March 30, 2026

Religiöse Rituale: Beheimaten oder anpassen? (#03)

Religiöse Rituale: Beheimaten oder anpassen? (#03)
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Religiöse Rituale: Beheimaten oder anpassen? (#03)
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Rituale schaffen Heimat – doch wie behaupten sie sich in einer säkularen Umwelt? In dieser Episode von Alles Glauben diskutieren Johanna Tannen und Prof. Felix Körner mit Rabbiner Julian Chaim Soussan über jüdische Perspektiven auf das rituelle Leben. Im Gespräch geht es um die 613 Ge- und Verbote (Mitzvot) als „Gebrauchsanweisung Gottes“,die Herausforderungen einer jüdischen Minderheit in Deutschland, die Bedeutung der Schabbat-Ruhe als „Digital Detox“ und den Schlüsselbegriff Erinnerung [Zekhær]. Ein Gespräch über Rituale als Identitätsstifter und Erinnerungsgemeinschaft, persönlichen Mut und die tägliche Herausforderung von Jüdinnen und Juden in Deutschland im öffentlichen Raum sichtbar religiös zu sein.

Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

WEBVTT

00:00:23.580 --> 00:00:32.030
Speaker 1: Herzlich willkommen zur dritten Folge von Alles Glauben, dem Podcast über Religionen der keineswegs behauptet man sollte alles glauben.

00:00:33.269 --> 00:00:45.989
Speaker 1: Wir sind an der Humboldt-Universität und laden ja immer einmal im Monat einen Wissenschaftler eine Wissenschaftlerin ein um mit diesen Personen etwas aus und in den Religion besser zu verstehen.

00:00:47.970 --> 00:00:49.550
Speaker 1: sind wir aber nicht in Berlin.

00:00:49.950 --> 00:00:50.629
Speaker 1: Ja!

00:00:50.849 --> 00:00:51.810
Speaker 1: Wo sind Sie heute?

00:00:53.269 --> 00:00:55.150
Speaker 2: Genau, soll ich mal erst sagen wo ich bin?

00:00:55.209 --> 00:01:12.229
Speaker 2: weil sie haben glaube ich gerade gefragt genau... Ich bin grade in einem palästinensischen Dorf das heißt Al-Qubaybe und es ist vielleicht das biblische Emmaus gewesen wo Jünger hingelaufen sind als Ostern gerade ihnen doch noch nicht klar geworden war.

00:01:12.830 --> 00:01:18.650
Speaker 2: vorher war ich über eine Woche Mit Mira Sivas zusammen, unserer letzten Gästin.

00:01:18.750 --> 00:01:26.910
Speaker 2: Da haben wir in Jerusalem im Theologischen Studienjahr eine ganz tolle Gruppe unterrichtet, evangelische, katholische und islamische Theologie Studierende.

00:01:27.789 --> 00:01:30.390
Speaker 2: Also mir geht es gerade sehr gut weil ich im heiligen Land bin.

00:01:31.050 --> 00:01:32.490
Speaker 2: Aber wo sind Sie Frau Tannen?

00:01:33.770 --> 00:01:33.990
Speaker 1: Toll!

00:01:34.090 --> 00:01:36.370
Speaker 1: Und ich kannte auch gerade schon kurz den Muhlziehen hören.

00:01:37.590 --> 00:01:46.130
Speaker 1: Ja auf der anderen Seite des Atlantiks Ich bin in Boston Und zwar gerade hier ist es gerade relativ früh morgens, die Sonne scheint heute.

00:01:47.310 --> 00:01:50.789
Speaker 1: Ich bin hier Visiting Research Scholar am Boston College.

00:01:50.929 --> 00:01:53.770
Speaker 1: das ist eine große Jesuitische Universität.

00:01:54.270 --> 00:02:02.929
Speaker 1: College ist eigentlich gesagt der komplett falsche Name weil diese Uni sehr groß ist mit zwei unterschiedlichen theologischen Departments.

00:02:03.590 --> 00:02:11.130
Speaker 1: ich bin dort am Lehrstuhl für politische Philosophie jetzt für das nächste halbe Jahr Und genau, bin hier ganz gut angekommen.

00:02:11.550 --> 00:02:14.250
Speaker 1: Das Wetter spielt noch so ein bisschen verrückt.

00:02:14.350 --> 00:02:19.290
Speaker 1: Wir hatten jetzt am Montag einen großen Blizzard und ich konnte den ganzen Tag das Haus nicht verlassen.

00:02:19.430 --> 00:02:24.470
Speaker 1: aber ja heute scheint die Sonne und ich bin froh und mutig und freue mich auf unser Gespräch!

00:02:25.070 --> 00:02:27.610
Speaker 2: Ja unsere Gespräche wird glaube ich richtig spannend.

00:02:28.350 --> 00:02:35.350
Speaker 2: Es ist nämlich so'n bisschen eine Vertiefung oder Fortsetzung von dem was wir des letzten Mal mit Mira Sievers besprochen haben.

00:02:36.450 --> 00:02:42.250
Speaker 2: es geht nochmal habe ich mir gedacht und sie ja auch um Rituale, da müssen wir noch ein bisschen ran.

00:02:42.450 --> 00:02:45.830
Speaker 2: Wir haben noch mehr Fragen und wir wollten natürlich auch eine jüdische Stimme

00:02:46.450 --> 00:02:46.750
Speaker 0: hören

00:02:47.370 --> 00:02:49.730
Speaker 2: und deswegen wollen wir mit einem Rabbiner reden.

00:02:49.770 --> 00:02:50.790
Speaker 2: das ist auch ganz praktisch.

00:02:50.850 --> 00:02:52.990
Speaker 2: den kennen wir jetzt beide nicht so gut.

00:02:53.070 --> 00:02:55.370
Speaker 2: Ich hab ihn nur am Telefon erlebt, wirkt sehr lebendig.

00:02:58.510 --> 00:02:58.830
Speaker 0: Alles

00:02:59.109 --> 00:03:01.130
Speaker 1: im Gespräch Ja!

00:03:01.410 --> 00:03:03.830
Speaker 1: Jetzt ist unser heutiger Gast da.

00:03:04.650 --> 00:03:07.550
Speaker 1: Sein Name ist Rabbina Julian Reims-Susan.

00:03:08.350 --> 00:03:16.010
Speaker 1: Er ist in der Freiburg aufgewachsen und hat an der Hochschule für jüdische Studien in Heidelberg studiert.

00:03:16.590 --> 00:03:21.370
Speaker 1: Und hat auch während des Studiums in Heidlberg als Religionslehrer bereits gearbeitet.

00:03:22.830 --> 00:03:29.490
Speaker 2: Dann hatte Israel eine weitere Ausbildung gemacht, nämlich ein richtiges Rabinaz-Studium.

00:03:32.090 --> 00:03:39.730
Speaker 2: Ist er dann in Jerusalem, also ganz nah von mir jetzt hier weg, elf Kilometer weg von ihr zum Rabbiner ordiniert worden.

00:03:40.650 --> 00:03:45.830
Speaker 2: Anschließend war er Rabbiner in Düsseldorf und dann in Mainz.

00:03:46.790 --> 00:03:55.710
Speaker 2: aber jetzt ist er – und das schon seit zehntausend und dreizehn in der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main tätig.

00:03:56.930 --> 00:04:00.390
Speaker 1: Genau, er ist aktiv im interreligiösen Dialog engagiert.

00:04:01.130 --> 00:04:12.350
Speaker 1: Mitglied in verschiedenen Gesprächskreisen und war von zwei Tausend neunzehn bis dreiundzwanzig im Vorstand des Rats der Religionen in Frankfurt und zeitweise auch der zweite Vorsitzende.

00:04:12.650 --> 00:04:15.350
Speaker 1: Und wir sprechen heute mit Ihnen in Frankfurt.

00:04:15.730 --> 00:04:15.930
Speaker 1: Stimmt

00:04:15.970 --> 00:04:16.169
Speaker 0: das?

00:04:17.409 --> 00:04:17.890
Speaker 0: Ja, richtig!

00:04:18.070 --> 00:04:29.850
Speaker 0: Vielen Dank für die Einladung und ich glaube es ist sehr wichtig dass man auch viele Möglichkeiten nutzt, um ins Gespräch zu kommen und vielleicht das eine oder andere was man über den anderen nicht weiß dann doch bekannt dazu machen.

00:04:29.909 --> 00:04:31.610
Speaker 0: Deshalb danke für die Möglichkeit dafür!

00:04:32.210 --> 00:04:48.789
Speaker 1: Wir haben in unserer letzten Folge uns Gedanken über Rituale gemacht und haben dort mit Professorin Mira Sievers gesprochen und haben gedacht okay unter dritten Folge möchten wir jetzt dieses Thema nochmal vertiefen und sind da auf sie gekommen.

00:04:48.970 --> 00:04:57.890
Speaker 1: Und genau, deswegen wäre jetzt meine erste Frage im Judentum gibt es ja sixhundertdreizehn G-und Fairboote!

00:04:58.710 --> 00:05:06.010
Speaker 1: Und wenn ich erstmal diese Zahl sechshundert dreizehn höre muss ich sagen ehrlich gesagt dann denke ich so wow das sind ganz schön viele für den Alltag.

00:05:07.450 --> 00:05:12.150
Speaker 1: Ja können Sie mal erklären warum sind das so viele G- und Fairbote?

00:05:13.049 --> 00:05:15.350
Speaker 1: Und genau welchen sind uns weg?

00:05:15.429 --> 00:05:15.710
Speaker 1: haben die

00:05:15.830 --> 00:05:16.289
Speaker 1: eigentlich?!

00:05:18.470 --> 00:05:29.730
Speaker 0: Es gibt eine wunderschöne Antwort, die sozusagen erst mal das Grundprinzip erklärt von dieser Fülle von Geboten oder überhaupt der Tatsache dass wir göttliche Gebote haben.

00:05:31.010 --> 00:05:37.090
Speaker 0: Und es gibt einen großartigen Denker wo man vertiefen wäre mehrere eigene Vorträge.

00:05:37.990 --> 00:05:45.250
Speaker 0: Rambam oder eben das ist die Abgürzung für Rabi Moshe Ben-Maimon der Maimonides der Rabina und Philosoph von Arzt war.

00:05:45.890 --> 00:05:50.090
Speaker 0: Er schreibt in seinem philosophischen Werk über die erste Sünde.

00:05:50.390 --> 00:05:54.789
Speaker 0: Adam und Eva im Paradies wissen wir alle, sie haben gegessen.

00:05:55.190 --> 00:05:56.270
Speaker 0: Wollen wir es interaktiv machen?

00:05:56.690 --> 00:05:57.030
Speaker 0: Vom Baum?

00:05:58.030 --> 00:05:58.549
Speaker 0: Von welchem Baum?

00:05:59.150 --> 00:05:59.590
Speaker 0: Tatsächlich ja!

00:05:59.730 --> 00:06:01.330
Speaker 0: Also der Baum, der erkennt das von gut und böse.

00:06:01.390 --> 00:06:08.010
Speaker 0: darauf wollte ich hinaus... Und mein Monitor fragt jetzt so nicht, macht das für meine Schüler immer ein bisschen einfacher damit man's nachvollziehen kann.

00:06:08.350 --> 00:06:10.370
Speaker 0: So die erste Ebene ist, warum ist da seine

00:06:10.429 --> 00:06:10.650
Speaker 0: Sünde?!

00:06:11.070 --> 00:06:13.190
Speaker 0: Vielen Dank Adam und Eva, dass ihr von dem Baum gegessen habt.

00:06:13.330 --> 00:06:14.990
Speaker 0: Jetzt wissen wir endlich was Gut-und Böse ist.

00:06:15.470 --> 00:06:16.850
Speaker 0: Das wäre ja furchtbar wenn wir es nicht wüssten.

00:06:16.890 --> 00:06:18.110
Speaker 0: das macht uns doch aus oder?

00:06:18.970 --> 00:06:29.770
Speaker 0: Und dann kommt aber so die typische jüdische Art zu fragen Wenn Adam und Eva nicht wussten was gut und böse ist wie können sie dafür bestraft werden etwas böses getan zu haben?

00:06:31.230 --> 00:06:32.409
Speaker 0: Das heißt das macht ja gar keinen Sinn.

00:06:33.590 --> 00:06:35.270
Speaker 0: und seine Antwort ist gibt andere.

00:06:35.370 --> 00:06:45.230
Speaker 0: Aber seiner antwort von Maimonides ist zu sagen Adam und Eve hatten schon die Fähigkeit zu unterscheiden Aber damals, noch zwischen ernntes auch für Bräsch, Schäcker und Emmett.

00:06:46.150 --> 00:06:48.830
Speaker 0: Wahrheit und Lüge – wir würden sagen Richtig oder Falsch?

00:06:49.690 --> 00:06:53.630
Speaker 0: Also wenn Sie jetzt mal rausschauen und ich sage Ihnen bei Ihnen regnet es gerade!

00:06:53.770 --> 00:06:55.150
Speaker 0: Ist das Wahrheit oder Lügel?

00:06:55.230 --> 00:06:56.130
Speaker 0: Ist das richtig oder

00:06:56.190 --> 00:06:56.450
Speaker 0: falsch?!

00:06:56.730 --> 00:06:57.350
Speaker 0: Dann antworten sie...

00:06:58.990 --> 00:06:59.210
Speaker 2: ...Lüge.

00:06:59.970 --> 00:07:00.690
Speaker 2: Das regnet nicht.

00:07:00.730 --> 00:07:01.370
Speaker 0: Bei ihnen regnet's nicht.

00:07:01.429 --> 00:07:02.270
Speaker 0: Okay, sind Sie in Jerusalem?

00:07:02.990 --> 00:07:03.929
Speaker 0: Weil mir regnet auch

00:07:04.010 --> 00:07:04.289
Speaker 1: nichts.

00:07:04.750 --> 00:07:06.010
Speaker 1: Es wäre eine Lügge ja.

00:07:07.169 --> 00:07:11.409
Speaker 0: Aber wenn ich jetzt fragen... und wenn jetzt tausend Leute bei Ihnen wären, die würden alle dieses gleiche Antwort geben.

00:07:11.450 --> 00:07:11.690
Speaker 0: Richtig?

00:07:12.850 --> 00:07:12.890
Speaker 0: So!

00:07:13.330 --> 00:07:15.090
Speaker 0: Wenn ich jetzt aber fragen würde ist das gut oder schlecht?

00:07:15.429 --> 00:07:16.909
Speaker 0: Schlecht und böse auf Hebräisch dasselbe?

00:07:18.450 --> 00:07:19.230
Speaker 0: Das es nicht regnet.

00:07:19.630 --> 00:07:20.350
Speaker 0: Ist das gut-oder-schlecht?

00:07:21.830 --> 00:07:24.610
Speaker 1: Ich würde sagen, es ist gut weil ich möchte kein Regen haben.

00:07:25.870 --> 00:07:26.070
Speaker 0: Genau.

