich verstehen kann ist dieser Gedanke wenn man Menschen trifft vielleicht in Europa die Manchmal, wo man manchmal so gerade als religiöser Mensch, wo jetzt man sich auch sehr viel mit Religionen beschäftigt und sehr viel darüber nachdenkt.
00:45:33.900 --> 00:45:51.440
Speaker 0: Und dann merkt man so eine richtig, ja schon ein bisschen sehr kritisch halte gegenüber religiösen Leben an sich dass das soweit weg ist von der Lebensrealität dass es sehr negativ konnotiert ist.
00:45:51.620 --> 00:46:02.200
Speaker 0: Und das finde ich irgendwie auch... kritisch und würde mir sozusagen, da kommt mir Ihr Satz in den Sinn verpflichtet zu wissen das Gott existiert.
00:46:03.040 --> 00:46:22.200
Speaker 0: Finde ich auch gerade als Bürger einer Demokratie sehr wichtig zu akzeptieren dass es eben auch Bürger gibt die an Gott glauben und die dann eben die zehn Gebote für in ihrem Denk- und Glaubenssystem anders konnotieren und verorten Als Bürger die das nicht tun und das ist ja auch total legitim nicht so glauben.
00:46:22.740 --> 00:46:24.580
Speaker 0: Aber es ist eben genauso legitim das zu tun.
00:46:24.700 --> 00:46:32.880
Speaker 0: und deswegen finde ich, ist man als Bürgerverpflichtet zu wissen dass es eben auch Menschen gibt die glauben das Gott existiert.
00:46:32.960 --> 00:46:37.260
Speaker 0: Und dass man damit sich sozusagen positiv konstruktiv mal auseinandersetzt.
00:46:38.040 --> 00:46:57.620
Speaker 2: Ja und ich meine sogar vielleicht in einer Baumel sie würden's genau so fragen was wären jetzt nochmal das plus denn darüber hinaus was menschen in einer religiösen Tradition stehen und leben, aus ihr heraushandeln.
00:46:58.160 --> 00:47:06.320
Speaker 2: Was haben die denn über Mitglieder der säkularen Gesellschaft zu dem wir nun mal gehören?
00:47:07.720 --> 00:47:08.120
Speaker 2: Hinaus!
00:47:09.140 --> 00:47:31.500
Speaker 2: Und das ist mir so in den letzten Jahren – übrigens gerade in der Corona-Zeit – sehr klar geworden dass wir jüdischer Christlicher Auch islamischerseits, immer sagen können wir gehören außer zu dieser gemeinsamen Geschichte unseres Landes und des Westens usw.
00:47:32.440 --> 00:48:01.720
Speaker 2: Wir gehören noch zu einer anderen Geschichte Und diese andere Geschichte beheimatet mich nochmal anders und gibt mir nochmal eine kritische Befreiende Distanz regt auch die Fantasie und auch unsere Bereitschaft über unsere Anlagen und Triebe hinauszugehen so schön, befreiend an.
00:48:02.600 --> 00:48:10.260
Speaker 2: Also man steht dann immer wieder wenn man als religiöser Mensch lebt in diesem anderen Kontext.
00:48:10.500 --> 00:48:19.320
Speaker 2: deswegen spreche ich jetzt auch immer davon dass unsere religiöse Zugehörigkeit eine Rekontextualisierung ist.
00:48:19.360 --> 00:48:29.960
Speaker 2: Ich komme da wieder in diesen alten Kontext hinein Lebenszusammenhang und Deutungshorizont hinein, Rekontextualisierung.
00:48:30.340 --> 00:48:46.300
Speaker 2: Deswegen fand ich das schon auch wichtig dass sie als religiöser Mensch fragen seht ihr eigentlich woher das kommt was uns heute so selbstverständlich in unseren Gesellschaften ist?
00:48:47.900 --> 00:48:50.260
Speaker 0: noch mal eine Abschluss-Frage.
00:48:51.840 --> 00:49:06.600
Speaker 0: Was würden sie vielleicht auch sehr konkret, sind ja auch in Arabien an der Gemeinde und wenn da jemand auf Sie zukommt und sagt Ja also ich würde total gerne irgendwie glauben und irgendwie geht's aber nicht.
00:49:06.700 --> 00:49:17.900
Speaker 0: Also es ist einfach so sehr stark diesen konflikt, möglichen Konflikt zwischen Glaube und Vernunft für sich irgendwie identifiziert und so dazwischen steht.
