Aug. 24, 2026

Q&A Special: Eure Fragen im Gespräch mit den Hosts (#08)

Q&A Special: Eure Fragen im Gespräch mit den Hosts (#08)
Q&A Special: Eure Fragen im Gespräch mit den Hosts (#08)
ALLES GLAUBEN
Q&A Special: Eure Fragen im Gespräch mit den Hosts (#08)

In dieser besonderen Folge von Alles Glauben drehen Johanna Tannen und Prof. Felix Körner den Spieß um: Anstatt wie gewohnt Gäste zu befragen, widmen sie sich den vielfältigen Fragen unserer Community. Zugeschaltet aus Süddeutschland und dem Urlaub am Strand in Spanien spannen die beiden den Bogen von anspruchsvollen theologischen Grundfragen bis hin zu konkreten Erfahrungen im interreligiösen Dialog. Es geht um das Paradoxon Jesus Christus, den berühmten Theologen Karl Rahner SJ und den heutigen Kapitalismus – inklusive einer persönlichen Anekdote von Felix Körner – sowie um das Handeln Gottes in der Welt zwischen Thomas von Aquin und islamischer sowie jüdischer Theologie. Darüber hinaus diskutieren die beiden, wo die Grenzen des interreligiösen Dialogs liegen und wie viel prophetische Sozialkritik Religion in einer pluralen Demokratie ausüben darf.

Dieser Podcast wird produziert von TLDR Studios.

WEBVTT

00:00:23.260 --> 00:00:32.210
Speaker 1: Willkommen zu einer besonderen Folge von Alles Glauben, dem Podcast über Religionen der keineswegs verlangt man sollte alles glauben.

00:00:32.590 --> 00:00:40.970
Speaker 1: Normalerweise sind wir die Personen, die hier Gäste einladen und diesen Gästen Fragen stellen aber heute drehen wir den Spieß mal um!

00:00:41.989 --> 00:00:48.290
Speaker 1: Wir haben in den letzten Wochen von euch also unserem Publikum ganz viele Fragen bekommen.

00:00:49.129 --> 00:00:53.650
Speaker 1: Die wollen wir jetzt in dieser Folge, die sich Q&A-Folge nennt.

00:00:54.129 --> 00:00:55.089
Speaker 1: Einmal beantworten!

00:01:03.170 --> 00:01:07.289
Speaker 1: Also, wir werden jetzt ein paar Antworten liefern zu ganz unterschiedlichen Themen.

00:01:07.670 --> 00:01:16.289
Speaker 1: Es ging wirklich von Karl Rahner bis zu den Grenzen des inter-religiösen Dialogs oder auch zur Frage wie politisch der Glaube sein darf.

00:01:16.950 --> 00:01:23.970
Speaker 1: Manche Fragen kam aus Australien andere auch wirklich ganz aus dem Alltag und ja... Wir freuen uns jetzt drauf!

00:01:26.970 --> 00:01:37.110
Speaker 1: Bin ich Johanna Tannen und Professor und Jesuit Felix Körner, Inhaber des Nikolaus Cousinus Lehrstuhls für Theologie der Religion an der Humboldt-Universität zu Berlin.

00:01:37.490 --> 00:01:39.050
Speaker 0: Und Frau Tannen wo sind Sie denn gerade?

00:01:39.270 --> 00:01:39.330
Speaker 0: Ja

00:01:39.530 --> 00:01:50.789
Speaker 1: ich bin grade im Süden Deutschlands weil ich gerade auf den Weg bin nach Bregenz zu den Festspielen und genau hier ist es relativ warm aber auch ganz schön!

00:01:51.310 --> 00:01:51.509
Speaker 0: Genau.

00:01:51.590 --> 00:01:53.289
Speaker 0: aber dann willkommen zurück in Europa.

00:01:53.710 --> 00:01:55.610
Speaker 0: sie waren ja die letzten Monate in den USA

00:01:57.030 --> 00:01:57.570
Speaker 1: Genau, ja.

00:01:58.090 --> 00:02:21.150
Speaker 1: Ich bin gerade ein bisschen im Heimaturlaub aber es geht jetzt auch dann nächste Woche wieder zurück in den USA und dann ziehe ich um nach Washington und starte meinen zweiten Forschungsaufenthalt am Berkeley Center for Religion Peace and World Affairs an der Georgetown University einer auch einer iso-itischen Universität und darauf freue ich mich schon sehr, sehr doll.

00:02:21.310 --> 00:02:24.250
Speaker 1: Und bin richtig gespannt was mich da so erwartet!

00:02:24.710 --> 00:02:25.590
Speaker 1: Aber jetzt genug von mir.

00:02:25.650 --> 00:02:26.190
Speaker 1: wo sind sie?

00:02:26.330 --> 00:02:29.570
Speaker 1: Ich höre nämlich so Urlaubsgeräusche was sehr angenehm ist.

00:02:30.730 --> 00:02:37.610
Speaker 0: In einem Ort der heißt Kalb C-A-L-P Das Meer ist warm und wir erholen uns gut.

00:02:37.670 --> 00:02:49.190
Speaker 0: Wir sind vier Mitbrüder die alle aus Deutschland kommen Und unterwegs mit dem Zug auch viel Besichtigung gemacht haben, aber jetzt ist gerade wirklich Schwimmen und Lesen angesagt.

00:02:49.530 --> 00:02:49.950
Speaker 1: Voll schön!

00:02:50.030 --> 00:02:52.190
Speaker 1: Das klingt richtig gut – sehr, sehr schön.

00:02:53.170 --> 00:02:56.770
Speaker 1: Ja, das ist doch das perfekte Setting für diese Sonderfolge.

00:02:57.710 --> 00:03:00.530
Speaker 1: Ich würde sagen dann starten wir mal mit der ersten Frage.

00:03:02.190 --> 00:03:12.850
Speaker 1: Und ich lese sie jetzt einmal vor und zwar wurde die Frage eingereicht Gibt es ein christliches Denken, das im Paradoxon Jesus Christus fußt?

00:03:13.430 --> 00:03:19.730
Speaker 1: Dass über den christlichen Glauben hinausgeht und sowohl Säkulares wie religiöses Denken –

00:03:19.870 --> 00:03:19.910
Speaker 1: d.h.,

00:03:20.250 --> 00:03:22.010
Speaker 1: Glaubem- und Wissen umschließt?

00:03:22.830 --> 00:03:26.710
Speaker 1: Und Paradoxologischer Art ist bzw.

00:03:27.230 --> 00:03:27.750
Speaker 1: sein kann!

00:03:28.330 --> 00:03:36.430
Speaker 1: Das hat uns Josef gefragt und ich würde sagen Professor Körner ist der absolute Experte das zu beantworten weil er nämlich gerade dazu einen.

00:03:36.630 --> 00:03:38.430
Speaker 1: Dabei ist ein Buch dazu zu schreiben.

00:03:39.990 --> 00:03:45.470
Speaker 0: Also ich schreibe natürlich das Buch jetzt nicht über genau das, was dieser Josef uns fragt.

00:03:45.510 --> 00:03:46.430
Speaker 0: Vielen Dank für die Frage!

00:03:46.850 --> 00:03:58.430
Speaker 0: Aber erst mal gibt es ein christliches Denken, dass Glauben und Wissen umschließt und trotzdem mit dem Paradox von Jesus Christus zurechtzukommen versucht?

00:03:58.890 --> 00:04:01.590
Speaker 0: Das ist deine Frage – und die Antwort ist ja.

00:04:02.670 --> 00:04:08.690
Speaker 0: Aber kurz nochmal verstehen Josef meint, er ist nämlich ein bisschen beeinflusst.

00:04:08.730 --> 00:04:21.890
Speaker 0: So scheint mir von einem berühmten dänischen Philosophen aus dem neunzehnten Jahrhundert Sirin Kirkegaar und der sagte Christus Der Gott Mensch Ist.

00:04:21.990 --> 00:04:30.190
Speaker 0: das absolut Paradoxe also des vollkommen unlogische der unaufflösliche Widerspruch Gott und Mensch.

00:04:32.230 --> 00:04:39.070
Speaker 0: aber so sagt der Kirkegar wenn man das glauben will Dann muss man dahin einspringen.

00:04:40.450 --> 00:04:45.870
Speaker 0: Jetzt fragt der Josef, ob man da nicht doch etwas Nachvollziehbares sagen kann?

00:04:48.670 --> 00:04:58.550
Speaker 0: Das wäre dann ein christlicher Glaube, der auch die säkulare Vernunft berücksichtigt und irgendwie integriert!

00:04:59.730 --> 00:05:04.850
Speaker 0: Und da antworte ich ja das geht... ...und es ist sogar äußerst wichtig.

00:05:06.470 --> 00:05:06.590
Speaker 0: aber

00:05:06.650 --> 00:05:06.770
Speaker 0: wie?!

00:05:09.370 --> 00:05:15.870
Speaker 0: Der Kirkegar und damit auch Josef, die fangen halt bei den dogmatischen Formeln an, wahrer Gott und wahrer Mensch.

00:05:17.310 --> 00:05:25.070
Speaker 0: Die kommen aus bestimmten Diskussionszusammenhängen der Frühenkirche im fünften Jahrhundert beispielsweise oder noch früher.

00:05:25.190 --> 00:05:29.650
Speaker 0: aber wir müssen verstehen wo ist diese Ausdrucksweise entstanden?

00:05:29.710 --> 00:05:32.030
Speaker 0: Warum haben die frühen Christen so geredet?

00:05:33.370 --> 00:05:36.850
Speaker 0: Warum ist also die Frage sagen wird zu Jesus überhaupt Gott?

00:05:38.130 --> 00:05:43.830
Speaker 0: Und die Antwort ist eindeutig, weil Menschen an Ostern erlebt haben.

00:05:44.370 --> 00:06:06.090
Speaker 0: Jetzt ist Gottes Gegenwart so kraftvoll und tröstlich in unsere Welt hineingekommen dass wir keine Angst mehr haben müssen das wir aus der Freude leben können und deswegen auch den durch den dieser Durchbruch gekommen ist selber staunend Gott nennen können.

00:06:06.650 --> 00:06:17.730
Speaker 0: Daran hängt alles im Christentum und wenn man das so geschichtlich nachvollzieht, dann versteht man auch warum wir zu solchen widersprüchlich klingelnden Formeln gekommen sind.

00:06:18.210 --> 00:06:19.370
Speaker 0: Das ist meine Antwort Josef!

00:06:20.390 --> 00:06:23.750
Speaker 0: Wenn wir dich falsch verstanden haben, dann bitte nochmal nachhaken.

00:06:23.810 --> 00:06:24.990
Speaker 0: Das interessiert uns natürlich auch.