00:07:27.289 --> 00:07:29.950
Speaker 0: Aber wer würde es gut finden, dass es regnet?

00:07:30.450 --> 00:07:36.830
Speaker 2: Ja hier wäre es gut, wenn die Natur wieder schön bewässert würde hat schon auch Vorteile, wenn's regnet.

00:07:37.549 --> 00:07:40.970
Speaker 0: Also in Israel ist es so, dass das eigentlich nur im Winterhalbjahr überhaupt regnen kann.

00:07:41.350 --> 00:07:46.330
Speaker 0: Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach Pessach bis zu Kot in den ganzen halben Jahr regnet, ist total gering.

00:07:46.890 --> 00:07:55.750
Speaker 0: Sogar im Gebet kommt das dann sofort, dass wir im Sommer nur um Tau beten, weil wir gar nicht davon ausgehen, dass er es regnet und erst im Winterhalbjahr dann umregen bitten.

00:07:56.750 --> 00:07:58.470
Speaker 0: Das heißt, es kommt natürlich darauf an.

00:07:58.950 --> 00:08:02.610
Speaker 0: also die Frage nach gut und schlecht oder gut und böse ist eine Subjektive.

00:08:03.830 --> 00:08:05.909
Speaker 0: Und die Frage Nachrichtung und Falsch ist eine Objektive.

00:08:06.669 --> 00:08:12.330
Speaker 0: Und Adam und Eva, so argumentiert mein Monetus haben die Fähigkeit zur objektiven Einschätzung verloren.

00:08:13.090 --> 00:08:18.610
Speaker 0: Plötzlich werden die Menschen subjektiv bis hin dass in der nächsten Generation sofort kein den Hevel erschlägt.

00:08:19.110 --> 00:08:27.409
Speaker 0: er wird zum Mörder weil er findet das nicht in Ordnung dass sein Opfer angenommen wird aber dass das Opfer des seines Bruders angenommen werde aber nichts Sein eigenes.

00:08:28.169 --> 00:08:32.350
Speaker 0: und dann kommt die ganze Menschheit die plötzlich bösartig gewalttätig wird.

00:08:33.130 --> 00:08:37.710
Speaker 0: und In der Regel frage ich immer meine Schüler Ich hoffe Sie geben auch automatisch die gleiche Antwort.

00:08:37.970 --> 00:08:40.030
Speaker 0: Ist es gut oder böse zu stehlen?

00:08:42.730 --> 00:08:49.930
Speaker 2: Das ist wohl nicht nur eine persönliche Einschätzung, sondern das soll man nicht tun!

00:08:50.850 --> 00:08:59.110
Speaker 0: So genau und da ist der Punkt dass wir natürlich alle schon Filme gesehen haben oder Bücher gelesen haben wo wir mit dem Dieb Mitfiebert uns freuen wenn er's schafft.

00:08:59.450 --> 00:09:02.650
Speaker 0: also aus Sicht des Diebes ist sogar der Diebstahl gut wenn er klappt.

00:09:03.330 --> 00:09:09.570
Speaker 0: aber für eine Gesellschaft ist es natürlich falsch, Diebstall zu erlauben So, und da setzt Maimonides ein.

00:09:10.270 --> 00:09:18.730
Speaker 0: Und sagt nachdem Noah landet stellt Gott fest dass diese Fähigkeit zwischen richtig und falsch zu unterscheiden dem Menschen abhandengekommen ist.

00:09:19.130 --> 00:09:21.610
Speaker 0: Deshalb wird die Welt so schlimm das es die Sinnflut gibt.

00:09:22.310 --> 00:09:29.070
Speaker 0: Alle werden nochmal untergetaucht die ganze welt bis auf Noah und seine Familie und Noah bekommt jetzt sieben geboten.

00:09:29.110 --> 00:09:31.410
Speaker 0: Aus südischer Sicht gibt es diesen sieben doch jüdischen Gebote.

00:09:31.530 --> 00:09:42.070
Speaker 0: jeder mensch auf der welt muss sich an diese Gebote halten hoffentlich ein bisschen darüber hinaus moralische und ethische Werte daraus abzuleiten, aber das ist nur das Minimum.

00:09:42.930 --> 00:09:49.610
Speaker 0: Wenn ich wirklich will dass ein Mensch sich komplett richtig verhält und zwar in jeder Lebenslage dann braucht er viel mehr.

00:09:50.570 --> 00:09:56.570
Speaker 0: und deshalb ist die Torah aus unserer Sicht Die Fünfbücher Moses praktisch die Gebrauchsanweisung Gottes für den Menschen.

00:09:57.230 --> 00:10:01.490
Speaker 0: Und da steht dann eben für jede Lebenslage für jede Situation Ein Gebot drin.

00:10:01.790 --> 00:10:04.190
Speaker 0: so soll es machen oder so solls du's gerade nicht machen.

00:10:10.070 --> 00:10:11.590
Speaker 0: Und die Frage, ob das viel ist oder wenig?

00:10:11.710 --> 00:10:15.550
Speaker 0: Ich habe mal für einen Vortrag, habe ich mal recherchiert.

00:10:16.050 --> 00:10:17.330
Speaker 0: Ich hab mal die Gebrauchsanweisung.

00:10:18.110 --> 00:10:24.570
Speaker 0: Ich habe mein KI im Internet gefragt wie viele Seiten hat die Gebruchsanweisungen meines Fahrzeugs?

00:10:25.310 --> 00:10:27.650
Speaker 0: und die Antwort war sixhundert achtundsiebzig Seiten.

00:10:28.790 --> 00:10:31.190
Speaker 0: also Wenn ich will, dass mein Auto richtig funktioniert.

00:10:31.670 --> 00:10:32.910
Speaker 0: Dann brauche ich so viel Seiten.

00:10:32.990 --> 00:10:37.310
Speaker 0: wenn ich will das mein Leben richtig funktioniert macht es ja Sinn viele Anweisungen zu haben.

00:10:39.810 --> 00:10:46.950
Speaker 0: und dann sage ich meinen Schülern auch immer gerne bei den sixhundert dreizehn gehen verboten gibt es natürlich drei hundert fünf sechszig Verboten.

00:10:48.250 --> 00:10:51.230
Speaker 0: und stellt euch mal vor ihr habt eine Klausur ein Test.

00:10:51.450 --> 00:10:56.830
Speaker 0: der Biologielehrer kommt und sagt euer test besteht heute aus sechshundert treizten fragen und alles.

00:10:56.970 --> 00:11:03.750
Speaker 0: oh ne zuviel Ja, aber die ersten dreihundertfünfundsechzig habt ihr richtig beantwortet wenn ihr nichts dazu schreibt.

00:11:05.130 --> 00:11:08.130
Speaker 0: Verbote im Judentum heißen Gebote nicht zu tun!

00:11:09.030 --> 00:11:27.630
Speaker 0: Also während wir jetzt gerade hier sitzen erfüllen wir ja automatisch schon dreihundertfünfundsechzig Verbote weil wir grade niemandem umbringen und weil wir nichts Unkoscheres essen oder weil wir nicht eher brechen usw.. also wir haben sozusagen wir fangen schon impositiven an... Die G-Boote zweihundert achtundvierzig und von denen bleiben dann auch nochmal ganz wenige übrig.

00:11:27.710 --> 00:11:32.470
Speaker 0: denn Erstens bin ich kein Priester, deshalb habe ich keinen Dienst im Tempel zu verrichten.

00:11:32.630 --> 00:11:37.690
Speaker 0: Und zweitens bin nicht keine Frau und hab dann die Gebote einer Frau nicht oder umgekehrt die Frauen nicht, die der Männer.

00:11:38.590 --> 00:11:43.510
Speaker 0: es gibt Gebote für Landwirte und es gibt Gebote für jemanden, der an Haus baut also all das.

00:11:43.870 --> 00:11:48.170
Speaker 0: Das heißt, es reduziert sich dann tatsächlich auch von überschaubares Maß auf der einen Seite.

00:11:48.210 --> 00:11:54.570
Speaker 0: Auf der anderen Seite gibt's ganz viele Details aber mit denen wächst man auf und die lebt man und dann ist es eher eine Hilfe.

00:11:54.690 --> 00:11:58.670
Speaker 0: Es ist eine Struktur in meinem Leben die mir diese Gebote geben.

00:12:01.710 --> 00:12:02.110
Speaker 2: Sehr schön!

00:12:03.110 --> 00:12:13.670
Speaker 2: Wir hatten in unserer letzten Gesprächsrunde so eine interessante Diskussion darüber, soll man eigentlich die Ritualgebote erklären?

00:12:14.330 --> 00:12:18.030
Speaker 2: und Sie haben ja jetzt schöne Erklärungen gebracht.

00:12:19.190 --> 00:12:26.350
Speaker 2: aber unsere Gesprächspartnerin damals kam eigentlich zu dem Ergebnis es geht gar nicht so ums Erklären.

00:12:26.470 --> 00:12:29.010
Speaker 2: also ich meine Medizinisch erklären.

00:12:29.070 --> 00:12:34.470
Speaker 2: Ja, das ist eben gut wenn man eine Pause macht deswegen Schabbatruhe oder symbolisch erklären.

00:12:34.930 --> 00:12:42.530
Speaker 2: also Wenn wir Verneigungen beim Gebet vollziehen dann sind wir so wie die Engelfliegen oder historisch erklären

00:12:43.810 --> 00:12:43.850
Speaker 0: ja

00:12:44.910 --> 00:12:47.670
Speaker 2: Also zum Beispiel schleifenlocken kommen.

00:12:47.730 --> 00:12:52.150
Speaker 2: daher dass man sich vom Götzendienst anderer Religionen absetzen will.

00:12:53.590 --> 00:13:00.970
Speaker 2: dagegen kann er jetzt sagen, es kommt vor allem darauf an die Gebote einfach zu vollziehen weil sie Gottes Wille sind.

00:13:02.250 --> 00:13:04.710
Speaker 2: Damit bin ich dann in der Gemeinschaft mit Gott treu.

00:13:05.330 --> 00:13:08.830
Speaker 2: wie gehen Sie denn mit dieser Frage um?

00:13:09.110 --> 00:13:09.250
Speaker 2: Also

00:13:09.690 --> 00:13:09.870
Speaker 0: soll

00:13:09.970 --> 00:13:15.190
Speaker 2: man deuten und damit die Leute motivieren oder in die Tiefe führen?

00:13:15.290 --> 00:13:16.290
Speaker 2: oder sollen wir sagen ne

00:13:17.230 --> 00:13:17.870
Speaker 0: tut so einfach.

00:13:20.790 --> 00:13:28.970
Speaker 0: Es gibt ein Zitat aus der Torah direkt nachdem die zehn Gebote gegeben worden sind, sagt das jüdische Volk zu Moses so genug genug.

00:13:29.750 --> 00:13:32.190
Speaker 0: wir wollen gar nicht mehr dass Gott mit uns direkt redet redet du mit ihm.

00:13:32.830 --> 00:13:36.290
Speaker 0: Aber der Satz der das einleitet oder der Halbsatz ist Nasevenishmar.

00:13:36.950 --> 00:13:38.310
Speaker 0: Wir werden es tun und hören.

00:13:39.630 --> 00:13:48.270
Speaker 0: also die Bereitschaft es zu tun ist dem Hören verstehen vorangestellt Und die Kommentatoren fragen sich natürlich falsch rum.

00:13:48.690 --> 00:13:51.890
Speaker 0: ja normalerweise will ich erstmal etwas begreifen bevor ich es tue.

00:13:52.610 --> 00:13:54.350
Speaker 0: Das ist in unserer Welt natürlich auch richtig.

00:13:54.590 --> 00:14:01.150
Speaker 0: Ich soll hinterfragen, ich soll begreifen, ich solle nicht irgendwas tun bloß weil es irgendjemand sagt außer dieser.

00:14:01.270 --> 00:14:11.290
Speaker 0: irgend jemand ist Gott und da ist es tatsächlich so dass die Grundidee ist Naseh, ich tue es Und durch das Tun begreif' ich es erst.

00:14:12.390 --> 00:14:13.230
Speaker 0: Es gibt diesen Klassiker.

00:14:13.290 --> 00:14:14.750
Speaker 0: den muss man gerade aufs Judentum anwenden.

00:14:14.810 --> 00:14:15.270
Speaker 0: aber was passt?

00:14:15.330 --> 00:14:18.730
Speaker 0: ja sehr gut Was macht einen Physiker mit einem Apfel?

00:14:19.550 --> 00:14:24.550
Speaker 0: der berechnet die Flugbahn oder was macht ein Mathematiker, der berechnete den Umfang?

00:14:24.710 --> 00:14:27.510
Speaker 0: Ein Maler wird ein Bild malen und ein Poet macht einen Gedicht.

00:14:28.470 --> 00:14:30.190
Speaker 0: Aber keiner von denen weiß wie der Apfel schmeckt.

00:14:31.610 --> 00:14:34.890
Speaker 0: Das heißt manche Gebote ergeben sich durch das Tun.

00:14:36.130 --> 00:14:38.590
Speaker 0: aber danach steht ja das nicht schmar.

00:14:39.130 --> 00:14:40.930
Speaker 0: ich möchte schon wissen aber auch dann warum.

00:14:41.530 --> 00:14:55.590
Speaker 0: Das heisst wenn ich jetzt anfange Begründung zu geben das war damals so weil XYZ Dann mag das zwar stimmen, aber das ist nicht die alleinige Motivation für dieses Gebot.

00:14:56.390 --> 00:14:58.150
Speaker 0: Die Motivationsmode ist, weil Gottes gegeben hat!

00:14:58.530 --> 00:14:59.210
Speaker 0: Ich muss das machen.

00:14:59.710 --> 00:15:07.790
Speaker 0: Ich kann dann versuchen zu verstehen und vielleicht mich noch mehr zu motivieren, weil ich noch einen Grund finde warum dieses Gebot hier auch einen Sinn macht.

00:15:08.930 --> 00:15:16.250
Speaker 0: Einen Schabbat zu halten und einen ganzen Tag lang mal nicht Elektronik zu benutzen aktiv – großartig also.

00:15:16.910 --> 00:15:21.530
Speaker 0: für jeden Eltern Für jede Vater oder Mutter ist das ein Traum heutzutage.

00:15:22.010 --> 00:15:28.910
Speaker 0: Wenn man den Kindern nicht jedes Mal erklären muss, macht doch mal dein Handy aus heute mal kein Computer, keinen Nintendo, keinen Playstation oder was auch immer.

00:15:29.830 --> 00:15:38.530
Speaker 0: Seine Zeitform... Sondern es eine Selbstverständlichkeit ist gemeinsam zu essen am Tisch zu sitzen, gemeinsam Lieder zu singen vielleicht aber dann auch gemeinsam spazieren zu gehen.

00:15:38.930 --> 00:15:39.290
Speaker 0: Schabbat!