00:49:17.980 --> 00:49:21.220
Speaker 0: Und nicht so richtig weiß wie geht das in beides zusammen?
00:49:21.320 --> 00:49:27.580
Speaker 0: Was würden Sie dem sagen wenn der so dieses Spannungsfeld Ihnen skizziert?
00:49:30.660 --> 00:49:37.860
Speaker 1: Also zunächst mal würde ich dieser Person sagen dass es ist ein Prozess ein gläubiger zu werden.
00:49:38.720 --> 00:49:47.580
Speaker 1: Das heißt es geht nicht von heute auf morgen Und auch Leute, die gläubig sind wachsen und fallen und wiederwachsen in ihrem eigenen Glauben.
00:49:47.640 --> 00:49:48.920
Speaker 1: Das ist ein Lebensprozess!
00:49:49.400 --> 00:49:56.480
Speaker 1: Also wenn er jetzt nicht in der Lage ist diesen Glaubens zu finden dann heißt es nicht dass er morgen nicht an der Lage sein wird auszufinden.
00:49:56.520 --> 00:50:03.720
Speaker 1: Das heißt man grundsätzlich ihn bisschen so vorzubereiten wie er sich da einstellen soll.
00:50:04.960 --> 00:50:15.860
Speaker 1: Wenn's um einen praktischen Tipp geht Dann würde ich ihm sagen das Aus jüdischer Sicht ist Glaube etwas, was sich aus dem Handeln entwickelt.
00:50:16.560 --> 00:50:30.600
Speaker 1: Das bedeutet Sie wissen ja das das Judentum ist eine sehr eine Halacharelegion d. h., es gibt so viele Gesetze Gehe und Verboote Was man tun und nicht tun soll usw.
00:50:31.440 --> 00:50:44.780
Speaker 1: Und ich sage immer dass das Beginn zu handeln sogar wenn du noch nicht ganz glaubst Und das stetige Handeln würde dich zum Glauben führen und nicht umgekehrt.
00:50:46.540 --> 00:51:08.460
Speaker 1: Ich gebe mal ein Beispiel, sagen wir jemand will beim Herzig sein und er will so die Eigenschaft der beim Herzigkeit in sich entwickeln dann ist es aus jüdischer Sicht zumindest nicht so dass er sich hinsetzt und sagt okay ich werde jetzt beim herzig sondern das ist mehr so dass sie anfängt zu geben und zu handeln, um zu tun.
00:51:09.700 --> 00:51:15.440
Speaker 1: Und seine Handlungen werden dann innerlich zu einem beim herzigen Menschen machen.
00:51:15.900 --> 00:51:21.880
Speaker 1: Genauso wenn ein Mensch Glaube lebt, ist es etwas was sein Glauben auch innerlich entwickeln wird.
00:51:23.680 --> 00:51:33.220
Speaker 1: Wie gesagt, wir Menschen können immer wieder Zweifel haben an uns... am Glaube, am Wissen an Gott.
00:51:33.300 --> 00:51:37.740
Speaker 1: Vielleicht haben wir heute etwas wissen wie er heute mehr und morgen weniger oder übermorgen wieder mehr.
00:51:38.260 --> 00:51:54.100
Speaker 1: aber die Halachaf verpflichtet den jüdischen Menschen zu tun und jeden Tag zu tun, um in der Hoffnung dass das ihnen stärken wird in seinem Glauben ich hoffe ich konnte das so klar zum Ausdruck bringen
00:51:54.500 --> 00:51:55.120
Speaker 2: ja auf jeden Fall
00:51:56.560 --> 00:51:57.420
Speaker 0: spannend also.
00:51:58.320 --> 00:52:06.320
Speaker 0: Handeln ist sehr wichtig, um den Glaubensprozess zu starten und zu pflegen.
00:52:06.580 --> 00:52:11.040
Speaker 0: Und nicht zu schnell verzweifeln, wenn es auch mal Duschstrecken gibt
00:52:12.260 --> 00:52:12.460
Speaker 1: diesen
00:52:12.600 --> 00:52:15.280
Speaker 0: Part of the game sozusagen oder einfach dazu.
00:52:17.100 --> 00:52:21.300
Speaker 2: Ravina Baumel sie machen uns eine riesige Freude das merken Sie?