00:06:25.030 --> 00:06:29.650
Speaker 0: aber ich glaube... Sie fragen wollten.

00:06:29.990 --> 00:06:33.210
Speaker 1: Also ich kann mich da nur anschliess, was sie gesagt haben.

00:06:34.730 --> 00:06:40.730
Speaker 1: Ich dachte ich kann auch mal vielleicht ein bisschen erklären wo das herkommt weil vielleicht dass nicht allen unseren Hörerinnen und Hörern so bekannt ist.

00:06:40.790 --> 00:06:51.570
Speaker 1: also was mir in den singe kommen es ist das konzil von calcedon Das sozusagen eigentlich die struktur für dieses paradox on jesus christus liefert.

00:06:51.630 --> 00:06:59.150
Speaker 1: und ich dachte ich erzähle nochmal ganz kurz vielleicht was da genau in dem Konzert festgehalten wurde.

00:07:00.510 --> 00:07:18.570
Speaker 1: Und zwar ist das eine Formel mit vier Adverbien und zwar heißt es da, dass Christus also Jesus Christus in zwei Naturen zu bekennen ist und zwar unvermischt, unverwandelt, ungetrennt und ungeschieden.

00:07:19.930 --> 00:07:26.690
Speaker 1: Als ich mich zum ersten Mal in meinem Studio beschäftigt habe fand ich es ganz interessant, Aussagen sind.

00:07:28.530 --> 00:07:42.390
Speaker 1: Und genau, also das Konzil, das war vierhundertfünfzig glaube ich reagiert auf einen Streit der da schon länger so am Schwelgen war gab es mich so zwei Positionen man könnte sagen so zwei Extreme.

00:07:42.510 --> 00:07:54.370
Speaker 1: die ein haben sich sozusagen diese zwei Naturen in Jesus eher getrennt vorgestellt und die anderen vermischt Und das Konzil wurde einberufen, um diese Frage zu klären.

00:07:54.430 --> 00:08:19.730
Speaker 1: Es ist jetzt getrennt oder vermischt und dann kommt eine Antwort raus die weder noch sagt es ist getrenned oder vermischt sondern sozusagen nicht positiv formuliert wie diese Einheit der beiden Naturen in einer Person zu denken ist und grenzt sich dann sozusagen negativ gegen diese beiden Extrempositionen ab.

00:08:20.650 --> 00:08:24.270
Speaker 1: Genau, das kam mir so in den Sinn, das noch mal irgendwie zu erklären wo es eigentlich herkommt.

00:08:26.030 --> 00:08:38.350
Speaker 1: Und Kalt Cedron löst sozusagen diese beiden Streithähne sag ich mal die dann da unterwegs waren, diese Strömungen werden sozusagen Entspannung durch diese Formel gehalten.

00:08:38.949 --> 00:08:52.590
Speaker 0: Genau und Natur heißt nicht jetzt so schöne Natur da draußen sondern heißt eben Wesen als Gott oder Wesen Und das wird da zusammengehalten, genau.

00:08:53.310 --> 00:08:55.290
Speaker 0: Ja diese Frage kommt aus Australien.

00:08:55.530 --> 00:08:58.229
Speaker 0: super dass wir da auch Hörerinnen und Hörern haben.

00:08:59.209 --> 00:09:11.949
Speaker 0: also Peter fragt wenn ich es mal auf Deutsch übersetzen soll man könnte sagen Rana und die andere westliche Theologie überhaupt verwischen die Grenze zwischen Staat und Kirche.

00:09:13.270 --> 00:09:15.250
Speaker 0: Wir haben uns domestizieren lassen.

00:09:16.750 --> 00:09:33.229
Speaker 0: Die Befreiungsteologie ist da mutiger sie will Theologen und Gläubige befreien, denken und handeln will sie also da befreihen wo Religionen Ungerechtigkeit rechtfertigen können.

00:09:34.510 --> 00:09:40.650
Speaker 0: Was glaubt ihr frag Peter wie Rana heute zur Befreiungsteologie stehen würde?

00:09:41.890 --> 00:09:47.729
Speaker 0: Und wie Sie den europäischen Nordamerikanischen und Australischen Kirchen und Gläusbigen heute zugutekommen könnte.

00:09:48.469 --> 00:09:49.910
Speaker 0: Frau Tannen wollen Sie mal starten!

00:09:50.530 --> 00:09:52.010
Speaker 1: Ja, eine schwierige Frage.

00:09:53.750 --> 00:10:00.109
Speaker 1: Aber ich würde so ganz kurz sagen, ich glaube Rana war offener als jetzt sein Ruf vielleicht in Australien ist.

00:10:01.650 --> 00:10:14.510
Speaker 1: Also der Rana hat sich sogar meines Wissens nach auch in den achtziger Jahren sogar mal unterstützen zur lateinamerikanischen Befreiungsteologie geäußert zumindest auch Solidaritätsbekundungen geäussert.

00:10:15.890 --> 00:10:26.130
Speaker 1: aber Ein großer Kritiker der Theologie von Karl Rahner war sein eigener Schüler, und zwar Johann Baptist Metz.

00:10:27.189 --> 00:10:30.370
Speaker 1: Der war Fundamentaltheologe auch in Münster.

00:10:31.290 --> 00:10:59.050
Speaker 1: Und er hat an Rahner sozusagen ... Hat gesagt ja das könnte eigentlich nicht sein dass Rahner eigentlich primär so Kategorien des Intimes, des Privaten, des politischen Verwände Und der Rana würde sozusagen das Anredewort Gottes nur auf den einzelnen Menschen immer beziehen, aber man müsste es auf die gesamte Gesellschaft und die gesellschaftlichen Strukturen und die Geschichte beziehen.

00:11:00.290 --> 00:11:31.349
Speaker 1: Genau also da gab es sozusagen eine Diskussion schon mit seinem eigenen Schüler und der Metz hat dann sozusagen einen Man könnte sagen Gegenprogramm entwickelt oder was sich neue politische Theologie nennt Was sozusagen schon auch ganz so ein... Ich glaube, wenn ich Metz verstehe als korrektiv an der sehr transcendentalen Verkürzung würde er wahrscheinlich sagen von Rana's Theologie sich abarbeitet.

00:11:32.930 --> 00:11:37.709
Speaker 1: Jetzt die Frage was würde Rana wohl vielleicht heute sagen?

00:11:38.329 --> 00:11:51.750
Speaker 1: Vermutlich würde ich sagen dass Rana mit der Befreiungstheologie grundsätzlich eine Sympathie hätte weil ich würde jetzt nicht sagen, dass Rana irgendwie Gnade jetzt rein privat versteht.

00:11:52.449 --> 00:11:55.689
Speaker 1: Sondern sie auch immer geschichtlich sozial vermittelt wissen will.

00:11:56.530 --> 00:11:59.930
Speaker 1: und da würde ich schon sagen gibt es auch einen Anschlusspunkt für die Befreiungsteologie.

00:12:01.189 --> 00:12:17.989
Speaker 1: aber und das finde ich auch sehr weitsichtig von Rana er sagt auch Theologie ist jetzt kein politisches Programm dass man sozusagen die Theologie dann wie so ein Aktionismus wird.

00:12:18.449 --> 00:12:42.930
Speaker 1: Also, man möchte ganz viel in der Welt verändern und die Welt gestalten was ja auch dieser Weltgestaltungsaufruf findet sich ja auch in der Person Jesu unter dem Handeln Jesu aber es gibt immer eine Rückbindung dennoch die Welt überschreitet und sozusagen menschliches handeln wie so aufbricht.

00:12:43.829 --> 00:13:02.530
Speaker 1: Und genau, deswegen würde ich glaube ich sagen dass Rana da ein Wert drauflegen würde also auch irgendwie eine tiefen Dimension, eine mystische Kontemplative, also mehr wirklich auch in sich gehende reflektierende Tiefendimension und nicht nur Praxis-und Aktionismus.

00:13:04.270 --> 00:13:05.949
Speaker 1: Genau das würde ich dazu sagen!

00:13:06.790 --> 00:13:07.569
Speaker 1: Wie sehen Sie das?

00:13:09.150 --> 00:13:17.469
Speaker 0: Danke ja... Ich kann mit Ihrer Antwort viel anfangen und mache aber noch mal zwei grundsätzlichere Bemerkungen.

00:13:18.030 --> 00:13:28.310
Speaker 0: Das Erste, unser Peter ist offenbar ein Fan eines Jesuitentheologen der aus dem Jahr fournachtzig gestorben ist Karl Rahner.

00:13:29.170 --> 00:13:47.150
Speaker 0: Der war wirklich einer der ganz großen Denker des zwanzigsten Jahrhundertes Und so eine Grund Geste im Vorgehen von Karl Rahner war, das was Sie Frau Tann eben schon des Transzendentale genannt haben.

00:13:47.689 --> 00:14:06.689
Speaker 0: Das ist ein Denken, das aus der deutschen klassischen Philosophie schon, den es Jahrhundert kommt Wenn ich über mich und meinen wahrnehmen und entscheiden nachdenke dann wird mir auch klar etwas für Bedingungen Es gibt, dass sich überhaupt so entscheiden kann.

00:14:06.829 --> 00:14:23.510
Speaker 0: Und da sagt nun Rana mit einigen anderen Theologen seiner Zeit in allem was wir tun und entscheiden ist Gott schon versteckt dar!

00:14:23.910 --> 00:14:26.150
Speaker 0: Das ist sein transcendentales Denken.

00:14:26.510 --> 00:14:30.870
Speaker 0: Peter will also wirklich, dass wir damals mit der Stimme Karl-Ranas reden.

00:14:30.910 --> 00:14:32.010
Speaker 0: das finde ich ja ganz lustig.

00:14:32.430 --> 00:14:40.550
Speaker 0: und Karl Rainer als Jesuit denkt halt immer sehr stark von seinem Ordensgründer, von unserem Ordens-Gründer Ignatius von Loyola hier.

00:14:41.189 --> 00:14:47.510
Speaker 0: und der sagt so viel wir versuchen die Kirche zu reformieren indem wir Strukturen ändern.

00:14:48.870 --> 00:14:58.130
Speaker 0: So wichtig ist es doch dass die Menschen persönlich durch ihre Erfahrung verändert werden.

00:14:59.050 --> 00:15:07.750
Speaker 0: also Rana selber hat ja mal gesagt die Christin in Zukunft wird ein Mensch sein, der eine Erfahrung gemacht hat.

00:15:07.969 --> 00:15:09.229
Speaker 0: Mystikerin, Mystiker.

00:15:10.569 --> 00:15:17.209
Speaker 0: Also das ist schon der Ansatzpunkt aber ... Votan, Sie haben es eigentlich eben auch so gesagt?