00:15:39.390 --> 00:15:47.930
Speaker 0: Ist so eine wunderbare Sache dass ich natürlich die Motivation auch in ganz modernem finden kann Wenn ich jetzt sage, ja ich brauche das nicht.

00:15:47.970 --> 00:15:48.850
Speaker 0: Weil ich bin XYZ?

00:15:49.430 --> 00:15:49.970
Speaker 0: Das gilt nicht!

00:15:50.110 --> 00:15:57.090
Speaker 0: Also das heißt die Motivation oder die Erklärung darf nicht dafür Sorge tragen dass ich dann das Ritualen nicht mehr machen muss.

00:15:57.710 --> 00:15:58.910
Speaker 0: aber es ist natürlich eine Verstärkungs-.

00:15:59.010 --> 00:16:00.010
Speaker 0: ne schöne Erklärungen.

00:16:02.310 --> 00:16:08.390
Speaker 1: Spannend da fällt mir das Wort ein Digital Detox was ja heute sehr versucht wird.

00:16:08.470 --> 00:16:11.370
Speaker 1: und Ich habe noch eine andere Frage.

00:16:11.450 --> 00:16:24.290
Speaker 1: Und zwar hatte ich eine Begebenheit im Sommer, bin ja katholische Theologin und mache ehrenamtlich ein Verein im Erzbistum Berlin... Der heißt Ludwig Wolka Verein und wir machen internationale Jugendbegegnungen.

00:16:24.390 --> 00:16:35.690
Speaker 1: Und wir hatten zehn israelische Pfadfinderinnen vom Pfadfinderstamm Zofim in Berlin zu Besuch, haben mit denen eine Woche Berlin erkundet und genau hat ein Programm.

00:16:35.850 --> 00:16:47.670
Speaker 1: und dort in der Begegnung mit diesen jungen Frauen bin ich auf das Wort Kosher noch mal gestoßen und wollte sie jetzt nochmal fragen könnten Sie nochmal erklären was bedeutet das Wort koscher?

00:16:47.910 --> 00:16:51.950
Speaker 1: In der Theorie Und dann aber auch im Leben, in der Praxis.

00:16:52.050 --> 00:16:55.990
Speaker 1: Also wie ... Genau, zu welchem Supermarkt muss ich gehen?

00:16:57.830 --> 00:16:58.850
Speaker 1: Wie erkenne ich das?

00:16:59.010 --> 00:17:00.130
Speaker 1: Warum ist es eigentlich so?

00:17:01.050 --> 00:17:02.670
Speaker 1: Könnten Sie das einmal erklären?

00:17:03.610 --> 00:17:07.889
Speaker 0: Ja also kosher bedeutet einfach erst mal rituell rein erlaubt.

00:17:08.770 --> 00:17:13.810
Speaker 0: Das heißt Ich benutze den Begriff auch zum Beispiel auf eine Torarrolle eine Torarrolle aus der öffentlich gelesen wird.

00:17:14.129 --> 00:17:21.569
Speaker 0: Im Gottesdienst muss auch Fergament und von Hand geschrieben sein, wenn da jetzt ein Buchstabe falsch geschrieben ist dann muss ich die erst wieder korrigieren.

00:17:22.010 --> 00:17:24.690
Speaker 0: und meanwhile in der Zwischenzeit gilt ihr nicht als Koscher.

00:17:25.149 --> 00:17:27.349
Speaker 0: also ich kann den nicht für retuelle Zwecke benutzen.

00:17:27.890 --> 00:17:30.050
Speaker 0: Meistens benutzt man den Beriffer tatsächlich fürs Essen.

00:17:31.170 --> 00:17:32.690
Speaker 0: ja und da gibt es sozusagen Abstufungen.

00:17:32.730 --> 00:17:41.930
Speaker 0: das eine ist also für die Fleischesser unter uns gibt es erstmal in der Torar geregelt bestimmte Tiere überhaupt dann in die Kategorie passend, die Tiere darf ich essen.

00:17:42.010 --> 00:17:42.910
Speaker 0: Die anderen Tieren nicht.

00:17:43.850 --> 00:17:49.070
Speaker 0: Beispielsweise bei den Säugetieren müssen gespaltenen Huf haben und wiederkeuer sein.

00:17:49.210 --> 00:17:56.310
Speaker 0: Und weil wenn nicht alle Biologen sind hat der Talmutsch später Werke der Rabbiner hat dann einfach festgelegt oder klargemacht?

00:17:57.950 --> 00:18:05.530
Speaker 0: Die Tiere, die Hörner haben also so auf dem Kopfhörner, die Säugueteere, die das so haben, die sind immer automatisch auch koscher.

00:18:05.810 --> 00:18:11.110
Speaker 0: Die sind immer auch wiederkeuert und haben gespaltenden Huf So, und dann gibt es auch bei Vögeln eine Geliste von.

00:18:11.430 --> 00:18:12.430
Speaker 0: das sind die Koscher und Vögel.

00:18:12.550 --> 00:18:14.750
Speaker 0: Und dann gibt's bei den Fischen, die müssen Schuppen haben.

00:18:15.930 --> 00:18:20.690
Speaker 0: Wenn ich also weiß welches Tierkosher ist, ist dann die nächste Stufe dass sich das Tier kosher schächten muss.

00:18:21.650 --> 00:18:25.670
Speaker 0: Sehr sehr detailliert kann man das erklären.

00:18:26.230 --> 00:18:38.550
Speaker 0: Es geht einfach darum, dass man möglichst schmerzfrei das Tier tötet so dass es ausblutet weil im Blut die Seele des Tieres ist, so heißt es in der Torah.

00:18:39.370 --> 00:18:49.590
Speaker 0: So jetzt habe ich ein koscheres Fleisch dann muss ich es aber erst noch in Wasser und in Salz also grobes Salz legen damit das Blut dass jetzt noch da vorhanden ist ganz raus geht.

00:18:50.210 --> 00:18:51.210
Speaker 0: Jetzt kann man Fleisch essen.

00:18:52.250 --> 00:18:59.310
Speaker 0: zu koscher gehört aber auch dass dieses Fleisch nicht gleichzeitig mit Milch gegessen werden darf oder mit Milchenprodukten.

00:19:00.450 --> 00:19:04.590
Speaker 0: Klassiker In der Torah steht dreimal du sollst das Böckler nicht im Milch seiner Mutter kochen.

00:19:05.390 --> 00:19:08.030
Speaker 0: Und auch das ist wieder so eines von diesen Gesetzen, dass nicht erklärt wird.

00:19:08.750 --> 00:19:11.950
Speaker 0: Wir haben Gesetze die einfach hoffentlich logisch sind.

00:19:12.930 --> 00:19:15.730
Speaker 0: Zivilrechtlicher beziehungsweise strafrechtliche Gesetzer nicht morden.

00:19:16.070 --> 00:19:17.850
Speaker 0: Das muss man nicht jüdisch sein um draufzukommen.

00:19:19.470 --> 00:19:30.330
Speaker 0: Dann gibt es historische Gebote Auszug aus Ägypten und deshalb erinnern wir uns und haben dann eben da ein ganzes Fanal von Ritualen was sozusagen daran erinnert.

00:19:30.990 --> 00:19:34.290
Speaker 0: Und dann haben wir Gesetzen die aber ohne Begründung von uns gefordert werden.

00:19:34.430 --> 00:19:39.790
Speaker 0: Dazu gehört, dass koschere Essen und welche Tiere koscher sind und was man damit machen darf oder nicht.

00:19:39.850 --> 00:19:44.830
Speaker 0: Aber auch da gibt es dann wieder Rabbiner die versuchen das zu begründen und sagen Fleisch ist immer so das Symbol für Tod.

00:19:45.710 --> 00:19:47.770
Speaker 0: ja ich muss ein Tier töten bevor ich's essen darf.

00:19:47.930 --> 00:19:53.650
Speaker 0: und auf der anderen Seite ist Milch immer das Sybil für Leben weil natürlich Milch produziert wird wenn deine Mutter ein Kind bekommt.

00:19:54.350 --> 00:19:55.730
Speaker 0: Das gehört nicht zusammen auf einen Teller.

00:19:56.690 --> 00:20:03.750
Speaker 0: So jetzt in der Praxis um das jetzt nur Auf diesen, es gibt noch mehr Aspekte auch was Wein angeht.

00:20:05.130 --> 00:20:12.710
Speaker 0: In der Praxis bedeutet das dass ich natürlich wenn ich einkaufen gehe in irgendeinem normalen Supermarkt total lange brauche.

00:20:12.770 --> 00:20:15.950
Speaker 0: beim ersten Mal im Laufe der Zeit weiß ich natürlich welche Produkte ich kaufen kann.

00:20:16.610 --> 00:20:25.330
Speaker 0: aber heute haben wir so viele Zutaten in den Speisen dass wenn ich da gucke und alle mögliche E-Nummern habe die mir gar nicht verraten z.B.

00:20:28.450 --> 00:20:37.130
Speaker 0: E-Mulgator, der in der Regel auf fleischlicher Basis hergestellt wird und der macht das mein abgepacktes Brot oder ähnliches haltbar ist.

00:20:37.530 --> 00:20:44.610
Speaker 0: Also viele Leute kaufen das ohne zu wissen dass da drin ist und dass das möglicherweise fleischiger Bestandheit hat.

00:20:45.990 --> 00:20:53.010
Speaker 0: also das heißt ich habe tatsächlich so eine Zutatenliste oder ich gucke welche Produkte vielleicht schon mal von einem Rabbiner Kollegen getestet worden sind.

00:20:53.610 --> 00:21:02.790
Speaker 0: Das was es in Amerika Total Gang und Gebe ist, dass auf den Produkten von nicht jüdischen Herstellern auch nochmal ein Koscher-Stempel drauf ist.

00:21:03.230 --> 00:21:04.890
Speaker 0: Das finden wir in Deutschland leider überhaupt nicht.

00:21:05.770 --> 00:21:09.690
Speaker 0: aber es gibt so eine Aktivliste die Rabina zusammengestellt haben hier in Deutschland.

00:21:10.010 --> 00:21:23.210
Speaker 0: Rabi ist das Koscher heißt sie und da ist tatsächlich so ne Liste von Dingen die überprüft worden sind und manche machen sich's aber wirklich schwer und kaufen nur im jüdischem Supermarkt oder eben Produkte wo eben so einen Koscher Stempel darauf ist.

00:21:23.790 --> 00:21:29.290
Speaker 0: Also das macht es für den Alltag ein bisschen anstrengend, aber als ich persönlich komme ganz gut zurecht.

00:21:29.750 --> 00:21:37.130
Speaker 0: Und ich mache meistens die Einkäufe für uns zu Hause und mit der Zeit wie gesagt gewöhnt man sich und weiß, die Produkte sind in Ordnung und da kann ich kaufen.

00:21:41.990 --> 00:22:02.890
Speaker 2: Man merkt ja wenn Sie so reden, wie sie auch häufig junge Leute unterrichten was wir auch im Gespräch mit jungen Menschen, aber manchmal gar nicht nur notwendig jüngeren Menschen erleben ist so eine Aversion gegenüber dem Ritual, weil es zu unpersönlich ist.

00:22:03.310 --> 00:22:06.810
Speaker 2: Also das ist nicht meine Sprache!

00:22:06.910 --> 00:22:09.290
Speaker 2: Da kommen meine Probleme nicht vor.

00:22:09.770 --> 00:22:14.730
Speaker 2: Ich habe doch meinen eigenen Stil und da muss ich mich so anpassen.

00:22:14.830 --> 00:22:19.430
Speaker 2: wenn ich da Rituelle die uralt sind einfach nachvollziehen muss.

00:22:21.890 --> 00:22:28.550
Speaker 2: Würden Sie dann sagen ja dann erfinde doch deine eigenen Rituaale traditionelle weg.

00:22:29.190 --> 00:22:36.310
Speaker 2: oder wie gehen Sie mit dieser Frage nach der Unpersönlichkeit von Ritualen um?

00:22:39.130 --> 00:22:41.810
Speaker 0: Ja, also die Problematik kennen wir natürlich im Alltag auch.

00:22:41.950 --> 00:22:48.090
Speaker 0: Oder beziehungsweise mit vielen unserer jugendlichen jungen Erwachsenen bis in jedes Alter hinein eigentlich.

00:22:48.950 --> 00:23:00.650
Speaker 0: Zumal dem Judenturm ja noch dazu kommt dass wir vor allen Dingen im traditionellen Judentum auf Hebräe späten Die Texte, die biblischen Texte in der Öffentlichkeit wenn wir aus der Torah lesen.

00:23:01.150 --> 00:23:05.270
Speaker 0: Auf Hebräisch alles auf Hebrähisch bis auf die Ansprache die Predigt des Rabiners.

00:23:06.010 --> 00:23:12.810
Speaker 0: Die ist dann in der Regel in der Landessprache aber manche oder die Mehrheit sogar unserer Jugendlichen sprechen kein Hebräsch.

00:23:13.310 --> 00:23:18.050
Speaker 0: das heißt für sie ist sozusagen Wenn Sie sagen Das Ist nicht meine Sprache Dann ist es tatsächlich Ihre Sprache.

00:23:19.310 --> 00:23:26.030
Speaker 0: Also im wahrsten Sinne des Wortes was zum Beispiel dazu geführt hat dass ich jetzt gerade mit der Hilfe von vielen anderen.

00:23:26.330 --> 00:23:34.150
Speaker 0: Wir haben ein Kinder-Sidur, ein Kindergebetsbuch gemacht, der auch mit Grafik angefühlt angereichert ist.

00:23:35.130 --> 00:23:38.650
Speaker 0: Das Hauptgebet heißt Schema Israel, höre Israel – ja das ist sehr schön!

00:23:38.710 --> 00:23:45.690
Speaker 0: Aber wenn ich das höre noch nicht mal verstehe... Also ich kann Ihnen eine Geschichte erzählen und wenn ich es auf einer Sprache mache die Sie nicht kennen dann haben sie nichts von der Geschichte.

00:23:45.730 --> 00:23:50.190
Speaker 0: Das heißt Sie können zwar vielleicht mit dem Rhythmus mitgehen oder was auch immer aber es ist dann so.

00:23:50.370 --> 00:23:53.890
Speaker 0: Das heisst wir haben diese Schranken noch zusätzlich.

00:23:54.890 --> 00:23:58.230
Speaker 0: Wir haben natürlich die Schranke auch der Säkularisierung unserer Gesellschaft.

00:23:58.770 --> 00:24:05.270
Speaker 0: Das heißt viele sind einfach gar nicht mehr gewohnt an Rituale, sind nicht aufgezogen worden als Kinder im Zuhause so.

00:24:05.610 --> 00:24:16.410
Speaker 0: Das heisst also ich als Rabbiner oder eben auch als Lehrer, der in unseren jüdischen Schulen versuche zu unterrichten komme immer wieder auch an diese Situation und sagt das gehört aber dazu.

00:24:16.570 --> 00:24:18.230
Speaker 0: Aber was sagt mir das?