00:52:21.420 --> 00:52:26.580
Speaker 2: Es ist ein wirkliches Vergnügen mit ihnen zu sprechen, auch zu diskutieren.
00:52:28.240 --> 00:52:36.940
Speaker 2: So viel Erfahrung und Sie haben da auch so viel Kenntnis uns jetzt vermittelt, aber ich weiß sie haben auch soviel zu tun.
00:52:38.100 --> 00:52:44.260
Speaker 2: Deswegen lassen wir sie jetzt gehen und sagen einfach ganz herzlichen Dank!
00:52:45.740 --> 00:52:50.820
Speaker 1: Okay sehr gerne, ich danke Ihnen und habe mich sehr gefreut.
00:52:51.100 --> 00:52:55.980
Speaker 1: Also ein sehr spannender und interessanter Austausch.
00:52:56.040 --> 00:52:56.720
Speaker 1: Vielen vielen Dank!
00:52:57.280 --> 00:52:57.900
Speaker 0: Danke schön!
00:52:58.540 --> 00:52:59.680
Speaker 1: Danke, tschüss.
00:53:02.660 --> 00:53:03.280
Speaker 0: Alles klar?
00:53:18.280 --> 00:53:22.460
Speaker 0: Alles klar, in der wir noch mal Revue passieren lassen.
00:53:22.540 --> 00:53:24.500
Speaker 0: Was haben wir eigentlich gerade gehört?
00:53:24.760 --> 00:53:30.480
Speaker 0: Und was hat bei uns besonders resoniert oder welcher Gedanke ist da bei uns hervorgekommen?
00:53:31.900 --> 00:53:33.380
Speaker 0: Ja, was war es so bei Ihnen?
00:53:33.520 --> 00:53:38.900
Speaker 0: Was hat bei Ihnen angefangen zu rattern oder... Also eine
00:53:39.440 --> 00:53:51.340
Speaker 2: ganz lustige und schöne Beobachtung als er gesagt hat In der jüdischen Tradition gehört es einfach dazu, wenn wir Talmud studieren.
00:53:51.800 --> 00:54:04.540
Speaker 2: Dass sie diese unterschiedlichen Meinungen der Gelehrten hören und lesen Und das hat für mich sagt er eine Auswirkung auf meinen Alltag und meine ganze Lebensform.
00:54:05.620 --> 00:54:13.000
Speaker 2: Ich würde jetzt mal mit meinen Worten wiedergeben Weil er dadurch lernt sich in andere hinein zu denken.
00:54:13.500 --> 00:54:23.400
Speaker 2: Ja und es ging dann bei ihm so weit dass er sagt zwar nicht in jedem Zusammenhang, aber irgendwie ist an jeder Meinung auch was richtiges.
00:54:23.460 --> 00:54:24.420
Speaker 2: Was war es dran?
00:54:25.260 --> 00:54:49.900
Speaker 2: Also diese Freude an der Unterschiedlichkeit die ich lerne ja richtig einfühlsam nachzuvollziehen als Ergebnis einer jahrzehntelangen Tradition seiner eigenen Studien der jüdischen Literatur ist doch wirklich wunderschön, oder?
00:54:51.240 --> 00:54:53.940
Speaker 2: War das auch aufgefallen oder waren Sie bei was anderen Hängen geblieben.
00:54:54.260 --> 00:54:57.740
Speaker 0: Ja, ich fand es auch total spannend.
00:54:57.780 --> 00:55:18.420
Speaker 0: Er hat ja auch vom Prisma gesprochen durch dass man sozusagen... dann schaut und das fand ich auch ein sehr gutes Bild dafür, weil natürlich genau also sozusagen dass es so eine Linse ist oder ein Prisma ist natürlich noch viel viel vielfältiger und bunter.
00:55:20.160 --> 00:55:32.640
Speaker 0: Und bei mir ist auch was ähnliches hängen geblieben oder etwas in die ähnliche Richtung geht Und zwar so ein bisschen, dass irgendwie Wissen einen Kontext hat.
00:55:32.720 --> 00:55:46.700
Speaker 0: Also irgendwie situiert es in Raum und Zeit... ...und da hat er ja diesen einen, er hat ja mein Moment Nides zitiert und gesagt man sei verpflichtet zu wissen das Gott existiert!