00:15:17.770 --> 00:15:17.790
Speaker 1: Ja!

00:15:18.250 --> 00:15:24.030
Speaker 0: Das heißt dann nicht, bleib in deinem Kämmerchen und bete halt ordentlich.

00:15:24.910 --> 00:15:41.209
Speaker 0: zu einem Jesuitten, der sehr stark in der Sozialarbeit war und der gleichzeitig Jugendbildung für die Bibel gemacht hat hat Rana nämlich mal in Anerdeutlichkeit gesagt, gut was du damit der Jugendbildung in der Bibel machst.

00:15:42.290 --> 00:15:50.810
Speaker 0: Das kannst Du machen so viel Du willst aber was Du für die obdachlosen Jugendlichen tust das ist das Entscheidende.

00:15:51.530 --> 00:16:18.630
Speaker 0: also Die Befreiungsteologie von Rana wäre du bist aus der Freundschaft mit Jesus befreit um mutig an die Ränder zu gehen und dann auch ein kritischer Mensch zu sein und zu sagen wir haben für Gerechtigkeit zu sorgen, aber nicht nur in Worten sondern indem wir uns selber engagieren und indem wir auch lernen auf die die an den Rändern sind zu hören.

00:16:19.670 --> 00:16:28.609
Speaker 1: Also Rana kannte durchaus eine prophetische Stimmung, Stimme nehme ich jetzt hier mal als kurzeres Ergebnis mit Genau!

00:16:29.109 --> 00:16:31.569
Speaker 1: Und der Peter hat sogar noch eine Frage.

00:16:32.390 --> 00:16:43.310
Speaker 1: Die Menschen in Osteuropa haben sich ihnen in den Neunzehntachziger und neunzentneunziger Jahren auf heroische und inspirierende Weise von der Tyranei des Marxismus-Leninismus erhoben.

00:16:44.130 --> 00:16:57.349
Speaker 1: Mauern fielen in Berlin, Revolutionen veränderten die Czechoslovakie – doch es scheint als seien wir von einer Revolution der menschlichen Freiheit zur Verehrung der Götter des Kapitalismus übergegangen!

00:16:58.270 --> 00:17:00.329
Speaker 1: Was würde Rana dazu heute sagen?

00:17:01.229 --> 00:17:08.130
Speaker 1: Welche Worte würde er uns anbieten, um die Rolle des Glaubens als zentralen Bestandteil moderner Gesellschaften zurück zu gewinnen?

00:17:09.030 --> 00:17:11.829
Speaker 1: Wie könnte und sollte Glaube heute aussehen.

00:17:12.530 --> 00:17:24.410
Speaker 0: Also ich versuch mich tatsächlich mal in Rana hineinzuversetzen, den ich ja immerhin auch einmal selber kennenlernen durfte und von dem ich viel gelesen habe und auch Storys über ihn gehört hab.

00:17:24.530 --> 00:17:57.830
Speaker 0: und also ich denke mir schon dass Rana mit Recht erstmal stolz auf einen Mitbruder von ihm verweisen würde, der am Anfang der Gründung der Bundesrepublik Deutschland echt eine wichtige Rolle hatte um die Politik zu inspirieren und auch Christian und Christen mitzunehmen in diese neue Phase der deutschen Geschichte.

00:17:58.590 --> 00:18:03.790
Speaker 0: Und hat dann ganz stark befürwortet soziale Marktwirtschaft.

00:18:04.030 --> 00:18:11.110
Speaker 0: Ja, wir wollen Eigenverantwortung aber indem wir auf die

00:18:11.610 --> 00:18:12.910
Speaker 2: Schwächeren, die Schwesten

00:18:13.310 --> 00:18:16.610
Speaker 0: achten und helfen das alle gleiche Chancen bekommen.

00:18:17.970 --> 00:18:39.230
Speaker 0: Dieses Gedankengut ist eigentlich etwas was jetzt augenblicklich wieder sehr stark in die Kirche hineinkommt weil unser jetziger Papst Leo der vierzehnte sich ja bewusst Leo genannt hat weil seinen Vorgänger an der Wende vom Neunzehnten zum zwanzigsten Jahrhundert Leo III.

00:18:41.010 --> 00:18:52.090
Speaker 0: derjenige war, der das erste Mal sehr stark systematisch und unter dem Namen gesagt hat wir wollen als Katholikinnen und Katholiken als Kirche eine soziale Lehre entwickeln.

00:18:52.170 --> 00:19:02.910
Speaker 0: also wie kann man das Evangelium den Geist Jesu Christi heute auch in den sozialen Strukturen so leben dass Gerechtigkeit entsteht?

00:19:04.750 --> 00:19:12.650
Speaker 0: Und da fiel eben das Wort von der Justizia Socialis, wie es damals noch auf Latein hieß soziale Gerechtigkeit.

00:19:13.230 --> 00:19:17.510
Speaker 0: und ich glaube echt auch Rana würde jetzt etwas sagen was ich unbedingt sagen muss.

00:19:18.270 --> 00:19:35.050
Speaker 0: Nämlich ein Mitbruder von Rana und mir Alfred Delp Ein Jesuit der von RANA übrigens auch so Latein-Vertiefungskurs bekommen hatte in der frühen Ausbildung im Orden.

00:19:36.650 --> 00:19:58.710
Speaker 0: Der ist von den Nazis zum Tod verurteilt worden und noch kurz vor dem Ende dieses Horrorregimes auch hingerichtet worden, und ein Grund warum man ihn loswerden wollte war weil dieser Alfred Delp die Justiz her Soziales, die soziale Gerechtigkeit vertreten hat.

00:20:01.030 --> 00:20:03.370
Speaker 0: Taten, diese Nazis damals so.

00:20:04.510 --> 00:20:08.290
Speaker 0: Das sei ja der Beginn von Kommunismus und dummes Zeug.

00:20:09.010 --> 00:20:26.110
Speaker 0: Es geht darum dass Eigenverantwortung und Solidarität da zusammen gehören Und das muss auch weiter und sehr deutlich heute mit wirklich Qualität voller Kenntnis der Wirtschaftslage unsere Botschaft als Kirche sein.

00:20:26.590 --> 00:20:37.170
Speaker 0: nur Peter möchte, dass wir so ein Zentralpunkt als Christentum der modernen Gesellschaft sind.

00:20:37.310 --> 00:20:38.650
Speaker 0: Das wünsche ich mir auch!

00:20:39.450 --> 00:20:52.670
Speaker 0: Aber in der pluralen Gesellschaft werden wir natürlich nur eine Stimme sein, aber je glaubwürdiger wir sind und je genauer wir auch formulieren, desto mehr können wir Menschen für diese Idee gewinnen?

00:20:53.810 --> 00:21:05.450
Speaker 0: Die Erkenntnis ist das Zentrum...das Zentrum ist die Erkenntnis dass zu lieben die größte Freude und die größtel Lebenserfüllung ist.

00:21:05.550 --> 00:21:06.710
Speaker 0: Und daraus kann man dann

00:21:06.950 --> 00:21:07.410
Speaker 2: auch wirklich

00:21:07.750 --> 00:21:19.170
Speaker 0: Werte, eine Politik entwickeln vorschlagen vorleben und versuchen mit all unseren fairen Mitteln nämlich dem Zeugnis durchzusetzen.

00:21:19.470 --> 00:21:21.150
Speaker 0: so werft vielleicht mal meine Antwort.

00:21:21.210 --> 00:21:23.970
Speaker 0: aber Frau Tanze haben vielleicht noch einen ganz anderen Faden aufzugreifen.

00:21:25.530 --> 00:21:26.830
Speaker 1: Ja, ich mache noch mal einen anderen Faden.

00:21:26.870 --> 00:21:29.770
Speaker 1: Und danach müssen Sie mir erzählen wie die Begegnung mit Kai Rana war?

00:21:29.850 --> 00:21:31.270
Speaker 1: Das finde ich sehr spannend!

00:21:33.210 --> 00:21:34.350
Speaker 1: Also das müssen wir noch erzählen.

00:21:35.450 --> 00:21:35.630
Speaker 1: Genau.

00:21:35.710 --> 00:21:51.330
Speaker 1: also ich würde jetzt sagen... Jetzt sozusagen Rana als auch irgendwie Dogmatiker hatte versteht glaube ich auch Gnade so radikale Zukunftsoffenheit.

00:21:52.030 --> 00:22:13.290
Speaker 1: Und nicht als, wie Sie auch schon meinten ich sitze, ich bete in meinem Kämmerchen und sondern der hat auch wirklich schon sagen also da gibt es auch einen einen Faden dieser ständigen Überschreitung des bereits erreichten Zustands Also sich für die Verbesserung der Rahmenbedingungen auch einzusetzen In Wort und Tat.

00:22:13.930 --> 00:22:23.090
Speaker 1: von daher würde ich sagen gibt's auch so eine ideologie kritischen Kern bei Rana dem man dann so einem entfesselten Kapitalismus entgegensetzen kann.

00:22:24.790 --> 00:22:43.410
Speaker 1: Und war ja auch Rana, wie ich ihn verstehe von Kant sehr geprägt ist er den Mensch als unbedingt ein Selbstzweck versteht also erst eben nicht reduzierbar auf irgendwie einen humanen Kapital und irgendwie ökonomische Funktionen und Konsum.

00:22:45.370 --> 00:22:52.990
Speaker 1: Sondern es gibt irgendwie eine tiefen Dimension im Leben eines jeden Menschen und ja er ist unbedingt der Selbstzweck.

00:22:53.070 --> 00:22:58.830
Speaker 1: also das würde ich sagen kann man da schon als Als ideologie kritischen Kern dagegen setzen.

00:22:59.870 --> 00:23:05.550
Speaker 1: Und Und aber auch, wie wir schon angesprochen hatten diese Mystik des Alltags.

00:23:05.790 --> 00:23:26.550
Speaker 1: Also sich auch bewusst irgendwie aus diesem manchmal erscheinenden kapitalistischen Hansparat was ich immer weiter dreht rauszunehmen in die Stille zu gehen und mit Sinnfragen, die über das eigene Leben vielleicht hinausgehen und auch irgendwie den Konsum sprengen.

00:23:26.590 --> 00:23:36.870
Speaker 1: Und diese ganze Selbstoptimierungsindustrie muss man ja mittlerweile sagen fällt mir mal dieser ganzen Longevity Trends ein, die ja gerade auch wirklich sehr on vogue sind.

00:23:38.310 --> 00:23:43.670
Speaker 1: Genau also sozusagen einfach sich auch mal rauszuziehen und in die Reflexion zu gehen.

00:23:43.710 --> 00:23:54.490
Speaker 1: Also ich glaube dass so Zukunftsoffenheit der Mensch als unbedingter Selbstzweck und eine Mystik im Alltag zu bewahren, um zu pflegen.