00:24:19.550 --> 00:24:29.570
Speaker 0: Ich glaube dass es ganz wichtig ist diese Rituelle beizubehalten und zu pflegen Und deshalb sind wir eben auch in der Situation, was wir vorhin gesagt haben diese Nase wie die Schmar.

00:24:30.010 --> 00:24:34.990
Speaker 0: Wir sind eine Generation, die eben nicht mehr einfach tut Ja wer tun das?

00:24:35.050 --> 00:24:36.350
Speaker 0: und dann fragen wir warum eigentlich?

00:24:36.750 --> 00:24:44.130
Speaker 0: sondern hier ist es umgekehrt tatsächlich dass wir sagen müssen Das ist wichtig dass wir es tun weil x y z und deshalb tut es.

00:24:44.390 --> 00:24:55.770
Speaker 0: also ich muss immer praktisch mit jeder Mit jedem Ritual dass ich sozusagen erwarte dass andere es tun sollen immer auch Erklärungen und hoffen, dass ich sozusagen genau die Note treffe.

00:24:56.630 --> 00:24:59.410
Speaker 0: Denjenigen dann anstimmt und sagt, eier stimmt das macht eigentlich Sinn?

00:24:59.490 --> 00:25:00.810
Speaker 0: Das sollte ich eigentlich auch mehr machen!

00:25:02.730 --> 00:25:09.550
Speaker 0: Aber gerade für uns sind diese Rituale ja Zeugnisse, dass wir einen Bund mit Gott haben.

00:25:09.630 --> 00:25:10.950
Speaker 0: Gott hat ein Bund mit uns geschlossen.

00:25:11.270 --> 00:25:15.370
Speaker 0: Wenn ich Schabbath halte bin ich ein Zeuge, das Gott die Welt in sieben Tagen geschaffen hat.

00:25:15.810 --> 00:25:27.890
Speaker 0: wenn ich die Tefillin-Anzieher also die Gebetsriemen Erinnere ich mich persönlich unter anderem daran, dass praktisch die sind mit einem Knoten gebunden.

00:25:28.410 --> 00:25:31.110
Speaker 0: Der Knotener Fibräische heißt Keshe, das ist eine Verbindung.

00:25:31.410 --> 00:25:40.990
Speaker 0: Ich stelle eine Verbindung mit Gott her während ich also Gebetstrieben trage, die Texte aus der Torah beinhalten und so habe ich immer wieder einen Bezug.

00:25:41.650 --> 00:25:48.990
Speaker 0: und was auch schön finde es gibt sozusagen auf allen Ebenen immer wieder diese Rituale sehr stark im Jundum.

00:25:49.050 --> 00:25:50.830
Speaker 0: Es ist auch geprägt beispielsweise durchs Essen.

00:25:51.310 --> 00:26:00.270
Speaker 0: Also jede jüdische Feiertag hat seine eigenen Speisen, wo dann praktisch die Kinder schon herangeführt werden und wissen ach ja zu Pessach gibt es die Mazar.

00:26:00.630 --> 00:26:08.630
Speaker 0: Dieses dünne Kneckebrotartige Brot weil man ja nichts Aufgangenes essen darf also Teigwaren soll nicht aufgehen Nichts säuern.

00:26:09.790 --> 00:26:10.330
Speaker 0: Wir haben zu.

00:26:11.250 --> 00:26:14.390
Speaker 0: zu Hanukkah werden Berliner gegessen Weil sie werden in Öl gebraten.

00:26:14.570 --> 00:26:17.470
Speaker 0: Hanuka ist das ölwunderfest Und so weiter.

00:26:17.530 --> 00:26:20.030
Speaker 0: Also praktisch jedes Feiertags jeder feiertag hat so eine Assetation.

00:26:20.550 --> 00:26:27.370
Speaker 0: Wir verinnernlichen sogar durch das Essen die religiösen Ideen.

00:26:27.690 --> 00:26:37.110
Speaker 0: Wir schaffen Erinnerung, eine kollektive Erinnerungen an ein historisches Ereignis indem wir diese Rituale sozusagen immer wieder aufs Neue erleben.

00:26:38.070 --> 00:26:48.630
Speaker 0: und deshalb glaube ich ist das Schlüsselwort in dem Kontext is im Bündentum Secher Liskor Jiskor also sich erinnern.

00:26:49.870 --> 00:26:52.730
Speaker 0: Geschichte ist etwas, dass anderen Leuten irgendwann mal passiert ist.

00:26:53.430 --> 00:26:56.490
Speaker 0: Erinnerung ist etwas das mir passiert ist und ich mich daran erinnere.

00:26:57.210 --> 00:26:57.770
Speaker 0: Aber gut nicht mehr!

00:26:57.810 --> 00:27:08.230
Speaker 0: Aber meine Eltern haben es mir so oft erzählt, dass vielleicht mein Urgroßel... Und das geht zurück bis an Anfang der jüdischen Geschichte sozusagen, dass wir immer wieder diese Erinnerungen erleben sollen.

00:27:08.710 --> 00:27:19.590
Speaker 0: und weil ich's ja nicht selber erlebe empfinde ich, dass danach möglichst auf allen Ebenen wie gesagt durchs Essen, durch bestimmte Gebete, Ritualien eben.

00:27:21.790 --> 00:27:22.170
Speaker 2: Danke, ja.

00:27:23.130 --> 00:27:25.870
Speaker 2: Sie haben da von den Gebietsriemen geredet?

00:27:27.110 --> 00:27:28.330
Speaker 2: Wie muss man sich das vorstellen?

00:27:29.750 --> 00:27:33.510
Speaker 0: Ja ich... Also die Tfiläne, ich habe welche sogar dabei.

00:27:34.270 --> 00:27:34.910
Speaker 0: Es gibt zwei.

00:27:36.730 --> 00:27:39.910
Speaker 0: Die sind jetzt hier so verpackt damit man sie gut wegräumt.

00:27:40.010 --> 00:27:52.310
Speaker 0: also für diejenigen die das nicht sehen Ich hab ein kleines Taschen und dieses Taschen in dem Fall sogar noch mit Plastik umhüllt Damit es in Bregen auch nicht irgendwie nass wird Und darin sind Vier-Eckige Lederkästchen.

00:27:52.850 --> 00:28:00.430
Speaker 0: Das ist auch spannend, wer das mal nachschauen will im Internet finden sich dann die einen oder anderen Filmchen dazu wie man sie herstellt also es wirklich aus Leder gemacht.

00:28:01.270 --> 00:28:05.630
Speaker 0: Die werden dann über ein langen Prozess in vier Ecken in Quadrate gepresst.

00:28:06.410 --> 00:28:26.110
Speaker 0: diese quadrate kann man Dann sozusagen unten zu klappen So dass in diesem quadrat Ein holraum entsteht und in diesen holraum sind die vier abschnitte auf Pergament hineingegeben, also vier Abschnitte von Hand geschrieben aufs Pergament die in der Torah stehen wo das Gebot steht.

00:28:26.950 --> 00:28:44.530
Speaker 0: Ihr sollt diese Worte als Zeichen auf eure Hand geben und als Denkerinnerung zwischen eurer Augen Und dann werden sie tatsächlich also auf den Oberarm gebunden Das erste auf dem Oberarm auf den Beatsheps sozusagen auf höchste Stelle und dann sieben Mal um den Unterarm gewickelt bis hin zur Hand.

00:28:45.310 --> 00:28:52.910
Speaker 0: und das gleiche macht man da auf dem Kopf dass man den praktisch diesen Kopf auf den Kopf legt und dann gehen die beiden Fäden nach hinten so außen rum.

00:28:53.610 --> 00:28:59.890
Speaker 0: Und dann hat man die Tefilin, die Gebetsriemen oder für Lakterien sagt man manchmal auch.

00:29:00.370 --> 00:29:01.730
Speaker 0: Hat man da tatsächlich angezogen?

00:29:02.330 --> 00:29:04.490
Speaker 0: Auch hier gilt wie das steht wörtlich in der Torah.

00:29:04.670 --> 00:29:07.050
Speaker 0: Die Rabbine erklären uns dann genau, wie es funktioniert.

00:29:08.070 --> 00:29:09.810
Speaker 1: Ja danke für die Beschreibung!

00:29:09.990 --> 00:29:11.110
Speaker 1: Auch die Vorführung.

00:29:12.050 --> 00:29:13.670
Speaker 1: So kann man sich das nochmal gut vorstellen.

00:29:14.570 --> 00:29:28.210
Speaker 1: Ich habe jetzt noch eine Frage, die Wechselwirkung, also von diesen jüdischen Ritualen, wovon sie uns jetzt schon einige vorgestellt haben und sozusagen der nicht-jüdischen Umwelt.

00:29:28.310 --> 00:29:41.470
Speaker 1: Sie haben ja auch angesprochen, dass sozusagen wie wichtig eigentlich diese Sozialisierung von Kindern im Elternhaus ist um diese jüdische Rituelle zu erlernen und vor allem auch zu erleben durch das Essen zum Beispiel.

00:29:43.230 --> 00:29:46.310
Speaker 1: aber was passiert in einer Gesellschaft?

00:29:47.810 --> 00:29:54.510
Speaker 1: Wo sagen, die meisten Mitglieder der Gesellschaft nicht jüdisch sind?

00:29:54.970 --> 00:29:57.270
Speaker 1: Wie ist diese Wechselwirkung dann genau?

00:29:57.330 --> 00:29:59.930
Speaker 1: oder wie erleben Sie das und auch in Ihrer Gemeinde.

00:30:00.910 --> 00:30:08.210
Speaker 0: Ja also ich sage mal es ist sowohl schwierig als auch auf einer gewissen Ebene förderlich.

00:30:08.950 --> 00:30:09.450
Speaker 0: Ich erkläre mich.

00:30:12.470 --> 00:30:15.330
Speaker 0: Wir leben in einer immer säkularer werdenden Welt.

00:30:16.370 --> 00:30:24.030
Speaker 0: Wenn wir zweihundert Jahre plus zurückgehen in der Geschichte oder vielleicht noch ein bisschen mehr, dann war die Alternative zum jüdischen Leben.

00:30:24.930 --> 00:30:29.470
Speaker 0: Ich wechsel meine Glauben und werde in Europa Christ oder ich werde im Orient Moslem.

00:30:31.050 --> 00:30:33.010
Speaker 0: Es gab nicht sozusagen die Option von Säkular.

00:30:34.130 --> 00:30:35.150
Speaker 0: Man war nicht einfach nichts.

00:30:37.190 --> 00:30:47.830
Speaker 0: Heute und seit der Aufklärung verstärkt und seid eben auch gerade hier in Deutschland im Jahrzehnte der Drang war, endlich dürfen Juden aus dem Ghetto raus.

00:30:49.970 --> 00:30:55.990
Speaker 0: War so dieser Wunsch dazu zu gehören zur Gesellschaft mitmachen zu können?

00:30:58.110 --> 00:31:10.770
Speaker 0: War so stark das praktische Rituale oder auch jüdisches rituelles Leben sozusagen als Behinderung galten?

00:31:12.650 --> 00:31:15.290
Speaker 0: wenn ich das halte, dann kann ich ja nicht wirklich dazugehören.

00:31:16.090 --> 00:31:27.730
Speaker 0: Das heißt, ich werfe sozusagen diese Altlasten über Bord auch Teile der Reformbewegung innerhalb des Judentums haben genau über diese Zeremonialgesetze wie sie es genannt haben philosophiert.

00:31:28.190 --> 00:31:32.010
Speaker 0: was kann Ich davon weglassen damit wir so zu sagen besser in die deutsche Gesellschaft passen?

00:31:32.710 --> 00:31:35.770
Speaker 0: Das ist natürlich ein Phänomen dass grundsätzlich immer mitläuft.

00:31:35.850 --> 00:31:50.310
Speaker 0: Wir haben jugendliche jungerwachsene Menschen diesen religiösen Kontext aufgewachsen sind, wie kann ich ein moderner Mensch sein und gleichzeitig diese Rituale halten?

00:31:51.410 --> 00:31:58.030
Speaker 0: Und auf der anderen Seite stelle ich fest – das ist was schwierig macht.

00:31:59.710 --> 00:32:02.470
Speaker 0: Dann haben wir natürlich den historischen Faktor.

00:32:02.670 --> 00:32:03.630
Speaker 0: gerade hier in Deutschland.

00:32:04.310 --> 00:32:11.650
Speaker 0: also die Generation nach der Shoah wächst auf mit einem ganz klaren Die und wir.

00:32:12.890 --> 00:32:16.430
Speaker 0: Die und außen rum, das ist sozusagen das Volk der Täter.

00:32:17.030 --> 00:32:22.290
Speaker 0: Und wir sind das Volg der Verfolgten, der Opfer... ...und deshalb gibt es da eine Barriere!

00:32:23.290 --> 00:32:29.650
Speaker 0: Hier in der Synagoge hier in der Jüdischen Gemeinde, hier im Jugendzentrum, da sind wir unter uns.

00:32:30.130 --> 00:32:33.030
Speaker 0: Das ist so die große Familie und die anderen sind draußen.

00:32:33.730 --> 00:32:42.790
Speaker 0: Das heißt selbst wenn ich gar nicht mehr religiös mich binde vor allen Dingen gilt das für viele Überlebende die sozusagen, man sagt auf jede Spreuge sind mit Gott.

00:32:42.910 --> 00:32:44.530
Speaker 0: Also so im Streit sind.

00:32:44.630 --> 00:32:46.050
Speaker 0: ja wie kann das du das zulassen?

00:32:46.790 --> 00:32:48.030
Speaker 0: Aber die gehen trotzdem in diese Synagoge.

00:32:48.070 --> 00:32:53.330
Speaker 0: Die halten trotzdem an Ritualien oder Rituellen fest weil das gehört dazu.

00:32:53.470 --> 00:32:56.990
Speaker 0: Das ist ja ich finde das zwar blöd,

00:32:57.670 --> 00:32:59.550
Speaker 1: also es klingt wie ein Stück Heimat und Identität

00:32:59.750 --> 00:33:01.370
Speaker 0: und da gehören wir zusammen Identität.

00:33:01.690 --> 00:33:05.750
Speaker 0: Alles bin ich aber gleichzeitig mit einem mit diesem Bruch, mit dem historischen Bruch.

00:33:06.390 --> 00:33:11.090
Speaker 0: So, jetzt wächst die nächste Generation auf und erzieht ihre Kinder möglichst ohne den Bruch.

00:33:11.630 --> 00:33:15.690
Speaker 0: Weil sie sind aufgewachsen mit Geschichten, die geprägt waren.

00:33:16.470 --> 00:33:20.250
Speaker 0: Ja ganz ungewollt teilweise ja aber so dieses Kind ist auf.

00:33:20.870 --> 00:33:23.210
Speaker 0: wir wären damals froh gewesen, wir hätten was zu essen gehabt.