00:55:48.000 --> 00:55:54.840
Speaker 0: Und dieser Satz ich finde da steckt irgendwie sehr viel drin oder man kann ihn auch von sehr vielen unterschiedlichen Perspektiven deuten.
00:55:57.800 --> 00:56:12.800
Speaker 0: Ich fand das sozusagen spannend, einmal aus der Perspektive als jüdischer Mensch sagen der Aufruf oder schon gegen Verpflichtung diesem Wissen zu erforschen und dem nachzugehen.
00:56:15.080 --> 00:56:30.600
Speaker 0: Aber gleichzeitig könnte man auch sagen ja auch andere Menschen glauben dass Gott existiert und die schauen vielleicht durch andere Linsen Ja, damit hat dann auch eine Wechselwirkung auf das eigene Wissen.
00:56:31.520 --> 00:56:39.940
Speaker 0: Und vor allen Dingen gibt es auch viele Leute die eben nicht glauben... also die nicht glauben dass Gott existiert aber vielleicht könnte das auch der Gedanke sein?
00:56:40.500 --> 00:56:40.680
Speaker 0: Na ja!
00:56:40.940 --> 00:56:57.060
Speaker 0: Aber man muss auch schon irgendwie... Man ist verpflichtet sozusagen als Bürger auch zu akzeptieren, dass für andere Menschen eben der Glaube existiert und das sollte man sozusagen als Wissens gut einfach Wissen, dass eben Bürger auch religiös sein können.
00:56:59.000 --> 00:57:01.640
Speaker 0: Durchaus irgendwie im Kopf behalten.
00:57:02.980 --> 00:57:03.800
Speaker 2: Da merke ich richtig.
00:57:03.860 --> 00:57:06.980
Speaker 2: da redet die Expertin für Religious Literacy.
00:57:07.640 --> 00:57:16.320
Speaker 2: Die erwartet das wirklich alle Menschen über Religion und Religionen auch eine gewisse Kenntnis haben stimmt's?
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Speaker 0: Genau ja!
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Speaker 0: Ich beschäftige mich mit dem Konzept und Begriff Religious literacy Und genau das ist so ein Grundaktion davon, dass man als Bürger sozusagen die Pflicht hat sich mit Religionen auch wenn man persönlich selber nicht religiös ist damit zu befassen und genau.
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Speaker 0: Das kommt wahrscheinlich auch ein bisschen durch mein Prismal.
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Speaker 0: Alles Gute und bis zum nächsten Glauben!
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Speaker 2: Ja wir machen uns ja immer gegenseitig Vorschläge, was unser Wort des Monats ist und ich habe da heute ein Adjektiv zu bieten.
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Speaker 2: Ich erzähle erstmal wie ich überhaupt auf dieses Wort gekommen bin – das hat überhaupt nicht zu meinem Bordschutz davor gehört als ich in Ankara gelebt habe.
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Speaker 2: Das hat mir eine deutsche Bekannte gesagt als ich mich so ein bisschen ängstlich beschwert habe, dass es im Straßenverkehr schwierig ist und ich hier nicht so gerne Auto fahre.
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Speaker 2: Ja du musst hier geschmeidig fahren!
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Speaker 2: Und ich hab mir dann länger überlegt was meinste eigentlich damit?
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Speaker 2: Man muss darauf achten was die anderen machen.
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Speaker 2: man muss irgendwie immer ganz viel auch intuitiv so im Blick und im Sinn haben wie der Verkehr läuft und was die verschiedenen Teilnehmer tun Und trotzdem auch genau wissen, was man jetzt selber vor hat und das deutlich den anderen auch durchs Verhalten.
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Speaker 2: Und auch die Gesten, die man da so als Autofahrerin Pfarrer macht zu kommunizieren.
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Speaker 2: also das Wort geschmeidigt war mir vorher gar nicht so vertraut aber es heißt halt flexibel elastisch Aber mit dieser ganzen Klarheit auch selber möchte.
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Speaker 2: Passt übrigens sehr gut zu ihrem Wort des Monats von letztem Mal, Sie haben doch Gedankenschmiede gesagt und geschmeidig heißt das habe ich mal nachgeschaut Es lässt sich schmieden also man kann es bearbeiten und es kann dann eine andere Form annehmen.
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Speaker 2: Ich finde ist eigentlich ne Tugend die wir wirklich ungeheuer brauchen Heute, wo so viel Misstrauen und so viel Missverständnis herrscht.