00:23:55.110 --> 00:24:00.930
Speaker 1: Ich würde sagen so könnte Glaube im Sinne Kairanas heute vielleicht aussehen.

00:24:01.890 --> 00:24:03.850
Speaker 1: Also wie haben Sie jetzt Kairana getroffen?

00:24:04.090 --> 00:24:05.250
Speaker 1: Das interessiert mich sehr!

00:24:06.090 --> 00:24:08.850
Speaker 0: Gut also das war neunzehnhundertdreiundachtzig.

00:24:08.910 --> 00:24:10.410
Speaker 0: Das heißt ich war zwanzig Jahre alt.

00:24:10.470 --> 00:24:15.110
Speaker 0: Ich habe mich zwar schon sehr für Theologie interessiert aber ich war noch nicht hier so hit.

00:24:15.650 --> 00:24:24.890
Speaker 0: Hab aber gerade in München einen Jesuitten besucht und er sagte, nachmittag fahre ich dann nach Innsbruck den Rana Besuchen.

00:24:25.490 --> 00:24:26.010
Speaker 0: Kommst du mit?

00:24:27.030 --> 00:24:28.570
Speaker 0: Und da habe ich gesagt, natürlich!

00:24:28.910 --> 00:24:32.450
Speaker 0: Ich hab mich ja schon damals sehr für ihn Karl-Rana auch interessiert.

00:24:33.690 --> 00:24:40.210
Speaker 0: Dann gingen wir durch diese langen Gänge des Kollegen in Innsbrück und dann rief der Jesuit von hinten so jetzt rechts klopfen.

00:24:41.110 --> 00:24:51.110
Speaker 0: Da stand auch tatsächlich Karl-rana am Zimmer und da habe Und der Rane hörte damals schon schlecht, hat das erste Mal klopfen Schüchtern von mir nicht gehört.

00:24:51.330 --> 00:24:53.750
Speaker 0: Dann habe ich noch mal lauter und dann ist er offenbar auch erschrocken.

00:24:53.790 --> 00:24:53.930
Speaker 0: und ja!

00:24:54.190 --> 00:24:57.750
Speaker 0: Herr Reihen hat er gesagt, bin ich halt in das Zimmer gegangen?

00:24:57.830 --> 00:24:58.810
Speaker 0: Der kannte mich ja nicht.

00:24:58.910 --> 00:25:00.370
Speaker 0: und jetzt bin ich auch ziemlich groß.

00:25:00.970 --> 00:25:05.670
Speaker 0: Er dreht sich da auf seinem Schreibtischstuhl gerade um und guckt wer da reinkommt und kennt mich nicht.

00:25:05.770 --> 00:25:20.490
Speaker 0: Großer Kerl kommt da rein und erschrickt offensichtlich gleich nochmal, guckt dann so ein bisschen strengen... Mit Bruder auch und sagte hier, dass Felix Körner ein Freund von mir der jetzt mal kennenlernen wollte.

00:25:20.650 --> 00:25:24.150
Speaker 0: Und dann waren halt diese riesigen Bücherregale.

00:25:25.210 --> 00:25:28.670
Speaker 0: Ich wusste schon, das man ihn natürlich nicht fragt.

00:25:29.390 --> 00:25:30.710
Speaker 0: Das hat ja mein Journalist gemacht.

00:25:31.050 --> 00:25:44.990
Speaker 0: Pateraner so viele Bücher in ihrem Zimmer haben sie die alle gelesen weil Kraner dann immer sagte nein geschrieben In seinem Zimmer war das auch so.

00:25:45.890 --> 00:25:51.950
Speaker 0: Er waren seine eigenen Berge, aber nicht nur auf Deutsch-Originalsprache sondern auch in den verschiedenen Übersetzungen.

00:25:52.010 --> 00:25:59.110
Speaker 0: und da sage ich uns schauen Sie eine von diesen Übersetzungen kann ich gar nicht lesen Das ist wohl koreanisch ganz nett.

00:25:59.690 --> 00:26:00.790
Speaker 0: Und dann haben die verhandelt.

00:26:02.090 --> 00:26:08.190
Speaker 0: Es hat mir einfach Freude gemacht Den alten Mann der das ja drauf gestorben ist Auf diese Weise mal.

00:26:08.570 --> 00:26:14.350
Speaker 0: Wir können gelacht so haben, aber das wurde zu keiner tollen diologischen Diskussion oder zu einem geistlichen Austausch.

00:26:14.410 --> 00:26:14.770
Speaker 0: Aber toll ja!

00:26:16.050 --> 00:26:17.530
Speaker 1: Das ist doch schon aber sehr besonders.

00:26:17.630 --> 00:26:25.250
Speaker 1: also das glaube ich schon dass das einen auch sehr berühren kann es ja auch stark dass er drei wenn das dreien achtzig war.

00:26:25.310 --> 00:26:27.770
Speaker 1: Ich habe in Erinnerung dass er vierund achtzig verstorben ist oder?

00:26:27.990 --> 00:26:28.270
Speaker 1: Also dann

00:26:29.150 --> 00:26:29.250
Speaker 0: war

00:26:29.290 --> 00:26:37.910
Speaker 1: das ja Dann war da ja wirklich bis fast zu seinem Lebensende In der Universität am Schreiben und leeren.

00:26:38.390 --> 00:26:38.930
Speaker 1: Absolut,

00:26:39.050 --> 00:26:40.270
Speaker 0: also ganz genau.

00:26:40.330 --> 00:26:48.070
Speaker 0: Also am Schluss hat er nur noch so Privatissima gegeben als so ganz im engsten Kreise veranstaltete Seminare.

00:26:48.170 --> 00:26:53.210
Speaker 0: aber Vorträge hatte er ja noch in den vierundachtzig in seinem Todesjahr gehalten.

00:26:54.410 --> 00:26:58.970
Speaker 0: Aber das war dann eben auch sein achtziger Geburtstag und da hatte sich vielleicht sogar übernommen.

00:27:01.230 --> 00:27:04.150
Speaker 0: Das war schon ein sehr erfülltes und rundes Leben.

00:27:04.390 --> 00:27:06.590
Speaker 0: Und ich bin froh, dass ich ihn kennengelernt habe.

00:27:06.810 --> 00:27:20.810
Speaker 0: Vielleicht haben wir Gelegenheit auch mal zu erzählen, dass sich noch einen anderen großen Theologen des zwanzigsten und einundzwanzigend in dem Fall Jahrhunderts sehr eng oder viel länger und intensiver kennengelernen habe.

00:27:20.890 --> 00:27:22.710
Speaker 0: Aber das ist ein anderes Thema.

00:27:22.810 --> 00:27:24.410
Speaker 0: Wir sind hier ja mitten in unseren Fragen.

00:27:24.830 --> 00:27:25.030
Speaker 0: Okay!

00:27:25.510 --> 00:27:28.490
Speaker 1: Das sparen wir uns doch auf weil das sieht man natürlich auch noch.

00:27:29.210 --> 00:27:31.330
Speaker 1: Aber genau, das behalte ich jetzt beim Hinterkopf.

00:27:31.810 --> 00:27:35.550
Speaker 0: Ja, unsere nächste Frage kommt von Johannes, und aus Berlin?

00:27:37.050 --> 00:27:43.990
Speaker 0: Ich höre Ihren Podcast gerne, weil er unterschiedliche Perspektiven einlädt und zulässt und Referenzen nicht einfach wegmoderiert.

00:27:44.590 --> 00:27:52.430
Speaker 0: Deshalb interessiert mich besonders wofür Sie die größten inhaltlichen Grenzen im interreligiösen Dialog liegen, die sich noch schwer überwinden lassen.

00:27:53.130 --> 00:27:55.590
Speaker 0: Und wie gehen sie damit im Gespräch um?

00:27:56.730 --> 00:27:58.190
Speaker 0: Votan wollen Sie diesmal starten?

00:27:58.770 --> 00:28:00.130
Speaker 1: Ja, ich probiere es mal.

00:28:02.170 --> 00:28:04.490
Speaker 1: Also erstmal wo liegen die Grenzen inhaltlich?

00:28:06.310 --> 00:28:27.030
Speaker 1: Also ich glaube, die liegen dort... also Religionen haben ja einen Wahrheitsanspruch und wenn dann Religionen aufeinander treffen, also zum Beispiel wie auch in Deutschland wir sind eine multireligöse Gesellschaft, dann möchte man nicht nur nebeneinander coexistieren sondern eigentlich auch ein Miteinander erreichen.

00:28:28.770 --> 00:28:36.770
Speaker 1: Und deswegen ist, glaube ich immer eine Herausforderung zu klären welches Bild die eigene Religion über andere Religionen hat.

00:28:36.870 --> 00:28:40.310
Speaker 1: Dass überhaupt ein Miteinander sein kann.

00:28:41.330 --> 00:29:00.050
Speaker 1: und genau deswegen würde ich sagen so die Wahrheitsansprüche einer Religion sind irgendwo immer auch eine Herausforderungen dass man irgendwie nicht, also nicht sagt okay alle Religionen meinen eigentlich dasselbe Genau, weil dann würde ich sagen gibt es eigentlich gar keinen ernsthaften Dialog.

00:29:01.590 --> 00:29:09.790
Speaker 1: Und dann sehe ich auch noch eine Grenze, wer eigentlich legitimerweise für eine Tradition spricht?

00:29:10.710 --> 00:29:13.070
Speaker 1: Also eine Repräsentationsfrage.

00:29:15.490 --> 00:29:17.390
Speaker 1: Typisch, was eine Gretze für mich ist.

00:29:17.950 --> 00:29:24.390
Speaker 1: Aber genau ich habe immer im Studium mal für Religions for Peace gearbeitet und da gab es so.

00:29:24.670 --> 00:29:27.450
Speaker 1: Religions For Peace ist eine internationale Friedensorganisation.

00:29:27.930 --> 00:29:32.990
Speaker 1: die kommt aus den USA und ich hatte die Aufgabe in Europa Zweig mit aufzubauen.

00:29:34.050 --> 00:29:44.030
Speaker 1: Und diese Organisation ist so strukturiert dass das immer einen Religious Leader BODY heißt das, also einen Zweig für die religiösen Führungspersönlichkeiten.

00:29:44.490 --> 00:29:50.490
Speaker 1: Für Jugend, für Frauen und für einzelne Vereine gibt's.

00:29:50.750 --> 00:29:51.830
Speaker 1: Und genau!

00:29:52.350 --> 00:30:12.010
Speaker 1: Das ist schon auch eine Herausforderung im inter-religiösen Dialog, dass man schauen muss, dass nicht nur die religiosen Führungspersönlichkeiten miteinander sprechen sondern auch unterschiedliche, ich sag jetzt mal Statusgruppe in den Religionen, die es ja gibt und dass man die auch ins Gespräch bringt.