00:33:24.030 --> 00:33:25.950
Speaker 0: Da ist es als Kindergeschichten.

00:33:26.150 --> 00:33:27.070
Speaker 0: also das muss man sich vorstellen.

00:33:27.410 --> 00:33:34.210
Speaker 0: Und dann haben wir eine Gesellschaft wo die Eltern sagen wir wollen dass für unsere Kinder nicht.

00:33:34.830 --> 00:33:41.550
Speaker 0: Die dritte Generation soll möglichst frei von diesen Negativgefühlen sein.

00:33:41.670 --> 00:33:45.670
Speaker 0: Die sollen hier eine offene Gesellschaft, Deutschland ist... Ich selbst habe das erlebt.

00:33:46.050 --> 00:33:47.150
Speaker 0: ich war in Israel.

00:33:48.670 --> 00:33:49.010
Speaker 0: als Kind.

00:33:49.090 --> 00:33:51.790
Speaker 0: Jugendlicher waren wir praktisch jedes Jahr bei meiner Großmutter zu Besuch.

00:33:53.090 --> 00:33:54.770
Speaker 0: und dann kam die Leute wo kommt ihr denn her?

00:33:55.130 --> 00:33:59.330
Speaker 0: Und da kam immer so ja Deutschland was wie könnt ihr in Deutschland leben?

00:34:00.010 --> 00:34:01.770
Speaker 0: Und da musste ich mal begründen, nein Deutschland ist super.

00:34:02.950 --> 00:34:12.830
Speaker 0: Die Leute sind ganz bewusst und die haben sich sozusagen von den Zünden ihrer Eltern- und Großelterngenerationen distanziert und im Gegenteil in Frankreich ist viel gefährlicher an Deutschland bin ich sicher als Jude.

00:34:16.130 --> 00:34:25.969
Speaker 0: Das hat aber so gleichzeitig zu einer Art Verschmelzung geführt wenn ich sehe ja heute ist irgendwie ein Gottesdienst und gleichzeitig spielt Eintracht Frankfurt.

00:34:26.969 --> 00:34:31.709
Speaker 0: Ja, dann werden die meisten Jugendlichen bei Eintracht Frankfurt sein und nicht in der Synagoge.

00:34:32.929 --> 00:34:37.189
Speaker 0: Und dann muss man leider sagen seit zweieinhalb Jahren kippt das Ganze.

00:34:38.009 --> 00:34:48.350
Speaker 0: also siebter Oktober hat zur Folge gehabt dass die Kinder, die bei uns auf die jüdische Schule gehen, auf dem Schulweg keinen Dabelstern mehr tragen.

00:34:49.049 --> 00:34:58.009
Speaker 0: Rabbiner Apel, der andere Rabbiner Orthodox Rabbiner und ich sind so die letzten, die noch öffentlich Die KIPA tragen, es gibt noch ein paar andere aber wirklich einzelne.

00:34:58.410 --> 00:35:03.350
Speaker 0: Ich rate meinem eigenen Sohn der Uni studiert, dass er lieber einen Cappy aufziehen soll.

00:35:03.870 --> 00:35:18.689
Speaker 0: Auf dem Weg zumindest zur Uni im Seminarraum hat er dann die KIPAA auf weil teilt seiner Identität und will das... Er will's ja auch gar nicht verstecken, aber natürlich will er sich auch nicht mutwillig irgendwie als Zielscheibe in der Öffentlichkeit.

00:35:18.810 --> 00:35:28.629
Speaker 0: also das heißt Das führt dann wieder zurück Also diese Negativ-Identität zu sagen die potenziell gefährlichen.

00:35:29.430 --> 00:35:46.310
Speaker 0: Und das wiederum verstärkt dann wieder so eine jüdische Identität im Negativen, wir haben einen Gedenkgottesdienst gemacht der war richtig voll also dieses Gefühl ich möchte etwas tun und ich möchte diese spirituelle zurückbesinnen haben.

00:35:46.370 --> 00:35:47.569
Speaker 0: Also das wird dann wieder stark d.h.

00:35:48.109 --> 00:36:03.310
Speaker 0: Minderheit einerseits sozusagen eine starke Identität meine Zugehörigkeit, also jetzt eben nicht nur ich lasse mich nicht definieren durch die Antisemiten sondern ich möchte mich identifizieren durch mein aktives Jüdisch sein.

00:36:04.109 --> 00:36:13.609
Speaker 0: Also das zu sagen umzukehren wieder in ein Aktives und nicht in ein Passives, die bestimmt wie ich bin und was Ich Bin und warum ich so bin Sondern ich bestimme wie und was ich bin.

00:36:13.709 --> 00:36:15.649
Speaker 0: Und dann kann man sozusagen das wiederum kippen.

00:36:16.189 --> 00:36:23.910
Speaker 0: Das ist sozusagen diese Beizeitigkeit von Minderheit aber nicht irgendeine sondern eine jüdische Minderheid zu sein.

00:36:25.029 --> 00:36:34.149
Speaker 2: Und aktiv heißt jetzt nicht nur, ich vollziehe meine Rituale und kümmere mich um das Florieren unserer Synagoge.

00:36:34.689 --> 00:36:41.709
Speaker 2: Sondern das heisst ja auch ich möchte dass diese Gesamtgesellschaft gelingt oder?

00:36:42.109 --> 00:36:48.910
Speaker 2: Und ich möchte mich auch da einbringen so meinen sie glaube ich das lege ich ihnen jetzt fast in den Mund.

00:36:49.029 --> 00:36:51.450
Speaker 2: also wie was heißt aktiv?

00:36:51.569 --> 00:36:51.629
Speaker 2: Ja

00:36:53.629 --> 00:37:01.549
Speaker 0: Also aktiv, das ist tatsächlich auch so ein innerer Diskurs den wir führen und der ich sag mal in Wellen oder auch von einzelnen Personen bisschen abhängt.

00:37:02.669 --> 00:37:08.870
Speaker 0: Dass die erste Welle oder der erste Impuls sozusagen muss erstmal die Stärkung nach innen sein.

00:37:09.450 --> 00:37:19.770
Speaker 0: ja weil erst einmal brauche ich meine eigene Identität und diese eigenen Identität kann ich dann mein Ich-Sein auch zeigen.

00:37:21.470 --> 00:37:27.509
Speaker 0: Die Grundidee von den Propheten kennen wir es ja, wir sollen Licht sein für die Völker.

00:37:28.950 --> 00:37:41.990
Speaker 0: Es steht im dritten Buch schon dass wir ein Volk von Kohanim sein sollen also das Volk der Priester macht ja keinen Sinn weil wir haben ja innerhalb des Judentums haben wir Unterschiede von Priestern und Sekularen und Laien.

00:37:43.069 --> 00:37:44.649
Speaker 0: Also was ist da mit gemeint sozusagen?

00:37:45.169 --> 00:37:55.450
Speaker 0: Dass das so wie es innerhalb der jüdischen Gesellschaft eine Struktur gibt So sollen wir in der Welt versuchen durch unser moralisches Handeln, durch unser ethisches Handeln.

00:37:55.850 --> 00:38:00.270
Speaker 0: Durch unsere Gebote, dass die Menschheit sagt ach so kann man auch sein.

00:38:00.689 --> 00:38:01.730
Speaker 0: daran nehmen wir uns ein Beispiel.

00:38:02.230 --> 00:38:04.549
Speaker 0: das heißt dass dieses Wirk natürlich aktiv sein muss.

00:38:04.850 --> 00:38:14.770
Speaker 0: wir sind relativ wenige in der Welt mit fünfzehn Millionen gegen acht Milliarden und nicht gegen sondern im Verhältnis zu Und dann ja aber je öfter.

00:38:14.810 --> 00:38:24.669
Speaker 0: und deshalb ist es wichtig öffentlich klarzumachen über ich Ich habe regelmäßig Vorträge über Medizinethik zum Beispiel, wie das Judentum dazu steht oder andere ethische Themen.

00:38:26.509 --> 00:38:27.709
Speaker 0: Denn das geht nur so.

00:38:27.890 --> 00:38:31.250
Speaker 0: Das ist ja der Ursprung des jüdischen Volkes.

00:38:31.370 --> 00:38:43.390
Speaker 0: wahr als Sklaven in Ägypten zu sein und zu sagen wir wissen wie es auf der falschen Seite der Skala ist und deshalb sollst du dich erinnern, soll sein Netz zu den Witwen und Weisen seinen Netz zu dem Fremden damit wir die Umkehrung leben.

00:38:43.770 --> 00:38:51.609
Speaker 0: Und gerade weil wird über zweitausend Jahre Diaspora immer wieder Minderheit waren, wissen wir natürlich wie das ist unterdrückt zu werden.

00:38:51.689 --> 00:39:13.930
Speaker 0: Eine eine Gesellschaft zu leben die ungerecht ist und deshalb sind wir so sehr auch für Kämpfer immer gewesen in denke ich allen Strukturen, in allen unterschiedlichen Kulturen immer wieder für Gerechtigkeit, für gerechte Gesellschaften zu kämpfen und dass eben auch gerade wenn es so schlimm ist wie jetzt noch lauter und noch deutlicher zu machen.

00:39:15.069 --> 00:39:21.930
Speaker 1: Ja, auch noch mal Danke für die Schilderung zwischen dieser Perspektive der Minderheit.

00:39:22.910 --> 00:39:24.730
Speaker 1: Kann ich also irgendwo ein wenig nachvollziehen?

00:39:24.770 --> 00:39:39.790
Speaker 1: Ich bin ja katholisch gekommen aus Berlin, dass man in eine Minderheiz nur sehr ansatzweise natürlich... Aber ich glaube das ist auch in Großazien unserem Podcast Wissen über Religionen in die Öffentlichkeit zu tragen und religiöse Gruppen in Deutschland.

00:39:40.450 --> 00:39:41.589
Speaker 1: Wir sind religiös plural.

00:39:41.970 --> 00:39:48.950
Speaker 1: Ihren Platz haben, ihren Ort haben und große Motivation für mich auch das jüdische Menschen keine Cappy weiterhin in Deutschland.

00:39:48.990 --> 00:39:52.850
Speaker 1: Also irgendwann der Zustand hoffentlich erreicht wird dass sie keine Cappie tragen müssen oder ihr Sohn.

00:39:53.549 --> 00:40:03.390
Speaker 1: es berührt mich sehr wenn Sie das sagen irgendwie das finde ich ein Zustand an die es zu arbeiten gilt in Deutschland genau also nochmals erspannend.

00:40:03.430 --> 00:40:12.830
Speaker 1: auf jeden Fall dieses Verhältnis Mehrheitsgesellschaft, Minderheitsreligion dieser Anpassungsdruck, der doch irgendwie da ist und wie man mit dem umgeht.

00:40:12.990 --> 00:40:18.410
Speaker 1: Und was das auch in einer Gemeinschaft auslöst für Dynamiken... Genau!

00:40:20.029 --> 00:40:22.410
Speaker 2: Also mir fallen noch viele Fragen ein.

00:40:22.549 --> 00:40:23.990
Speaker 2: Ich werde auch gleich noch eine stellen.

00:40:24.350 --> 00:40:29.850
Speaker 2: aber ich möchte auch ankündigen lieber Rabina Susann Stellen Sie uns ruhig auch Fragen.

00:40:30.310 --> 00:40:33.569
Speaker 2: Also, es soll jetzt hier nicht so sein wie einer wird von zweien gegrillt.

00:40:33.669 --> 00:40:37.049
Speaker 2: Ja, sie sollen ruhig sagen.

00:40:37.709 --> 00:40:40.950
Speaker 2: Ich wollte also nur damit Sie sich eine Frage überlegen können.

00:40:41.009 --> 00:40:45.689
Speaker 2: falls Sie noch keiner auf der Lippe haben würde ich nochmal ansprechen.

00:40:47.049 --> 00:40:55.509
Speaker 2: Stichwort aktiv hatten wir eben schon aber das jüdische rituelle Leben wirkt ja auch selber sehr aktiv da tut man sehr viel.

00:40:56.370 --> 00:41:00.250
Speaker 2: Gibt es eigentlich auch Momente, wo gar nichts ist?

00:41:00.350 --> 00:41:01.370
Speaker 2: Wo stille ist.

00:41:01.870 --> 00:41:07.230
Speaker 2: Wo dann so Raum für eine persönliche Gottesbegegnung vielleicht ist?

00:41:07.609 --> 00:41:11.930
Speaker 2: Also jetzt können Sie entweder darauf eingehen oder uns grillen!

00:41:14.209 --> 00:41:15.649
Speaker 0: Das gibt's grundsätzlich schon.

00:41:16.250 --> 00:41:19.870
Speaker 0: nur habe ich das Gefühl... Ich bin dauernd im Podcast deshalb hab' ich gar keine Zeit dafür.

00:41:20.890 --> 00:41:22.410
Speaker 0: Spass Tatsächlich

00:41:22.450 --> 00:41:23.209
Speaker 1: Wie halten sie davon

00:41:23.290 --> 00:41:23.390
Speaker 1: ab?!

00:41:24.149 --> 00:41:25.169
Speaker 0: Genau, sie sind schuld.

00:41:26.450 --> 00:41:27.910
Speaker 0: Aber auch das ist Teil des Rituals.

00:41:27.950 --> 00:41:28.850
Speaker 0: Das ist ganz interessant.

00:41:28.930 --> 00:41:32.730
Speaker 0: wenn wir also klassischerweise das Morgen gebeten.

00:41:32.810 --> 00:41:38.430
Speaker 0: Wir beten dreimal am Tag morgens nachmittagsabend und jetzt das Morgengebete.

00:41:38.529 --> 00:41:42.109
Speaker 0: ich habe vorhin ja schon so ein bisschen von verschiedenen Ebenen des Seins gesprochen.

00:41:42.209 --> 00:41:49.189
Speaker 0: Also der erste Teil des Gebetes beschreibt so dass morgenliche aufstehen die Opfergaben die man früher im Tempel gegeben hat.

00:41:49.490 --> 00:41:52.330
Speaker 0: das ist so der körperliche Bereich der physische.

00:41:53.370 --> 00:41:54.649
Speaker 0: dann kommen Gefühle.

00:41:54.730 --> 00:41:55.450
Speaker 0: Wie drücke ich die aus?

00:41:55.850 --> 00:41:57.509
Speaker 0: Durch Lieder, die Psalmen.

00:41:57.970 --> 00:42:03.549
Speaker 0: das mündet mit dem Gesang am Schilfmeer, das Lied vom Schilbmeer bei der Durchquerung.

00:42:04.709 --> 00:42:19.370
Speaker 0: Dann kommt sozusagen der intellektuelle Teil des Anerkennens, ein Gottesschema Israel mit den Gebeten, dass Gott derjenige ist, der die Welt funktionsfähig hält, nämlich indem die Sonne morgens aufgeht und wieder unter- beziehungsweise hell und dunkel wird.

00:42:19.470 --> 00:42:25.109
Speaker 0: und diese universale Struktur behält die Besonderheit so.