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Speaker 2: Was meint die andere eigentlich?
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Speaker 2: Kann ich mich da jetzt mal rein denken?
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Speaker 2: Eigentlich genau das was unser Rabbi Baumel mit seinem jüdischen Traditionsstudium macht.
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Speaker 2: Könnte man geradezu auch sagen, da lernt man geschmeidig zu denken ohne dadurch Profilos zu werden!
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Speaker 2: Und wie ist Ihr Wort des
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Speaker 2: Monats?!
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Speaker 0: Also mein Wort des Monats ist Amiguitätstoleranz.
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Speaker 0: Ist ein bisschen kleiner Zungenbrecher, nicht so geschmeidig, wenn man es ausspricht!
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Speaker 0: Aber ich finde das ein sehr wichtiges Wort.
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Speaker 0: Ich kann's ja mal ein bisschen aufdrüsseln.
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Speaker 0: also es ist eine Fusion von zwei Wörtern einmal Ambiguität.
01:00:34.799 --> 01:00:46.919
Speaker 0: Ambiguitet bedeutet Mehrdeutigkeit, also etwas von mehreren Seiten betrachten und Toleranz kommt ja von Tolerare etwas ertragen oder aushalten.
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Speaker 0: Und wenn man das jetzt zusammen, also wenn man diese beiden Wörter zusammen fusioniert dann bedeutet es dass es... Oder gibt es ein Denken wieder?
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Speaker 0: Dass sich zwischen mehreren Möglichkeiten bewegt und die Bewegung ist da glaube ich das Entscheidende.
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Speaker 0: Also es bezeichnet sozusagen die Fähigkeit Mehrdeutigkeit einerseits zu erkennen aber auch zu ertragen klingt so leidend aber sozusagen sich das bewusst auszuhalten was eben nicht immer unbedingt so einfach ist also es vielleicht einfacher gesagt als manchmal selber umgesetzt genau und ich glaube dass eine ambiguitätstoleranz ja auch ne wichtiger eigenschaft ist die man sozusagen versuchen, sollte zu kultivieren.
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Speaker 0: Dass man nicht jede Spannung immer sofort den Impuls hat die muss jetzt gleich auflösen sondern erst mal ein bisschen genauer betrachten warum was steht da eigentlich in Spannungen?
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Speaker 0: also wenn man jetzt irgendwie Ja, die eigenen religiösen Schriften liest dann fallen einem ja doch öfter irgendwie Spannungen auf.
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Speaker 0: Er hatte auch ganz eindrücklich gesagt dass sozusagen die Spannung im Juntun unterschiedliche Perspektiven wirklich auch eigentlich gerade dazugehören und genau also diese diese unterschiedlichen Perspektive nicht harmonisieren gleich wollen und die müssen jetzt alle gleich sein sondern Man kann auch mit offenen Fragen ganz gut weiterleben und also leben.
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Speaker 0: Und ohne jetzt gleich irgendwie alles in Zweifel zu ziehen, und irgendwie zu denken oh ich hab jetzt mein Glauben verloren.
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Speaker 0: Also eine Haltung sozusagen nicht irgendwie alles so ganz eng betrachten zu wollen.
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Speaker 0: Das muss jetzt immer nur eine Bedeutung haben aber auch nicht irgendwie random zu werden und alles beliebig aufzulösen sondern eine Offenheit zu kultivieren.
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Speaker 0: Das verbinde ich mit Ambigriertätstoleranz.
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Speaker 2: Sehr schönes Wort, danke!
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Speaker 0: Dann wünschen wir jetzt unseren Hörerinnen und Hörern alles Gute und bis zum nächsten Glauben.
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Speaker 2: Und glauben Sie nicht alles was man Ihnen sagt?
01:03:00.259 --> 01:03:02.359
Speaker 0: Das war die neue Folge von Alles Glaub'n.
01:03:02.799 --> 01:03:07.120
Speaker 0: Wir hoffen ihr konntet etwas für euch mitnehmen Wenn euch diese Folge gefallen hat.
01:03:07.419 --> 01:03:09.040
Speaker 0: abonniert gerne den Podcast
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Speaker 2: Und
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Speaker 0: eine richtig große Freude macht ihr uns, wenn ihr diesen Podcast mit fünf Sternen bewertet.
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Speaker 0: Alles Gute euch und bis zum nächsten letzten Dienstag im Monat!