00:30:13.190 --> 00:30:18.950
Speaker 1: Genau, das würde ich sagen ist auch irgendwo eine Grenze, die man nicht ganz überwinden kann.

00:30:18.990 --> 00:30:24.350
Speaker 1: also weil es einfach Machtasimetrien in religiösen Gruppierungen gibt.

00:30:24.390 --> 00:30:28.670
Speaker 1: Ist auf jeden Fall schon mal ein Schritt wenn man die auf dem Schirm hat glaube ich.

00:30:30.710 --> 00:30:31.910
Speaker 1: Aber vielleicht kommen wir zu einem Umgang.

00:30:32.010 --> 00:30:34.150
Speaker 1: dann gleich wo sehen Sie erstmal die inhaltlichen

00:30:35.070 --> 00:30:36.330
Speaker 0: Grenzen?

00:30:38.670 --> 00:30:45.230
Speaker 0: Grenze heißt nicht, man darf darüber nicht sprechen oder Man wird sich darüber nie einigen.

00:30:45.810 --> 00:30:47.730
Speaker 0: wie ärgerlich dann ist es ja doch eine grenze.

00:30:47.810 --> 00:30:53.510
Speaker 0: Ne also Es gibt im Dialog einfach Punkte über die man spricht und man wird sich Darüber Nicht Einigen.

00:30:54.010 --> 00:30:54.850
Speaker 0: Ja das ist okay.

00:30:55.530 --> 00:30:56.710
Speaker 0: aber was ist es inhaltlich?

00:30:56.770 --> 00:30:58.750
Speaker 0: Das fragt ja Johannes sinnvollerweise.

00:31:00.570 --> 00:31:01.190
Speaker 0: Von uns Christen

00:31:01.270 --> 00:31:01.430
Speaker 2: aus

00:31:02.850 --> 00:31:08.950
Speaker 0: gesehen Ist das Die Rolle Jesu Da werden wir uns nicht einigen auf einen gemeinsames Jesusbild.

00:31:10.630 --> 00:31:12.610
Speaker 0: Wenn ich jetzt sage, was ist denn das Besondere?

00:31:12.710 --> 00:31:15.250
Speaker 0: Was ihr seht den Muslime vererren ja Jesus auch!

00:31:15.830 --> 00:31:22.750
Speaker 0: Dann hilft es nichts wenn wir sagen Ja für uns ist er der Sohn Gottes Denn Sohn-Gottes heißt ja für uns auch nicht biologischer Sohn Gottes.

00:31:23.370 --> 00:31:29.410
Speaker 0: natürlich hat Gott keine Reproduktionsfunktionen wie Mensch.

00:31:30.090 --> 00:31:32.690
Speaker 0: Das meinen wir gar nicht und das ist ja der Einwand muslimischerseits.

00:31:33.330 --> 00:31:44.010
Speaker 0: Sohn Gottes ist auf einer ganz anderen Ebene gesagt, also weil eben die Nähe Gottes und Gottvater Vater eben in Christus sichtbar wird.

00:31:44.630 --> 00:31:48.350
Speaker 0: Deswegen reden wir vom Sohn Gottes bei Jesus ja?

00:31:48.770 --> 00:31:51.370
Speaker 0: Und in Jesus dürfen wir alle Söhne unter euch der Gottes sein!

00:31:51.430 --> 00:31:56.670
Speaker 0: Also wenn man dann sagt ach so achso, dann meinen wir ja etwas was Muslime mitreden können.

00:31:56.730 --> 00:31:58.750
Speaker 0: Nein haben wir doch ein bisschen gemogelt.

00:31:58.790 --> 00:32:04.090
Speaker 0: Wir können uns über die Rolle Jesu trotzdem nicht einigen und deswegen verwende ich immer einen Wort jetzt.

00:32:06.390 --> 00:32:09.190
Speaker 0: Jesus ist für uns die entscheidende Geschichtswände.

00:32:10.730 --> 00:32:24.570
Speaker 0: Nach Jesus brauchen wir nur noch Hilfen, um die Freude Jesu besser zu leben – also da kannst du dann gute Predigten und gute Hilfestellungen in allen möglichen Lebensformen lehren.

00:32:25.450 --> 00:32:28.710
Speaker 0: Meintwegen kann man das auch Prophetin nennen wie der Paulus das ja auch sagt.

00:32:28.770 --> 00:32:34.490
Speaker 0: in seinen Gemeinden gibt es Propheten aber Nicht einer der noch mal sagt, naja das war nicht die entscheidende Geschichtswende.

00:32:34.570 --> 00:32:37.270
Speaker 0: jetzt geht es da noch weiter und manches muss korrigiert werden.

00:32:37.330 --> 00:32:43.210
Speaker 0: Und das ist halt eher das Selbstverständnis des Korans den Mohammed verkündet.

00:32:45.490 --> 00:32:52.590
Speaker 0: Deswegen ist die Frage Grenze des Dialogs inhaltlich wie wir über Mohammed reden?

00:32:52.670 --> 00:32:55.210
Speaker 0: Ob wir da eine gemeinsame Linie finden können.

00:32:55.270 --> 00:33:00.990
Speaker 0: natürlich können wir sagen Prophet im beschreibenden Sinne Ja, religionswissenschaftlicher Begriff.

00:33:01.070 --> 00:33:06.970
Speaker 0: Prophet ist einer der eine neue Botschaft mit dem Anspruch sie kommt von Gott verkündet.

00:33:07.070 --> 00:33:17.370
Speaker 0: aber wenn wir Theologisch reden dann meinen wir natürlich auch als Christian und Christen Propheti heißt das was auf eine Begegnung mit Jesus vorbereitet.

00:33:17.430 --> 00:33:21.050
Speaker 0: so kann man das von Mohammed sagen zum Teil ja.

00:33:21.470 --> 00:33:28.650
Speaker 0: es gibt halt Menschen die durch die Verkündigung des Korans nachher wirklich zum christlichen Glauben gekommen sind.

00:33:29.450 --> 00:33:34.270
Speaker 0: Aber zu sagen, Mohammed ist ein Prophet und damit der Koran Wort Gottes.

00:33:34.390 --> 00:33:38.630
Speaker 0: Und damit müssen wir alles was im Koran steht als Christen akzeptieren.

00:33:38.670 --> 00:33:39.230
Speaker 0: Das geht nicht!

00:33:39.290 --> 00:33:48.550
Speaker 0: Dann müssen wir auch akzeptierend das Nicht- Tod- und Auferstehung Jesu die Verwandlung der Welt, die Versöhnung der Welt bewirkt hat usw.

00:33:49.190 --> 00:33:52.210
Speaker 0: Also da ist der Punkt wo die Grenze ist.

00:33:52.390 --> 00:33:55.810
Speaker 0: aber gut dass Johannes weiter fragt wie kann ich damit umgehen?

00:33:56.430 --> 00:33:58.950
Speaker 0: eben nicht zu sagen, okay damit endet unser Dialog.

00:33:59.030 --> 00:34:17.670
Speaker 0: Sondern zu sagen aber es gibt eben so viele Punkte wie wir diese Welt gemeinsam gestalten können und das ist einfach das spannende am Dialog dass wir sagen obwohl wir uns unterscheiden können wir gemeinsamen Ziele formulieren und arbeiten für die Erreichung dieser Ziele.

00:34:17.770 --> 00:34:34.149
Speaker 0: Das ist eine gerechtere Gesellschaft in Deutschland Eine bessere Lebensstruktur für alle in Europa gibt eine gottgemäßere Welt gibt und das ist eben ne Grenze des Inhaltes, die dann keine Grenze der Zusammenarbeit bedeutet.

00:34:34.889 --> 00:34:35.529
Speaker 1: Das klingt gut!

00:34:36.129 --> 00:34:43.969
Speaker 1: Ich erinnere mich auch dass wir mal in einer Folge glaube ich hatte ich mal als Lieblingswort Ambiguitätstoleranz und ich finde das passt auch hier für einen.

00:34:44.029 --> 00:34:45.310
Speaker 1: wie kann ein Umgang gelingen?

00:34:46.129 --> 00:34:54.790
Speaker 1: indem man jetzt nicht versucht die Differenzen aufzulösen weg zu reden sondern ja sie zu verstehen.

00:34:54.949 --> 00:35:03.730
Speaker 1: Also es ist ja auch unglaublich spannend, sich mit Menschen von einer anderen Religion zu unterhalten und die Inhalte dieser Religion kennenzulernen.

00:35:04.270 --> 00:35:10.109
Speaker 1: Und dadurch lernt man sich auch selber immer noch mal tiefer kennen weil man dann auch antworten muss wie das bei einem eigentlich selber ist.

00:35:10.230 --> 00:35:18.750
Speaker 1: also kann man eigentlich nur empfehlen mal durchzuführen so als selbst Experiment einmal zu beobachten was da eigentlich somit einem passiert Genau.

00:35:19.270 --> 00:35:28.830
Speaker 1: Also es geht nicht irgendwie um irgendwas zu neutralisieren oder Positionen wird sich dadurch verwässern, also meine Erfahrung ist das ganze Gegenteil würde passieren.

00:35:29.669 --> 00:35:43.270
Speaker 1: aber ihr könnt's ja mal ausprobieren und uns dann schreiben wie diese Erfahrung war ob das jetzt eine Verwesserung zur Folge hatte oder eigentlich eher ne Schärfung der eigenen Position weil man überhaupt mal über sie wirklich auch sehr präzise nachdenken muss.

00:35:46.490 --> 00:35:46.850
Speaker 0: Sehr schön!

00:35:47.310 --> 00:35:49.049
Speaker 1: Dann kommen wir zu unserer nächsten Frage.

00:35:49.390 --> 00:35:52.529
Speaker 1: Antonin aus Berlin fragt uns...

00:35:54.029 --> 00:35:54.430
Speaker 2: Hallo, Johanna!

00:35:54.549 --> 00:35:55.410
Speaker 2: Hallo, Herr Professor Körner.

00:35:56.330 --> 00:36:02.529
Speaker 2: Ihr Fokus sieht euch hier im Podcast natürlich bewusst sehr auf Christentum, Islam und Judentum und wie die zueinander stehen.

00:36:02.609 --> 00:36:05.390
Speaker 2: Und die haben natürlich durchaus auch bestimmte Gemeinsamkeiten.

00:36:05.470 --> 00:36:10.509
Speaker 2: aber ich würde mich mal interessieren was in diesen Religionen eben die verbreitetsten Positionen sind.