00:42:25.910 --> 00:42:27.410
Speaker 0: Und dann kommt die Amida.

00:42:28.370 --> 00:42:33.069
Speaker 0: Amida ist ein stilles Gebet, das drückt sozusagen die Spiritualität aus, sein Gebet.

00:42:33.930 --> 00:42:38.709
Speaker 0: Normalerweise muss ich ein Gebet immer so laut sprechen dass ich es mindestens selber hören kann sonst gilt's nicht.

00:42:39.029 --> 00:42:40.390
Speaker 0: Die Amida is noch stiller.

00:42:42.330 --> 00:42:43.890
Speaker 0: auch wieder eine Anleitung.

00:42:45.029 --> 00:42:56.810
Speaker 0: da sind Lobgebete, Bit-Gebete und Dankgebete aber auch den Moment innerhalb dieser Gebete immer das auch zu vertiefen, wenn man jetzt besonders anliegen hat.

00:42:57.509 --> 00:43:00.750
Speaker 0: Aber eben auch der Moment wirklich so in sich ganz insichtzugehen.

00:43:01.950 --> 00:43:10.549
Speaker 0: und eine Sache finde ich dabei spannend dass Gebet auf Hebräisch oder Beten vielleicht leichter gesagt beten heißt Lehitpalel.

00:43:11.209 --> 00:43:20.609
Speaker 0: Das ist reflexiv also es als würde man sagen sich selbst zu beten Und die meisten Menschen glaube ich haben so im Kopf.

00:43:20.689 --> 00:43:20.730
Speaker 0: So.

00:43:20.790 --> 00:43:26.890
Speaker 0: wenn ich jetzt bete dann kann ich Gott beeinflussen dass er macht was Ich will Aber idealerweise macht ein Gebet etwas mit mir.

00:43:27.750 --> 00:43:30.950
Speaker 0: Ich sollte anders aus dem Geld herausgehen, als ich reingegangen

00:43:30.990 --> 00:43:31.069
Speaker 0: bin.".

00:43:32.430 --> 00:43:38.810
Speaker 0: Und das ist so diese innere Innsicht zurückziehen und das jeden Tag dreimal.

00:43:39.970 --> 00:43:40.910
Speaker 0: Das heißt ja es kommt vor.

00:43:41.069 --> 00:43:48.509
Speaker 0: Es kommt natürlich auch an andere Stellen vor im Privaten sowieso und vor allen Dingen vorm Schlafen gehen.

00:43:48.910 --> 00:43:53.649
Speaker 0: Da ist noch mal ein ganz guter Moment wenn dann tatsächlich alles andere außen rum aus ist.

00:43:55.629 --> 00:43:56.290
Speaker 0: Meine Frage an Sie.

00:43:56.410 --> 00:44:10.390
Speaker 0: Ja, da gibt es auch eine ganze Reihe von... Ich habe lustigerweise meinen ersten Vortrag, habe ich gehalten vor einem christlichen Bibelkreis mit fünfzehn und zwar hatte er einen Mitschüler von mir, deren Mutter.

00:44:10.750 --> 00:44:31.830
Speaker 0: Dessen Mutter war in so einem Bibelkreis und die haben mich eingeladen, sie wollte mal über Judentum und dann hab' ich da übers Judenturm gesprochen und dann kam noch der Pfarrer dazu und dann sagte einer der Damen dort ach ja Herr Pfarra Es ist schon ein bisschen schade, wenn wir das jetzt so hören wie es im Judentum ist dass wir so wenig übrig haben von unseren Ritualen.

00:44:32.230 --> 00:44:34.450
Speaker 0: Also vielleicht sollten wir auch mal wieder öfter in die Kirche gehen.

00:44:34.890 --> 00:44:37.430
Speaker 0: Irgendwie sowas kam dann und habe ich zu dem Pfarrer gesagt hey!

00:44:38.350 --> 00:44:43.029
Speaker 0: Ich glaube ich habe so ein bisschen von ihrer Arbeit übernommen... Das ist der Call!

00:44:43.770 --> 00:44:50.169
Speaker 0: Aber ich glaube das ist einer der Grundsatzfragen, die wir immer wieder haben aus jüdischer Sicht an das Christentum.

00:44:52.709 --> 00:45:03.470
Speaker 0: Jesus selbst wird zitiert, ich glaube es ist Matthäus Kein Jota soll verändert werden von der Schrift und ich bin nicht gekommen, um etwas zu ändern oder zu reduzieren.

00:45:04.410 --> 00:45:08.169
Speaker 0: Und dann ist aber das Christentum letztendlich doch genau das also aus jüdischer Sicht.

00:45:08.209 --> 00:45:13.270
Speaker 0: Sechs-hundertreizehn-Gene-Verbote die waren ja auch bindend für Jesus und er hat es ja höchstwahrscheinlich auch alle gehalten.

00:45:14.109 --> 00:45:16.709
Speaker 0: wie steht das Judentou?

00:45:17.109 --> 00:45:21.410
Speaker 0: Wie steht das Christen um heute sozusagen zu diesem Teil der Historie?

00:45:21.810 --> 00:45:28.790
Speaker 0: Ich verstehe wie's passiert ist Aber vielleicht sagen Sie noch mal was dazu welche Rituale, die sozusagen aus dem Judentum eigentlich stammen.

00:45:29.689 --> 00:45:31.790
Speaker 0: Man hat's ... Heute braucht man es nicht mehr.

00:45:32.390 --> 00:45:33.649
Speaker 0: Ist da nicht so ein bisschen das Gefühl?

00:45:33.770 --> 00:45:39.790
Speaker 0: Also ich hab manchmal das Gefühl, man schwebt in den Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

00:45:40.029 --> 00:45:41.009
Speaker 0: Da soll ich hinkommen.

00:45:41.450 --> 00:45:45.350
Speaker 0: Aber es gibt keine Stufen, wie ich diese höchste Stufe erreichen kann.

00:45:45.430 --> 00:45:48.149
Speaker 0: Im Judenturm gibts immer ganz viele kleine Schritte und die muss ich handeln.

00:45:48.209 --> 00:45:52.430
Speaker 0: oder komme ich hoffentlich irgendwann auf dieser Ebene wo dann die Ideale sind.

00:45:53.049 --> 00:45:56.549
Speaker 0: Und im Christenturm habe ich häufig das Gefühl, diese Zwischenschritte fehlen.

00:45:57.529 --> 00:45:59.870
Speaker 0: Fehlen Ihnen die Rituale nicht auch oder einige davon?

00:46:01.730 --> 00:46:08.689
Speaker 2: Also ich praktiziere auch viele katholische Rituelle schon mit großer Begeisterung muss ich sagen ja.

00:46:09.230 --> 00:46:22.810
Speaker 2: Manches ist es so ein bisschen selbst überlegt also dass sich zum Beispiel direkt nach dem Aufstehen einen Kreuzzeichen mache und so den Tag dann dem Herrn Anvertraue und mich ihm anvertrauen.

00:46:23.450 --> 00:46:33.109
Speaker 2: aber Vieles ist einfach auch das, was die gesamte Kirche vollzieht und was natürlich ganz nah an den Traditionen Israels ist.

00:46:33.410 --> 00:46:39.910
Speaker 2: Also zum Beispiel gehört zu allen Gebetszeiten des Beten von Psalmen.

00:46:40.569 --> 00:46:54.509
Speaker 2: Und sie sind natürlich ganz großartig weil da alle Stimmungen, denen Mensch haben kann und alle Gefühle, die in einem aufkommen Raum haben und rauskommen.

00:46:56.089 --> 00:47:15.109
Speaker 2: Und dann sind natürlich auch unsere liturgischen Bräuche, Regeln schon sehr ähnlich wie das zum Beispiel was im Tempel vollzogen wurde also dass es bei uns in den feierlichen Gottesdiensten Weihrauch vorkommt.

00:47:15.189 --> 00:47:28.870
Speaker 2: ja aber all das soll natürlich immer auch eine neue Verbindung zwischen uns und dem Auferstandenen Christus sein, also das Besondere und Neue.

00:47:29.609 --> 00:47:48.430
Speaker 2: Und wenn Jesus vom nicht abzuschaffenden Jota- und Tüpfelchen redet dann sagt er im gleichen Atemzug ich bin dazu gekommen zu erfüllen und sicherlich nur in dem Sinn das jetzt zu machen sondern bei uns kommt da natürlich auch noch dieser Anspruch dazu.

00:47:49.890 --> 00:47:49.950
Speaker 2: so

00:47:50.910 --> 00:47:51.089
Speaker 0: wie

00:47:52.569 --> 00:48:03.390
Speaker 2: als Christus gelebt hat und in der Gemeinschaft mit Christus wir leben können, kommt es dann zu seinem eigentlichen also im dem Sinn zur Erfüllung.

00:48:04.370 --> 00:48:11.430
Speaker 2: Also diese Skepsis soll möglichst wenig Rituale haben.

00:48:11.750 --> 00:48:18.990
Speaker 2: das halte ich auch für eine geradezu gefährliche Abstrahierung des Glaubens.

00:48:19.850 --> 00:48:29.450
Speaker 2: aber natürlich ist die Grundhaltung bei uns jetzt dieser Geschenkte Freude über den Auferstandenen, über die Auferstehung.

00:48:31.230 --> 00:48:37.669
Speaker 2: Und das wollen wir vor allem und das wollten auch die frühen Christen schon ausleben und zeigen mit unseren Ritualen.

00:48:38.109 --> 00:48:40.149
Speaker 2: Frau Tannen, Sie sehen es vielleicht noch mal völlig anders oder?

00:48:42.290 --> 00:48:51.609
Speaker 1: Ja also für mich was... Es gab ja ... ... der zweite Partikanum und da hat man sich schon viel Gedanken gemacht zur Verhältnis von Kirche und Welt.

00:48:52.649 --> 00:48:55.910
Speaker 1: Und es gibt zwei Stellen, die ich hier im Kopf habe.

00:48:55.950 --> 00:49:09.810
Speaker 1: Und zwar einmal im Nostraeitate hat man nochmal ganz klar festgehalten dass Jesus Jude war und dadurch das Verhältnis für uns zum Judentum nicht nur nice to have ist sondern wirklich Identitätsstiften also aus meinem eigenen Glauben heraus.

00:49:10.830 --> 00:49:11.850
Speaker 1: Jesus war Jude so!

00:49:11.970 --> 00:49:22.790
Speaker 1: Das ist ganz klar und das ist für mich einmal sehr wichtig wirklich auch im Gespräch mit dem Judentum zu sein, aus meinem Glauben heraus.

00:49:23.529 --> 00:49:34.290
Speaker 1: Und dann sozusagen diese Frage Anpassungsdruck und irgendwie Veränderung und Ursprungstreue würde ich sagen da gibt es eine Stelle nach den Zeichen der Zeit zu forschen.

00:49:35.450 --> 00:49:46.970
Speaker 1: Diese Zeichen in der Zeit sind jetzt nicht gleichzusetzen mit dem Zeitgeist also alles was irgendwie gerade on vogue ist umsetzen sondern sich zu fragen, was sagt mir diese Zeit?

00:49:47.009 --> 00:49:48.149
Speaker 1: Wie sieht die Zeit aus?

00:49:48.250 --> 00:49:49.450
Speaker 1: Dafür muss ich sie gut kennen.

00:49:49.649 --> 00:49:51.649
Speaker 1: Ich muss mich mit ihr beschäftigen.

00:49:51.770 --> 00:49:53.689
Speaker 1: in dem Dokument steht auch wirklich forschen.

00:49:55.189 --> 00:49:57.109
Speaker 1: Also eher forschen... Was ist da so los?

00:49:57.730 --> 00:50:17.549
Speaker 1: und dann in... Zu schauen okay, was... Was sagt diese Zeit und wie kann ich Sie sozusagen verbinden zu diesem Ursprung den wir haben also zum dreifaltigen Gott an den wir glauben Genau, also nicht dem Zeitgeist verfallen und alles sozusagen machen was gerade irgendwie gerade in Mode ist.

00:50:18.189 --> 00:50:21.649
Speaker 1: Aber ihn auch nicht ignorieren und sagen ich ich ziemlich daraus komplett zurück.

00:50:21.830 --> 00:50:30.029
Speaker 1: es geht glaube ich so ein bisschen darum diese Balance zu finden oder im Dialog in der Welt zu stehen und Salz für die Erde zu sein.

00:50:30.149 --> 00:50:40.209
Speaker 1: Also sozusagen ich finde die welt wunderbar sie ist irgendwie von Gott geschöpft Und von daher habe ich jetzt auch keine Angst vor ihr.

00:50:40.310 --> 00:50:49.950
Speaker 1: Ich muss mich nicht irgendwie zurückziehen, sondern ich möchte diese Welt kennenlernen und die Zeichen der Zeit verstehen, weil sich Gott für uns einfach in dieser Geschichte da ist.

00:50:50.049 --> 00:50:52.049
Speaker 1: Also es ist ein geschichtliches.

00:50:52.290 --> 00:50:56.609
Speaker 1: Es ist ein Zeichen einer Geschichtlichkeit.

00:50:58.709 --> 00:50:59.569
Speaker 1: Die Geschichte ist sehr wichtig.

00:51:00.770 --> 00:51:04.029
Speaker 1: Sie meinten ja sozusagen... Das habe ich sehr mitgenommen.

00:51:04.509 --> 00:51:21.910
Speaker 1: Die Erinnerung ist sozusagen eigentlich auch ein Schlüsselbegriff und da kann ich total zustimmen, weil auch aus meinem Glauben heraus ich mich an die Geschichte also die Geschichtlichkeit Gottes wichtig ist und Identitätsstiften und ich auch versuche durchsagen durch sie immer besser zu verstehen.

00:51:23.430 --> 00:51:26.049
Speaker 1: Genau so würde ich das sehen.

00:51:28.330 --> 00:51:43.310
Speaker 0: Aber würden Sie sagen was ich im Gespräch mit christlichen Geistlichen, die wir dann davon erzählen dass Kirchen geschlossen oder gemeint zusammengelegt werden also der Schwund sozusagen.

00:51:43.810 --> 00:51:48.589
Speaker 0: Der Gläubigen hat ja so eine Zweiseitigkeit.

00:51:48.790 --> 00:52:02.770
Speaker 0: das eine ist die grundsätzliche immer leichterfallende Sekularität sag ich mal der Menschen und die Attraktivität vielleicht auch dessen Und gleichzeitig Was fehlt?

00:52:02.890 --> 00:52:05.870
Speaker 0: Also, wenn ich jetzt mit Gläubigmenschen spreche.

00:52:06.290 --> 00:52:08.470
Speaker 0: Wo fehlt sozusagen der Übertrag auf die anderen?

00:52:08.970 --> 00:52:11.129
Speaker 0: Warum gelingt es nicht mehr?

00:52:11.209 --> 00:52:12.490
Speaker 0: Haben wir zu viele Rituale?