00:36:10.870 --> 00:36:16.669
Speaker 2: zu den nicht-abramitischen Religionen also denen noch weiter Entfernten Religionen, sage ich mal.

00:36:17.370 --> 00:36:22.609
Speaker 2: Speziell vielleicht die Frage kann eben jeder erlöst werden oder, ich sag mal, ungesprachlich in den Himmel kommen?

00:36:22.810 --> 00:36:25.089
Speaker 2: Wenn er einfach ein gutes Leben führt moralisch handelt

00:36:25.149 --> 00:36:25.250
Speaker 2: etc.,

00:36:25.609 --> 00:36:27.930
Speaker 2: auch wenn er eben nicht zu einer dieser Religion gehört.

00:36:28.549 --> 00:36:45.890
Speaker 2: Dann noch die Zusatzfrage gibt es da vielleicht nochmal Unterschiede je nachdem zu welcher Gruppe der die entsprechende Person gehört also ob das jetzt ein Buddhist ist oder ein Hindu oder ob es jemand ist, der in irgendeinem entlegenen Teil der Welt irgendeine ethnischen Region oder irgendeinen normalen Kult angehört.

00:36:46.569 --> 00:36:49.410
Speaker 2: Oder wie ist das mit Leuten die in vorkristlicher Zeit gelebt haben?

00:36:49.450 --> 00:37:07.330
Speaker 2: Also konnte jemand, der an die antiken griechischen Götter geglaubt hat und die Götte am alten Ägypten konnten, die trotzdem aus christlicher Sicht in den Himmel kommen – insbesondere weil sie natürlich nie die Chance hatten quasi jemals was von christlichen jüdisch-islamischen Lernen zu erfahren!

00:37:08.029 --> 00:37:14.129
Speaker 2: Und dann noch eine Frage, ob vielleicht Atheisten hier noch eine besondere Bestellung haben aus der Sicht von den drei Regionen jeweils.

00:37:15.370 --> 00:37:21.669
Speaker 1: Genau das ist ne sehr spannende Frage, die sehr viele Teilfragen auch noch meinen an.

00:37:21.730 --> 00:37:25.330
Speaker 1: Vielleicht fangen wir mal so ein bisschen systematisch outen abzuarbeiten.

00:37:27.129 --> 00:37:28.129
Speaker 1: Wollen Sie mal anfangen

00:37:28.350 --> 00:37:28.529
Speaker 0: oder?

00:37:28.649 --> 00:37:30.990
Speaker 0: Genau kurze Vorbemerkungen also.

00:37:31.069 --> 00:37:35.370
Speaker 0: er fragt ja wie die anderen über die andern denken.

00:37:35.470 --> 00:37:54.490
Speaker 0: sozusagen und Normalerweise wollen wir in unserem Podcast schon auch Muslime und Juden für sich selbst sprechen lassen, aber ich versuche jetzt auch echt mal zu referieren was muslimische und jüdische Menschen antworten könnten.

00:37:55.970 --> 00:38:03.890
Speaker 0: Und dieses Referieren muss aber immer unter dem Vorbehalt gestehen bitte liebe muslimischer und jüdische Gläubige korrigiert uns auch.

00:38:06.069 --> 00:38:06.830
Speaker 2: Story noch dazu

00:38:07.710 --> 00:38:09.830
Speaker 0: weil hier sowieso gerade die Strandgeräusche sind.

00:38:11.649 --> 00:38:35.730
Speaker 0: Ein Mitbruder hat mir erzählt, er war mal in der Türkei am Strand und wurde von zwei sehr gut Deutsch könnten wahrscheinlich eben letztlich in Deutschland aufgewachsenen aber mit türkischem Hintergrund wieder die Großeltern besuchenden Kindern geschätzt sechs Jahre alt gefragt ah bist du auch muslim?

00:38:36.470 --> 00:38:40.790
Speaker 0: Und dann hat er gesagt, nein ich bin Christ und dann haben die beiden ihm erklärt.

00:38:41.169 --> 00:38:42.370
Speaker 0: Dann kommst du in die Hölle!

00:38:46.149 --> 00:38:52.509
Speaker 0: Aber so denken Muslime eigentlich nicht.

00:38:52.549 --> 00:38:56.690
Speaker 0: Das haben sie vielleicht von irgendjemandem mal aufgeschnappt oder sowas sagt man ja oft auch.

00:38:56.770 --> 00:39:03.790
Speaker 0: vielleicht wenn man im Mahm ist und Angst hat dass die Kinder jetzt irgendwie vom Glauben abfallen und dann sagt man das darfst du nicht.

00:39:03.850 --> 00:39:12.950
Speaker 0: also solche Sachen können ja vorkommen aber es ist jetzt nicht Das, was man im Koran nachlesen kann.

00:39:13.049 --> 00:39:13.770
Speaker 0: Das Erste ist im

00:39:13.850 --> 00:39:14.210
Speaker 2: Korang

00:39:14.770 --> 00:39:20.790
Speaker 0: steht schon ausdrücklich, dass es eben Leute des Buches gibt Al-Al Kitab.

00:39:22.589 --> 00:39:30.569
Speaker 0: Das sind Menschen die zu anderen Religionen als dem Islam gehören aber ein Buch haben und dann werden ausdrücklich aufgezählt.

00:39:31.649 --> 00:39:36.290
Speaker 0: Die Juden, die Christen und eine so eine Teufer Bewegung, die Sabir.

00:39:37.350 --> 00:39:44.890
Speaker 0: Und von denen wird dann ausdrücklich gesagt, im Jenseits werden sie nichts zu befürchten haben.

00:39:44.950 --> 00:39:45.830
Speaker 0: Es wird ihnen gut gehen.

00:39:45.950 --> 00:39:47.850
Speaker 0: also das kann man wirklich so verstehen.

00:39:48.470 --> 00:39:49.509
Speaker 0: keine Hölle für die.

00:39:52.430 --> 00:40:01.629
Speaker 0: Jetzt haben wir diesen Begriff der Leute des Buches Für die ausdrücklich genannten Judentum Christentum Sabia.

00:40:01.790 --> 00:40:07.410
Speaker 0: aber wie sind denn die Muslime im Laufe der Geschichte mit anderen Religionen umgegangen?

00:40:07.509 --> 00:40:16.750
Speaker 0: Da gibt es dieses spannende Beispiel in Indien wo die Mogul Herrscher Jahrhunderte lang geherrscht haben.

00:40:18.330 --> 00:40:24.990
Speaker 0: Und da hat man dann gesagt, jetzt gibt es hier so viele, die zu diesen Hindu-Kulten gehören... Was ist denn jetzt mit denen?

00:40:25.069 --> 00:40:29.470
Speaker 0: Müssen wir die jetzt alle zum Islam bekehren vielleicht gewaltsam oder was...?

00:40:30.569 --> 00:40:31.609
Speaker 0: Und dann haben sie gesagt, nein, nein!

00:40:32.710 --> 00:40:37.990
Speaker 0: So wie Juden und Christen ein Buch haben, so haben ja die Hindus auch einen Buch.

00:40:38.069 --> 00:40:38.350
Speaker 0: Da gibt's

00:40:38.390 --> 00:40:38.490
Speaker 0: z.B.,

00:40:38.810 --> 00:40:50.629
Speaker 0: Die Upanishaden Und deswegen sind die auch Buchreligionen und deswegen müssen wir sie jetzt nicht behelligen, die können unter islamischer Vorherrschaft durchaus weiterleben und weiter praktizieren.

00:40:53.330 --> 00:40:59.649
Speaker 0: Außerdem könnte man vielleicht noch sagen wie ist es mit den Menschen, die so eine ethnischen Religion?

00:41:00.910 --> 00:41:14.290
Speaker 0: Antonin hat das ja auch gefragt anhängen und da sagt der Koran ausdrücklich alle... also dieser entscheidende Kriterium ist glaube ich an mehrere Götter.

00:41:14.350 --> 00:41:23.129
Speaker 0: Wenn du an den einen Gott glaubst, den Schöpfer Himmels und der Erde dann ist es nicht so wichtig welchen Propheten du anerkennst.

00:41:23.230 --> 00:41:27.790
Speaker 0: und Propheten hat Gott, so steht's auch im Koran in alle Völker geschickt.

00:41:27.890 --> 00:41:41.710
Speaker 0: also gibt sogar den Satz da nicht im Korang sondern eine Überlieferung aus dem Munde Mohammed Geboren werden alle Menschen als Muslime, nur wenn sie dann zu einer anderen Religion von den Menschen bekehrt werden.

00:41:41.790 --> 00:41:43.210
Speaker 0: Dann haben Sie eine andere Religion.

00:41:43.350 --> 00:41:50.910
Speaker 0: also Islam versteht sich da eben nicht nur als die Religion Die die Kenntnis Mohammeds voraussetzt sondern die anerkennt.

00:41:52.109 --> 00:41:56.970
Speaker 0: Es gibt einen Gott und ich muss verantwortlich leben weil es ein jüngstes Gericht gibt.

00:41:59.589 --> 00:42:15.270
Speaker 0: Deswegen kann man wirklich also So eine Theologie der Religionen im islamen Nachzeichnen, aber wie gesagt ich habe jetzt nur referiert was ich über den Islam weiß und Muslime sollen auch bitte für ihre eigene Religion sprechen.

00:42:16.609 --> 00:42:19.790
Speaker 0: Vor allem natürlich die Religions-Expertinnen und Experten!

00:42:20.310 --> 00:42:22.149
Speaker 0: Frau Tannen, was würden Sie antworten?

00:42:22.529 --> 00:42:30.870
Speaker 1: Es geht ja um das Verhältnis vom Katholizismus zu anderen Religionen und da fallen mir das zweite batikanische Konzil ein.

00:42:30.930 --> 00:42:34.450
Speaker 1: Das ist ein Konzil, so wie Calcedon auch ein Konzil war.

00:42:34.529 --> 00:42:36.890
Speaker 1: Aber das zweite Batikanum ist nicht ganz so lange her!

00:42:37.750 --> 00:42:46.049
Speaker 1: Also, das war neunzehntfünfundsechzig und da gibt es einen Dokument was auch meines Wissens gerade nach Jubiläum hatte.

00:42:47.629 --> 00:42:57.609
Speaker 1: Genau und das heißt Nostraetate befasst sich über das, also da geht es um das Verhältnis der Kirche zu den nicht-christlichen Religionen.

00:42:57.690 --> 00:43:08.210
Speaker 1: Also genau dieses Thema und ich finde dass eine sehr wichtige Konstitu...also ein wichtiges Dokument ist auch gar nicht so lange los, lohnt sich auch mal zu lesen.

00:43:09.250 --> 00:43:14.190
Speaker 1: Und zwar gibt es da werden explizit die muslimische Religion genannt und die jüdische Religion.

00:43:14.730 --> 00:43:23.569
Speaker 1: Ich fange mal mit der jüdischen Religion an steht, dass sozusagen das Judentum und das Christentum wie durch ein Band verbunden ist.

00:43:24.649 --> 00:43:31.890
Speaker 1: Und also genau das sozusagen das Christendom auch im Judenturm wurzelt.

00:43:35.790 --> 00:43:43.629
Speaker 1: und dann heißt es dort, dass jüdische Volk aus dem die Apostel stammen sind, die Grundfesten.

00:43:43.910 --> 00:43:51.669
Speaker 1: Es ist ein gutes Bild, so Säulen der Kirche und die Grundfesten.

00:43:51.750 --> 00:44:03.490
Speaker 1: Also es ist eigentlich das Fundament auf dem wir stehen Und wir können uns als Christen nicht ohne dass Judentum selber verstehen und auch definieren weil Jesus ja selber nun mal auch Jude war.

00:44:03.690 --> 00:44:30.390
Speaker 1: also ich würde sagen so aus einem Aus dem Glaubensinhalt her gibt's eine unglaublich enge Beziehung Die leider sozusagen in der Geschichte Ja, leider nicht immer so eng war und da sozusagen auch die Christen mit durch die Zeit erst einüben mussten und lernen mussten wie sie diese Beziehung wertschätzend pflegend.

00:44:30.490 --> 00:44:38.009
Speaker 1: Aber Nostra Itato ist in Meilenstein um das heutzutage hoffentlich besser zu tun dem besserte gerecht zu werden.

00:44:40.549 --> 00:44:44.609
Speaker 1: Genau, und die muslimische Religion wird da auch erwähnt.

00:44:44.669 --> 00:44:46.149
Speaker 1: Aber da hatten Sie als ja was schon zugesagt.

00:44:46.230 --> 00:44:46.549
Speaker 1: deswegen...

00:44:47.390 --> 00:44:47.970
Speaker 2: Können Sie ruhig noch

00:44:48.029 --> 00:44:48.330
Speaker 0: zitieren?

00:44:48.370 --> 00:44:50.190
Speaker 0: Weil das ist ja noch ein bisschen eine andere Zugang hier.

00:44:50.230 --> 00:44:51.190
Speaker 0: Das finde ich sehr interessant!

00:44:51.730 --> 00:45:09.970
Speaker 1: Genau also es beginnt allein schon damit dass man dort lesen kann mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Moslemen Die Mosleme die den alleinigen Gott anbeten Den lebendigen und sich seien denn beim herzigen Allmächtigen den Schöpfer des Himmels und der Erde.

00:45:11.069 --> 00:45:18.549
Speaker 1: Also mit sehr viel Wertschätzung wird da sozusagen das Verhältnis zu den Moslemen versucht, zu beschreiben.

00:45:19.470 --> 00:45:41.890
Speaker 1: Und genau also ich finde es so zeitlich gesehen ist ja das Christentum sozusagen zwischen Islam und Judentum anzusiedeln und von daher ist es irgendwie auch schon allein aus einer historischen Perspektive finde ich immer ganz klar, dass es da Verflechtungen gibt und sich diese Religion miteinander entwickelt haben.

00:45:44.129 --> 00:45:52.970
Speaker 1: Und dann wollte ich noch etwas sagen zu den Artihisten weil darüber hat man sich beim zweiten Vatikanum Gedanken gemacht.

00:45:54.430 --> 00:46:02.490
Speaker 1: das hier wirklich auch nochmal eine andere Kategorie weil das ja Menschen sind die sozusagen sagen, nein es gibt keinen Gott.

00:46:02.589 --> 00:46:16.649
Speaker 1: Es gibt nicht etwas was über den Menschen hinausgeht und das ist ja etwas was sehr verbindend ist zwischen Judentum, Islam und Christentum und auch anderen Religionen die eben sagen Nein es gibt mehr als den Mensch und Atheisten tun das genau nicht.

00:46:17.250 --> 00:46:33.870
Speaker 1: und dort gibt es auch ein Dokument das heißt Gaudium und Spees und da hat man sich sozusagen über das Verhältnis zu Menschen die eben Gott Grundsätzlich, ja kann man schon sagen, ablehnen Gedanken gemacht.

00:46:34.790 --> 00:46:35.910
Speaker 1: Und das fragt ja auch Antonin.

00:46:37.270 --> 00:46:49.810
Speaker 1: und genau da geht es dann sozusagen... Da heißt es dann dass sozusagen die Frohbotschaft nicht nur für die Christgläubigen gilt und das, sondern auch für alle Menschen guten Willens.

00:46:49.990 --> 00:46:50.589
Speaker 1: Also da geht es.

00:46:50.690 --> 00:46:55.950
Speaker 1: dann wird so zu sagen geschaut okay wie handelt dieser Mensch?

00:46:58.430 --> 00:47:14.830
Speaker 1: Und handelt der irgendwie nach hat er eine gewissenhafte also handelt er mit einem ja fällt der Entscheidungen irgendwie nach einem moralischen Kompass nach einer bestimmten Ethik und da kann man sich sozusagen auch treffen.

00:47:16.629 --> 00:47:22.370
Speaker 1: Und genau das Dokument heißt Gaudemar Zb's.

00:47:23.529 --> 00:47:26.370
Speaker 0: Sehr schön, dass Sie auch Nostraetate zitiert haben.

00:47:26.410 --> 00:47:28.069
Speaker 0: dazu noch eine kleine Geschichte.

00:47:29.430 --> 00:47:35.169
Speaker 0: Sie haben ja mit Recht zitiert, dass Nostroetate den Abschnitt über die Muslime beginnt.

00:47:36.149 --> 00:47:55.230
Speaker 0: Mit Hochachtung betrachte die Kirche auch die Muslimen und einmal war ich in der Religionsbehörde der Türkei in Ankara und da gab es gerade eine Verstimmung zwischen Muslimen und Katholiken, weil Papst Benedikt diese Regensburger Rede gehalten hatte.

00:47:55.509 --> 00:47:57.009
Speaker 0: Das ist jetzt zwanzig Jahre her!

00:47:57.950 --> 00:48:16.690
Speaker 0: Und da hat dann der Leiter der Religionsbehörde einen ungeheuer gebildeter Mensch Ali Bardakolu so erinnernd gesagt zu mir KUM Estimatione Also, der hat wirklich Nostraltate auf Latein zitiert.

00:48:17.190 --> 00:48:20.850
Speaker 0: Mit Wertschätzung schaut doch die Kirche auf die Muslime ja?

00:48:21.009 --> 00:48:22.049
Speaker 0: Wo ist denn das jetzt?

00:48:22.149 --> 00:48:23.750
Speaker 0: Ja also wie toll dass

00:48:23.830 --> 00:48:25.710
Speaker 2: dann auch von islamischer Seite

00:48:27.830 --> 00:48:33.109
Speaker 0: wirklich aufgenommen wurde als gerade zuvorbildlich im interreligiösen Verhältnis.

00:48:34.029 --> 00:48:34.430
Speaker 1: Spannend!

00:48:34.730 --> 00:48:51.089
Speaker 1: Das sind nicht nur Dokumente, die irgendwo im Internet dahin vegetieren sondern sie werden auch Trät an anderer Religion gelesen und die sind sehr wegweisend, um das Verhältnis zu gestalten und mit Leben zu füllen.

00:48:52.509 --> 00:48:54.609
Speaker 1: Genau ich würde sagen wir gehen jetzt zur nächsten Frage.

00:48:54.710 --> 00:48:56.149
Speaker 1: Die kommt auch von Antonin?

00:48:57.930 --> 00:49:09.069
Speaker 2: Was sind im Christentum Islam und Judentum die verbreitetsten Sichtweisen dazu wie Gott, ich sag mal heutzutage eigentlich ins Weltgeschehen eingreift.

00:49:09.129 --> 00:49:23.230
Speaker 2: Also ist der allmächtig im wortwörtlichen Sinn, also bestimmt ja morgen die Sonne scheint und erst mal ein Pünktlich fährt oder handelt er überwiegend oder sogar ausschließlich durch den Menschen oder durch die übrige Schöpfung?

00:49:24.169 --> 00:49:26.089
Speaker 0: Knappe, spannende wichtige Frage!

00:49:26.210 --> 00:49:28.330
Speaker 0: Uiuiui, Frau Tannen, wollen Sie mal einsteigen?

00:49:29.069 --> 00:49:39.690
Speaker 1: Ja, ich glaube es gibt so eine Grundfigur, in dem Zusammenhang ganz Wichtig finde und zwar ist die Komti von Thomas von Aquin.

00:49:40.770 --> 00:49:59.609
Speaker 1: Und der hat so eine doppelte Kausalität, und zwar sagt er Gott ist sozusagen die Erstursache und wirkt durch die Zweitursachen den Menschen und die Natur und nicht neben ihnen.

00:50:01.009 --> 00:50:06.230
Speaker 1: Also man könnte dann sagen, es ist kein Nullsummspiel zwischen göttlichen und menschlichen Handeln.

00:50:08.470 --> 00:50:11.129
Speaker 1: Es besteht kein Nulsumspiel zwischen Göttlichen und Menschlichen Handeln.

00:50:11.850 --> 00:50:29.069
Speaker 1: Und ich glaube so diese Grundfigur von Thomas von Aquin findet man immer wieder in der Theologie durch die Theologie-Geschichte hindurch also zum Beispiel auch bei Karl Rahner dass es sozusagen keine Eingriffe von außen gibt.

00:50:29.149 --> 00:50:56.290
Speaker 1: Dass da jetzt irgendwie nicht das Wetter, also wenn ich irgendwie bete dann wird das Wette anders... Es gibt sozusagen keinen Tunergehenszusammenhang und sondern Gott ist als Akteur neben anderen Akteuren in der Welt nicht sozusagen tätig, sondern eher so als transen- ganz in den Taler Grund des Ganzen.

00:50:57.230 --> 00:51:03.129
Speaker 1: Und der Mensch und auch die Natur haben sozusagen eine Freiheit, für die sie auch selber verantwortlich sind.

00:51:05.290 --> 00:51:05.490
Speaker 1: Genau!

00:51:05.609 --> 00:51:21.330
Speaker 1: Und da muss der Mensch auch Verantwortung übernehmen und kann jetzt nicht hoffen dass ihn Gott dann immer raus rettet wenn er seine Verantwortung nicht gerecht geworden ist.

00:51:22.290 --> 00:51:30.210
Speaker 1: Aber ich glaube diese Ähm, IT-Idee ähm sozusagen dass es kein Nullsommspiel gibt zwischen göttlichen und menschlichen Handeln.