00:52:12.549 --> 00:52:15.410
Speaker 0: oder glauben Sie über das Christentum haben sie zu viel und haben sich zu wenige?

00:52:15.490 --> 00:52:17.089
Speaker 0: sollte man die anders zelebrieren?

00:52:17.290 --> 00:52:18.270
Speaker 0: muss man da was erneuern?

00:52:18.350 --> 00:52:29.410
Speaker 0: oder wie würden Sie sagen dass sozusagen das Rituar als solches eine Rolle spielt in der Akquise oder sogar dem Abschrecken von Gläuben?

00:52:31.330 --> 00:52:34.189
Speaker 1: also Ich glaube, den Punkt, den Sie auch hatten.

00:52:34.270 --> 00:52:42.129
Speaker 1: Die Sozialisierung habe ich so, dass man es verstanden hat, die im Judentum sehr wichtig ist sozusagen das Kennlernen von den religiösen Zualen.

00:52:42.569 --> 00:52:58.770
Speaker 1: Ich würde auch sagen, dass das im Christentum auch einen Wert hat also vielleicht nicht so stark wie im Judentoom aber sozusagen dieses In der Katholischen Kirche hat mir auch in der letzten Folge tatsächlich über die Taufe geredet, die man ja im katholischen auch als Kind erfährt.

00:52:58.870 --> 00:53:07.089
Speaker 1: Also wenn sich die Eltern dafür entscheiden, als Kind getauft und das ist glaube ich für viele Menschen schon so ein bisschen schräg, wieso jetzt ein Kind?

00:53:07.149 --> 00:53:10.669
Speaker 1: das kann sich ja gar nicht entscheiden und es ist dann vielleicht da irgendwie reingenötigt.

00:53:11.750 --> 00:53:13.049
Speaker 1: Ich wurde auch als Kind getauft.

00:53:13.589 --> 00:53:19.950
Speaker 1: ich habe das nie als Nötigung empfunden sondern als eine Tür die meine Eltern mir geöffnet haben wie sie mir auch die Tür geöffnete haben.

00:53:20.009 --> 00:53:31.069
Speaker 1: ich spiele Hockey im Hockeyverein und das sind sozusagen also dadurch bin ich damit sehr vertraut und hab sozusagen meine Reise im Glauben und hieß natürlich die da.

00:53:31.330 --> 00:53:40.029
Speaker 1: aber mir wird überhaupt die Tür Und das sehe ich als sehr großes Geschenk an, sozusagen... ...das als Kind miterlebt zu haben.

00:53:40.230 --> 00:53:45.049
Speaker 1: Also sei es irgendwie Krippenspiel jedes Jahr gemacht zu haben habe ich total positiv in Erinnerung.

00:53:45.209 --> 00:53:52.350
Speaker 1: und also deswegen glaube ich nicht dass wir zu wenig oder zu viele religiöse Rituale haben.

00:53:53.009 --> 00:53:53.330
Speaker 1: Wir haben ja.

00:53:54.770 --> 00:54:05.589
Speaker 1: Sondern ich glaube, dass für viele Menschen sie vielleicht nicht mehr verständlich sind warum Sie eigentlich da sind und sagen was mich da bewegt und berührt, was ich da erfahren kann.

00:54:06.089 --> 00:54:16.430
Speaker 1: Dass wir vielleicht als Kirche, als Gemeinschaft sozusagen uns fragen müssen wie können wir die eigentlich auch besser übersetzen oder kommunizieren an Menschen, die das gar nicht kennen?

00:54:16.970 --> 00:54:26.930
Speaker 1: Die nicht eine religiöse Sozialisierung oder eine katholische Christliche wie auch immer erlebt haben und sozusagen da gar keine Sprachfähigkeit bis jetzt haben.

00:54:27.029 --> 00:54:31.009
Speaker 1: Und das ist natürlich ganz anders als es bei mir ist wo ich damit aufgewachsen bin.

00:54:31.069 --> 00:54:38.109
Speaker 1: also Ich bin dann sehr empfänglich für Und ich glaube, das ist eine große Herausforderung in einer säkularen Gesellschaft.

00:54:38.529 --> 00:54:48.770
Speaker 1: Menschen die keine religiöse Musikalität haben oder sozusagen da gar nichts da ist, das zu erklären was wir da eigentlich so machen.

00:54:48.910 --> 00:54:55.149
Speaker 1: Aber ich denke der Podcast ist ein guter Anfang auch dafür weil man ja überhaupt erstmal erfährt, was machen denn diese religiösen Menschen da so?

00:54:55.549 --> 00:55:02.649
Speaker 1: In ihren Ritualen und genau also... Ich glaube, da haben wir heute einen kleinen Beitrag zu geleistet.

00:55:03.770 --> 00:55:06.129
Speaker 0: Ja ich glaube das ist auch ein ganz wichtiger Punkt.

00:55:06.209 --> 00:55:09.950
Speaker 0: dieses... Auch das Verhältnis, was ich gerade gesagt habe im Lassay bin ich schmar, dieses Tun und Hören.

00:55:11.129 --> 00:55:17.569
Speaker 0: Wie sehr kann ich in unserer heutigen Gesellschaft eigentlich noch erwarten dass irgendjemand etwas tut ohne Zu verstehen warum?

00:55:18.009 --> 00:55:31.310
Speaker 0: Und ich glaube, das ist wahrscheinlich die Aufgabe von religiösen Menschen ist sozusagen den weniger religiösen sozusagen nochmal zu erklären Wir haben häufig die Tendenz, glaube ich so in die Orthopraxie abzurutschen.

00:55:32.230 --> 00:55:35.370
Speaker 0: Und zu sagen dass wir machen das weil das zu machen ist und dann machen wir es halt.

00:55:35.470 --> 00:55:36.109
Speaker 0: und warum?

00:55:38.169 --> 00:55:43.790
Speaker 0: Wenn ich darauf keine Antwort auf diese Warum habe nicht, dass mein Motivator sagt meinen Motivat oder ich brauche das nicht.

00:55:43.830 --> 00:55:47.730
Speaker 0: Ich brauche keinen Erklärer hinteran der Erklärers Gott will das sich als Ressruktur also.

00:55:48.270 --> 00:55:58.810
Speaker 0: aber ich muss schon in der Lage sein auch anderen nahe zu bringen Und ich glaube, wenn ich es einfach nur mache und den Wald verlauter Bäumen nicht mehr sehe dann rutsche ich in diese Orte.

00:55:58.870 --> 00:55:59.169
Speaker 0: praxiert.

00:55:59.250 --> 00:56:00.629
Speaker 0: Man fahrt halt immer eine schöne Geschichte erzählt.

00:56:01.330 --> 00:56:02.470
Speaker 0: Also wir sind als Kinder aufgewachsen.

00:56:02.509 --> 00:56:03.890
Speaker 0: Ich frage sie Juden.

00:56:03.950 --> 00:56:05.589
Speaker 0: ganz viele Juden werden die gleiche Antwort geben.

00:56:05.930 --> 00:56:11.310
Speaker 0: Jeden Freitagabend gibt es also dieses Ritual Die Frau in der Regel zu Hause zündet die Kerzen an.

00:56:11.370 --> 00:56:12.509
Speaker 0: damit wird das Schabbat begonnen.

00:56:12.990 --> 00:56:28.049
Speaker 0: Wenn man vom Gottesdienst nachhause kommt freitag Abend Dann wird Wein getrunken Also ein Segen auf den Wein gesprochen Zopfbrote, also die beiden Chalotte werden zugedeckt während man den Kitteschmacht und dann geht mein Händewaschen.

00:56:28.730 --> 00:56:31.410
Speaker 0: Das Brot wird aufgedeckt und dann wird das Brot gegessen.

00:56:31.529 --> 00:56:32.890
Speaker 0: So der Segen natürlich!

00:56:34.029 --> 00:56:39.890
Speaker 0: Und meinen Vater fragt mal wieder als Rabbiner in der Gemeinde sagt wissen sie eigentlich warum er das Brott zudeckt?

00:56:39.950 --> 00:56:45.089
Speaker 0: Und ich mit so dreizehn vierzehnt sage ja natürlich hundertmal gehört hat die Frage und die Antwort.

00:56:45.689 --> 00:56:46.529
Speaker 0: und er sagt ach du weißt ja.

00:56:46.609 --> 00:56:48.669
Speaker 0: warum zeige ich damit dass Brot sich nicht schämt?

00:56:49.029 --> 00:56:51.390
Speaker 0: Und deshalb sage ich für Sie, fragen Sie ganz viele jüdische Menschen.

00:56:51.430 --> 00:56:53.209
Speaker 0: Die werden immer sagen das Brot soll sich nicht schämen.

00:56:53.250 --> 00:56:53.470
Speaker 0: Warum?

00:56:53.549 --> 00:56:58.669
Speaker 0: Weil der macht Kindschaft den Wein und das Brott sagt achte aber die ganze Woche bin ich doch wichtig so und heute nicht.

00:56:58.750 --> 00:56:59.569
Speaker 0: warum das der Wein?

00:56:59.609 --> 00:56:59.870
Speaker 0: der Wein?

00:56:59.930 --> 00:57:00.910
Speaker 0: ja weil Schabbat.

00:57:01.509 --> 00:57:02.750
Speaker 0: man möchte etwas teures was wichtig ist.

00:57:03.770 --> 00:57:05.250
Speaker 0: So jetzt soll mal das Broth aber nicht kränken.

00:57:06.509 --> 00:57:09.290
Speaker 0: Mein Vater guckt mich an und sagt wie alt bist du?

00:57:10.490 --> 00:57:11.910
Speaker 0: Und ich höre dreizehn.

00:57:12.490 --> 00:57:15.709
Speaker 0: wenn er sagt du bist dreizehnt glaubst immer noch dass Brot Gefühle hat?

00:57:19.149 --> 00:57:20.330
Speaker 0: Ja, natürlich nicht.

00:57:20.370 --> 00:57:22.209
Speaker 0: Aber ja, da bin ich draufgewachsen mit dieser

00:57:22.250 --> 00:57:22.529
Speaker 0: Geschichte.".

00:57:23.410 --> 00:57:29.589
Speaker 0: Und er sagt, stellt euch vor, jemand kommt also klassischer für eine Situation und der Mann kommt jetzt zum Gebet nach Hause.

00:57:29.649 --> 00:57:36.490
Speaker 0: die Frau hat Tisch gedeckt und alles gemacht und er bringt Gäste mit und alle kommen rein und er guckt auf den Tisch und sieht das Brot ist nicht so gedeckt.

00:57:36.950 --> 00:57:41.850
Speaker 0: Und jetzt fängt er an seine Frau anzumeckern und dann noch anzuschreien was hast du denn gemacht?

00:57:42.209 --> 00:57:43.129
Speaker 0: oder was?

00:57:43.290 --> 00:57:44.810
Speaker 0: Wie kannst du gar nicht mal den Tisch decken?

00:57:44.890 --> 00:57:47.770
Speaker 0: Und dann sagt mein Vater Was hat er gerade gemacht?

00:57:49.169 --> 00:57:51.310
Speaker 0: Er hat das Gebot, dass uns vorschraubt.

00:57:51.509 --> 00:57:53.129
Speaker 0: Der Brauch ist nicht mal ein Gebot.

00:57:53.410 --> 00:57:58.529
Speaker 0: Den Brauch, dass wir das Brot zu decken oder das Brott nicht so beschämen, hat er genutzt um seine Frau zu beschägen.

00:57:59.490 --> 00:58:12.029
Speaker 0: Also er hat praktisch vor lauter Orthopraxie das Gebot ad absurdum geführt und ich glaube da immer wieder hin müssen, dass Menschen erklären was der Background ist?

00:58:12.230 --> 00:58:12.850
Speaker 0: Warum machen wir es?

00:58:13.230 --> 00:58:14.850
Speaker 0: Warum ist eine Taufe etwas Besonderes?

00:58:15.870 --> 00:58:17.609
Speaker 0: dass den Ursprung hat in der Mikve.

00:58:18.830 --> 00:58:26.890
Speaker 0: Aber die Mikve, die den Urspring hat im ersten Element, das in der Torah, in der Bibel beschrieben wird, ja?

00:58:27.250 --> 00:58:31.790
Speaker 0: Dass der Geist Gottes über dem Wasser schwebt noch ganz am Anfang, wo noch alles Tohuva-Wohu ist.

00:58:32.109 --> 00:58:36.330
Speaker 0: Das sozusagen da ist jetzt das Potenzial und dann kommt die Entstehung der Welt!

00:58:36.970 --> 00:58:42.410
Speaker 0: So... Und das ist wirklich der Ursprungen, da sind wir im Wasser und das ist.. Da fängt es an und dann hat es ganze nochmal eine andere Ebene.

00:58:42.450 --> 00:58:49.830
Speaker 0: Und ich glaube, wenn wir die Sprache immer wieder finden das der Menschen nahezubringen dann kriegen wir vielleicht auch mehr Religiosität hin.

00:58:50.709 --> 00:59:02.730
Speaker 0: Ich glaube fest daran dass eine Welt in der Menschen mehr Menschen religiös sind eine Welt ist in der auch mehr Respekt vor Religionen von anderen Menschen die religiöse sind vorhanden ist.

00:59:03.830 --> 00:59:09.609
Speaker 0: Deshalb habe ich mich damals gefreut als die Dame gesagt hat Wir müssen mehr mit den Kirchen.

00:59:14.370 --> 00:59:16.870
Speaker 1: Ja, das ist doch vielleicht auch ein ganz guter Abschluss.

00:59:17.169 --> 00:59:26.549
Speaker 1: Wir bedanken uns sehr, sehr herzlich dass Sie sich die Zeit genommen haben um etwas ja um uns einiges zu erklären einige jüdische Rituale zu erklären.

00:59:26.629 --> 00:59:30.930
Speaker 1: also ich gehe jetzt auf jeden Fall mit einigen Lernkurven aus unserem Gespräch raus.

00:59:31.290 --> 00:59:32.370
Speaker 0: Vielen Dank Ihnen viel Erfolg!

00:59:33.509 --> 00:59:34.129
Speaker 1: Danke schön!

00:59:34.790 --> 00:59:35.370
Speaker 2: Alles Gute,

00:59:36.069 --> 00:59:36.529
Speaker 0: alles Gute!

00:59:42.509 --> 00:59:47.990
Speaker 2: Das war ja wirklich sehr spannend eben wieder wie Susanne mit uns geredet hat.

00:59:48.629 --> 00:59:49.569
Speaker 2: Wie fanden Sie es, Frau Tarn?

00:59:51.689 --> 00:59:52.350
Speaker 1: Richtig spannend!

00:59:52.410 --> 00:59:52.890
Speaker 1: Absolut.

00:59:53.029 --> 01:00:06.109
Speaker 1: also mich hat das wirklich auch teilweise richtig berührt, wie er erzählt hat ja, wie jüdisches Leben in Deutschland auch vor welchen Herausforderungen ist steht seine jüdischen Rituale zu leben und zu pflegen Vor allen Dingen in der Gegenwart.

01:00:06.250 --> 01:00:09.370
Speaker 1: genau das fand ich wirklich sehr eindrücklich Und

01:00:09.950 --> 01:00:12.270
Speaker 2: sie haben da sogar einen spannenden Begriff verwendet

01:00:12.890 --> 01:00:14.209
Speaker 0: um das auszudrücken was

01:00:14.350 --> 01:00:23.480
Speaker 2: eher vorgestellt hat, nämlich das gibt so eine Heimat haben sie doch gesagt und mir ist dabei was klar geworden muss ich echt sagen.

01:00:24.980 --> 01:00:40.540
Speaker 2: Ich erinnere mich noch wie ich in dir mit einer Gruppe von Jugendlichen drei Monaten lang in Nazareth gewohnt habe und als wir dann durch ganz Israel gefahren sind immer wieder auch jüdische Gebetsriten gesehen haben.

01:00:45.800 --> 01:00:49.060
Speaker 2: schön, wie das eine Sicherheit gibt den Menschen.

01:00:49.940 --> 01:01:02.620
Speaker 2: Nicht damit die sich da drin verkuscheln können sondern Damit sie sich dann aus dieser bekannten gelebten freudig vollzogenen Tradition in die Welt so öffnen können.

01:01:03.000 --> 01:01:15.800
Speaker 2: und ich glaube dass ich auch deswegen selber dann Ordensmann geworden bin also diese bewusste gelebte rituelle religiosität in meiner Weise vollziehen wollte.

01:01:15.880 --> 01:01:17.700
Speaker 2: Es war wirklich jetzt eine Einsicht, danke

01:01:17.780 --> 01:01:17.880
Speaker 0: für

01:01:17.920 --> 01:01:21.660
Speaker 2: dieses schöne Wort Heimat im Ritus!

01:01:24.040 --> 01:01:40.580
Speaker 1: Ja genau das hat mich auch sehr berührt wie ja dass einfach religiöse Rituale Heimat sein können auch wenn man vielleicht aufgrund der deutschen Geschichte der Shoah persönlich in seiner Gottesbeziehung auch einige Herausforderungen hat das zu integrieren.

01:01:40.720 --> 01:01:45.800
Speaker 1: also Die Frage hat, wo war Gott eigentlich in der Zeit der Schuhe?

01:01:47.160 --> 01:01:51.880
Speaker 1: Was ich sehr stark mitnehme, war den Vergleich, den er gemacht hat.

01:01:51.940 --> 01:02:14.500
Speaker 1: Und er meinte ja also wenn ich mir ein Auto kaufe dann gibt mir der Händler ein riesiges Buch mit irgendwie sechshundert Seiten Gebrauchsanweisung für dieses Auto und das fand ich sehr ein gutes Bild dafür warum es im Judenturm sixhundertreizehn G- und Fairboote gibt weil diese die große Anzahl, die teilweise auch sehr kleinteilig sind.

01:02:14.660 --> 01:02:33.420
Speaker 1: Also ganz spezifisch sagen was man tun und was man lassen sollte wie eine Gebrauchsanweisung Gottes sind für den Menschen um diese Beziehung, die einem jüdischen Menschen eben so wichtig ist auch gut leben zu können und sozusagen sich nicht komplett hilflos zu fühlen und sowieso okay was mache ich denn jetzt?

01:02:33.480 --> 01:02:34.840
Speaker 1: Wie flege ich dann diese Beziehen?

01:02:38.340 --> 01:02:41.340
Speaker 1: Dann meinte er ja, der Schlüsselbegriff ist für ihn Erinnerung.

01:02:42.180 --> 01:03:00.840
Speaker 1: Und das fand ich auch sehr spannend den Gedanken dieser Erinnerungsgemeinschaft die Zeugnis ablegt für den Bund, den Gott mit dem Volk Israel geschlossen hat und diese Gemeinschaft der Erinnerungen aktualisiert sozusagen den Bund in der Gegenwart und versucht ihn zu leben in der Erinnierung.

01:03:01.840 --> 01:03:10.200
Speaker 1: Und es fand ich wirklich einen Gedanken, den ich sehr stark auch mitnehme für meine eigene für mein eigenen Glaubenbund, für meine eigene Theologisches Treiben.

01:03:12.000 --> 01:03:12.080
Speaker 0: Ich

01:03:12.680 --> 01:03:24.040
Speaker 2: muss nochmal einen Gedanken den er ziemlich am Anfang gebracht hat ein bisschen nachvollziehen um mit mir etwas klarer zu machen und dann können Sie vielleicht sagen ob sie das auch so verstanden haben oder ob sie da eine andere Deutung haben?

01:03:24.920 --> 01:03:34.300
Speaker 2: Er hat doch am Anfang diese Maimonides-Deutung warum essen Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis?

01:03:34.440 --> 01:03:37.200
Speaker 2: und gerade das ist verboten, und das bringt dann das Schlechte.

01:03:37.700 --> 01:03:42.620
Speaker 2: Also wieso ist es nicht gut vom Baum der erkenntnis zu essen?

01:03:43.820 --> 01:03:44.140
Speaker 2: Ich glaube,

01:03:45.000 --> 01:03:45.080
Speaker 0: er

01:03:45.720 --> 01:04:06.640
Speaker 2: meint vielleicht mit Maimonides vom Baum von der Erkennungsessen würde bedeuten dass die Erkenntnisse von richtig und falsch, von moralisch Objektiven plötzlich von mir gegessen wird, plötzlich ganz subjektiv wird und dann geht es nach meinem Geschmack.

01:04:07.000 --> 01:04:11.560
Speaker 2: Und dann geht's danach was mir passt und nicht passt und so kommt das Böse in die Welt.

01:04:11.900 --> 01:04:25.860
Speaker 2: Bevor ich davon gegessen hatte, bevor die Menschheit davon gegassen hat, stand das mir gegenüber und hat mich zum guten heraus gefordert, hat mich geleitet.

01:04:26.360 --> 01:04:32.300
Speaker 2: So wie ich es gegessen habe, hab' ich´s mir schlechterweise angeeignet und subjektiv gemacht.

01:04:33.100 --> 01:04:36.620
Speaker 2: Ist das ungefähr etwas, was er sagen wollte oder haben Sie so anders verstanden?

01:04:37.640 --> 01:04:39.720
Speaker 1: Nein ich finde wie Sie es gerade uns Wort gebracht haben.

01:04:39.780 --> 01:04:46.500
Speaker 1: also man hat... davon, man ist auf den Geschmack gekommen von gut und böse.

01:04:46.620 --> 01:04:53.000
Speaker 1: Und vielleicht auch sozusagen von ich möchte meinen eigenen Willen durchsetzen und bisschen auch egoistisch vielleicht handeln.

01:04:53.080 --> 01:04:56.840
Speaker 1: Man kommt da auf so einen gewissen Geschmacks.

01:04:56.920 --> 01:05:02.340
Speaker 1: Finde ich ein ganz gutes Beispiel und eine schöne Metapher würde ich sagen habe ich es auch verstanden.

01:05:04.980 --> 01:05:16.560
Speaker 2: Ja also wirklich... Einer, der ein Künstler ist die Tradition zu erklären und eine Logik dahinterzusehen und dabei aber auch nicht so platt zu sein.

01:05:16.640 --> 01:05:20.720
Speaker 2: Also wirklich ein offenkundig begeisterter und erfahrener Lehrer oder?

01:05:20.780 --> 01:05:21.740
Speaker 2: Hat man mich auch gemerkt?

01:05:22.540 --> 01:05:28.960
Speaker 1: Absolut fand ich auch wirklich toll wie er jüdische Rituale sehr bildlich auch erklärt.

01:05:29.580 --> 01:05:32.460
Speaker 1: und genau ich bin ganz begeistert von dem Gespräch.

01:05:32.860 --> 01:05:36.600
Speaker 1: ja dann Würde ich sagen, können wir jetzt in die letzte Kategorie starten.

01:05:36.900 --> 01:05:38.900
Speaker 1: Alles Gute und bis zum nächsten Glauben!

01:05:45.760 --> 01:05:51.320
Speaker 1: Mein Lieblingswort ... In dieser Kategorie stellen wir uns ja unser Lieblungswort des Monats vor.

01:05:52.220 --> 01:06:00.040
Speaker 1: Und ich fange mal an mein Liebligswort... Ich bin ja gerade in den USA und bin über das Wort seit geistig gestolpert.

01:06:00.100 --> 01:06:01.300
Speaker 1: Das ist ein Adjektiv?

01:06:02.260 --> 01:06:07.040
Speaker 1: Und ich mag es ganz gerne, wenn man in anderen Sprachen ja Deutsche lehnen.

01:06:07.440 --> 01:06:14.640
Speaker 1: Also irgendwie ein Wort erkennt was man aus einer eigenen Heimatsch also auch seiner Muttersprache wiedererkennt und die Amerikaner sprechen das so schön aus.

01:06:14.680 --> 01:06:15.680
Speaker 1: So seid Geisti.

01:06:15.900 --> 01:06:33.400
Speaker 1: im Deutschen kommt's vom Wort Zeitgeist und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und findet man da wieder und genau Ich glaube zum ersten Mal der Begriffsschöpfer war Herder Da hat er dieses Wort überhaupt erst mal eingeführt.

01:06:34.200 --> 01:06:35.340
Speaker 1: Warum ist das mein Lieblingswort?

01:06:35.400 --> 01:06:47.660
Speaker 1: Also Zeitgeist beschreibt ja die Denk- und Fühlweise eines bestimmten Zeitalters oder so, die Mentalität was die Menschen bewegt über was sie nachdenken, die Eigenart dieser Zeit.

01:06:48.500 --> 01:06:51.880
Speaker 1: Und man könnte ja sagen, oh Gott der Zeitgeist schrecklich.

01:06:52.340 --> 01:06:55.660
Speaker 1: Man sollte sich nicht zu sehr an ihn anpassen oder sollte man sich mit ihm beschäftigen.

01:06:55.720 --> 01:07:01.200
Speaker 1: also welche Rolle hat er eigentlich für eine Religionsgemeinschaft und vor allen Dingen auch für religiöse Rituale?

01:07:03.320 --> 01:07:15.000
Speaker 1: Ich würde sagen ich habe darüber dann so ein bisschen nachgedacht wie das jetzt im Christentum auch ist Und ich würde sagen, der Geist spielt ja auch in der katholischen Kirche eine große Rolle.

01:07:15.180 --> 01:07:19.440
Speaker 1: Weil wir darauf vertrauen dass der Geis die Kirche durch die Zeit führt.

01:07:20.360 --> 01:07:26.360
Speaker 1: und das heißt jetzt nicht, dass der geist, der die kirche führt identisch ist mit dem Zeitgeist.

01:07:27.000 --> 01:07:44.420
Speaker 1: Es heißt aber auch nicht, den zeitgeist komplett ignorieren sollte sondern es heißt, dass man nach den Zeichen der Zeit forschen sollte also Auch wirklich die Aufforderung forschen sich auch intellektuell und auf einem rationalen Level damit zu beschäftigen, was eigentlich die Zeichen der Zeit sind.

01:07:45.280 --> 01:08:09.820
Speaker 1: Und das finde ich in schönen Gedanken, dass die Kirche dieses Zeichen dieser Geschichtlichkeit hat also in dieser Spannung Anpassung, also kluge Anpassungen treffen weil sie notwendig sind aber auch zur Ursprungsdreue, also in der Balance zu sein, sich zu verändern mit dem Zeitgeist auseinanderzusetzen, aber den Ursprung, den Kern nicht zu verlieren.

01:08:10.580 --> 01:08:15.020
Speaker 1: Und ich denke das ist das Spannende für mich diese Balance zu finden.

01:08:15.560 --> 01:08:16.440
Speaker 0: Jetzt bin ich ganz

01:08:16.580 --> 01:08:17.080
Speaker 1: gespannt!

01:08:18.520 --> 01:08:24.160
Speaker 2: Ich wollte gerade noch kommentieren, es passt auch total zu dem was Sie auch zu Rabino Susanne gesagt haben.

01:08:24.280 --> 01:08:29.920
Speaker 2: Das war dann ja schon offenbar so ein bisschen in Ihrem Geist vom Zeitgeisterin.

01:08:30.040 --> 01:08:30.660
Speaker 2: Vielen Dank dafür.

01:08:32.640 --> 01:08:48.740
Speaker 2: Ja mein Wort hat etwas damit zu tun, dass sie gefragt haben nach koscherem Leben, reinem Leben und ich habe mir noch mal Gedanken gemacht über das Wort lauter.

01:08:49.680 --> 01:08:50.680
Speaker 2: Lauterkeit ja?

01:08:50.960 --> 01:08:58.920
Speaker 2: Das kommt nicht von dem Wort laut also mit starkem Geräusch oder hohem Volumen unterwegs sein.

01:08:59.160 --> 01:09:07.640
Speaker 2: Das hat damit gar nichts zu tun sondern Für mich ist so ein Wort, an dem ich so ein bisschen meine eigene Seele erheben kann.

01:09:07.819 --> 01:09:32.580
Speaker 2: Wo ich mich selber motivieren kann zu sagen ja du kannst lauter sein ehrlich sein transparent sein den Leuten nicht verheimlichen was du denkst und das macht dann menschliches Miteinander dauerhaft möglich und gut und weiterführend.

01:09:32.740 --> 01:09:41.580
Speaker 2: also mein wort heute inspiriert vom koscheren leben ist lauter sein lauterkeit

01:09:43.440 --> 01:09:58.380
Speaker 1: ja schön wir hoffen ihr hattet eine gute zeit bei alles glauben und konnte etwas für euch mitnehmen in für diesen monat über jüdische rituale und es bleibt uns jetzt nichts weiteres als euch alles gut zu wünschen.

01:09:58.580 --> 01:10:00.080
Speaker 1: Und wie sehen uns beim nächsten Glauben?

01:10:01.180 --> 01:10:03.560
Speaker 2: und glauben sie nicht alles was man ihnen sagt?

01:10:03.880 --> 01:10:05.940
Speaker 1: das war die neue folge von alles glauben.

01:10:06.380 --> 01:10:08.460
Speaker 1: Wir hoffen, ihr konntet etwas für euch mitnehmen.

01:10:08.900 --> 01:10:11.920
Speaker 1: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert gerne den

01:10:11.980 --> 01:10:13.220
Speaker 0: Podcast und

01:10:13.440 --> 01:10:18.180
Speaker 1: eine richtig große Freude macht ihr uns wenn ihr diesen Podcast mit fünf Sternen bewertet!

01:10:18.600 --> 01:10:19.060
Speaker 1: Alles Gute

01:10:19.220 --> 01:10:19.820
Speaker 0: euch und

01:10:19.960 --> 01:10:30.760
Speaker 1: bis zum nächsten letzten Dienstag im Monat.