00:51:30.690 --> 00:51:32.790
Speaker 1: Gibt das auch im Judentum?

00:51:32.950 --> 00:51:39.129
Speaker 1: Also ich bin da jetzt auch keine Expertin aber was ich weiß ist diese Idee vom ähm.

00:51:40.629 --> 00:51:50.730
Speaker 1: also es gibt ja diese Bundesteologie also das Volk Israel hat mit Gott einen Bund geschlossen Und ähm Gott handelt eben in Partnerschaften mit den Menschen.

00:51:51.490 --> 00:51:54.589
Speaker 1: Da gibt es ein Wort, tikkun olam.

00:51:56.149 --> 00:52:25.390
Speaker 1: Und das bedeutet dass der Mensch als Mitarbeiter an der Reparatur der Welt mitwirkt und zwar so wie wir im Christentum vielleicht diesen Gedanken haben, der stark auch in der Bergpredig zu finden ist würde ich sagen da gibt es eine Parallele oder eine Ähnlichkeit im Judentum in der Bundestheologie wo sagen, die Jüdinnen und Juden in Partnerschaft mit Gott leben.

00:52:25.649 --> 00:52:29.910
Speaker 1: Und eben sich auch für die Welt einsetzen sollen.

00:52:30.129 --> 00:52:30.230
Speaker 1: Muss

00:52:30.290 --> 00:52:31.569
Speaker 2: aber erst mal was zu Ihrer

00:52:31.930 --> 00:52:32.669
Speaker 0: Antwort fragen?

00:52:32.730 --> 00:52:34.549
Speaker 0: Das habe ich nämlich selber nicht ganz verstanden!

00:52:34.850 --> 00:52:35.390
Speaker 0: Was heißt das?

00:52:35.490 --> 00:52:37.690
Speaker 0: es gibt kein Null-Summspiel?

00:52:38.470 --> 00:52:42.350
Speaker 0: Die Metapher ist mir irgendwie fremd... Was meinen Sie damit?

00:52:43.069 --> 00:52:54.470
Speaker 1: Ich glaube ein Nullsumspiel wäre es wenn Sagen die, dass wirken Gottes zwangsläufig irgendwie für den Menschen oder die für die Natur eine Minderung zur Folge hätte.

00:52:55.470 --> 00:53:03.710
Speaker 1: Aber genau, aber das passiert eigentlich genau nicht weil es kein Konkurrenzverhältnis

00:53:04.950 --> 00:53:05.850
Speaker 2: gibt sondern

00:53:07.230 --> 00:53:15.210
Speaker 1: also Gott einfach in einer ganz anderen Kategorie ist sozusagen als Erstursache so meine ich das.

00:53:15.609 --> 00:53:15.830
Speaker 1: Genau.

00:53:16.710 --> 00:53:16.930
Speaker 0: Danke!

00:53:17.370 --> 00:53:19.190
Speaker 1: Genau, aber wie ist das eigentlich im Islam?

00:53:20.169 --> 00:53:22.830
Speaker 0: Ja also mir fällt wieder erst eine Geschichte ein.

00:53:24.509 --> 00:53:36.069
Speaker 0: Ich bin in Ankara an der Theologischen Fakultät der Muslime und rede mit einem den Glauben wirklich ernst nehmenden Koran-Ausleger,

00:53:36.169 --> 00:53:37.089
Speaker 2: Korannexigeten.

00:53:38.790 --> 00:53:44.710
Speaker 0: Und wir reden so über genau die Frage, die Antonin stellt, greift Gott in die Welt ein?

00:53:45.410 --> 00:53:53.129
Speaker 0: und dann sagt dieser türkische Tiefe, gläubige Mensch doch so ein bisschen amüsiert.

00:53:53.270 --> 00:54:08.430
Speaker 0: Ach ich war da mal in Ägypten und war am Einkaufen und das war so eine Atam-Tante immer laden dass sich eben immer an der Theke sagen musste was ich jetzt brauche und habe dann gefragt haben sie braunen Zucker?

00:54:09.710 --> 00:54:22.770
Speaker 0: Und dann hat er sich umgedreht, so erzählt er und aufs Regal geguckt und den braunem Zucker gesehen sich wieder zu mir gewandt und gesagt insche Allah.

00:54:23.509 --> 00:54:33.310
Speaker 0: So Gott will, ja wieso hat der jetzt so Gott Will gesagt denn er hat doch gerade gesehen dass der gebraune Zuge da steht dann muss er doch nicht mehr so Gott will sagen.

00:54:34.710 --> 00:54:53.450
Speaker 0: Und mein Freund der türkische Koranikse geht hat dann eben mir kommentiert der glaubt halt das Gott in jedem Augenblick die ganze welt neu schafft und natürlich im nächsten augenblick Die welt auch so schaffen könnte dass alles gleich ist nur der braune zucker dahinten nicht mehr steht.

00:54:55.169 --> 00:54:59.730
Speaker 0: Also hat wirklich der eine muslim über den anderen muslim etwas amüsiert geredet.

00:54:59.810 --> 00:55:13.390
Speaker 0: aber es gibt halt diese demutsgäste Im islam, die ich schon auch gut verstehen kann Alles in goddess hand und immer sich wieder klar zu machen Es ist unverfügbar.

00:55:13.430 --> 00:55:24.770
Speaker 0: Das ist schon eine wichtige Seite, aber andererseits brauchen wir natürlich auch das was Sie eben auch betont haben Wir haben auch Verantwortung.

00:55:24.870 --> 00:55:27.190
Speaker 0: Wir können in dieser Welt auch gestalten.

00:55:27.250 --> 00:55:31.810
Speaker 0: Wir kann handeln und planen Und dafür ist es auch wichtig dass die welt zuverlässig ist.

00:55:31.870 --> 00:55:39.649
Speaker 0: ja und deswegen gibt es einen anderen Theologischen Ansatz der gerade in der türkei sehr stark vertreten wird.

00:55:41.930 --> 00:55:47.810
Speaker 0: Türkisch-Arabische Stichwort ist Zünnetullah, das heißt Gottesgewohnheit.

00:55:48.490 --> 00:55:52.730
Speaker 0: Ja, Gotteshandeln ist einfach so zuverlässig!

00:55:53.790 --> 00:56:09.870
Speaker 0: Er lässt halt immer wieder den Stein Richtung Erdmittelpunkt fallen und des Feuer geht jedes Mal an wenn ich die Flamme dran halte usw.. Das ist eine Gewohnheit Gottes.

00:56:10.690 --> 00:56:16.589
Speaker 0: Aber damit meinen die Muslime eben auch, die Welt hat ihre Zuverlässigkeit und wir können Regelmäßigkeiten beschreiben.

00:56:17.089 --> 00:56:18.950
Speaker 0: Stichwort ist dann Naturgesetze.

00:56:19.350 --> 00:56:34.410
Speaker 0: Natürlich entdeckt die heutige Reflexion über die Natur und die Wissenschaften überhaupt das mit dem Wort Naturgesetz auch nicht so ganz... Klar ist also, als wäre da irgendein Gesetz das wir schon voll durchschaut hätten.

00:56:34.529 --> 00:56:36.410
Speaker 0: und jetzt muss alles immer so passieren.

00:56:36.850 --> 00:56:38.330
Speaker 0: Denn der gibt es natürlich auch immer.

00:56:38.730 --> 00:56:45.250
Speaker 0: überraschend ist dass wir unsere bisher beobachteten Regelmäßigkeiten wieder anders formulieren müssen.

00:56:45.290 --> 00:56:48.049
Speaker 0: Es gibt andere Bedingungen und es gibt diese Quantenphänomene.

00:56:48.990 --> 00:56:59.230
Speaker 0: gut aber was wir eben als gläubige Menschen sagen wollen ist Alles is in Gottes Hand Und doch sind wir geschöpfe frei.

00:57:00.190 --> 00:57:04.910
Speaker 0: Also es ist nicht so geplant, dass ich jetzt wie eine Marionette gesteuert bin und alles andere.

00:57:05.549 --> 00:57:09.290
Speaker 0: Also Gottes eingreifen ist dann nicht die richtige Formel.

00:57:10.149 --> 00:57:14.750
Speaker 0: Es gibt dann eine Sache, die von Gott und das andere war der normale Naturablauf.

00:57:15.350 --> 00:57:32.609
Speaker 0: So würde ich's nicht sagen sondern es gibt Gottes Plan und er wird sich im Laufe der Geschichte auch verwirklichen aber auch durch Das, was wir das Zufällige nennen und unsere Freiheit hindurch.

00:57:33.529 --> 00:57:37.970
Speaker 0: Am besten können wir das Ziel dieses Planes erkennen in der Auferstehung Jesu.

00:57:40.629 --> 00:57:43.049
Speaker 0: Und ich muss jetzt noch eine Sache sagen.

00:57:43.509 --> 00:57:49.410
Speaker 0: also meinen ihnen ja auch bekannter muslimischer Mitarbeiter Manzur Dorn, der sagt immer wenn

00:57:50.029 --> 00:57:50.330
Speaker 1: irgendwas

00:57:50.930 --> 00:57:56.370
Speaker 0: nicht so Gutes passiert dann sagt er Heir-Lisse.

00:57:58.790 --> 00:57:59.870
Speaker 0: hat sein Gutes.

00:58:00.330 --> 00:58:09.310
Speaker 0: Also Gott wird auch aus dem, was jetzt uns ärgern könnte wieder etwas Gutes machen und das ist auch eine schöne Haltung.

00:58:09.410 --> 00:58:11.669
Speaker 0: also okay soweit mal.

00:58:11.790 --> 00:58:19.569
Speaker 1: Ich weiß glaube ich was man so damit meint dass man auch manchmal finde ich sieht man ja auch das gute was es dann hatte meistens in dem Moment überhaupt nicht.

00:58:20.410 --> 00:58:22.750
Speaker 1: aber wenn ein bisschen Zeit ins Land geht dann schon.

00:58:23.450 --> 00:58:26.930
Speaker 1: Es ist auch ne Perspektiv-Perspektivfrage.

00:58:27.430 --> 00:58:29.089
Speaker 1: Das ist doch ein schöner Gedanke von Mansur.

00:58:29.129 --> 00:58:30.290
Speaker 1: Sehr

00:58:30.330 --> 00:58:30.430
Speaker 0: schön!

00:58:31.109 --> 00:58:33.129
Speaker 0: Ja, dann haben wir noch eine siebte Frage Frau Tannen.

00:58:34.270 --> 00:58:37.230
Speaker 1: Also unsere letzte Frage kommt auch von Antonin?

00:58:38.810 --> 00:58:44.490
Speaker 2: Was ist eure Meinung wie ein politisch Religion sein sollte?

00:58:44.549 --> 00:58:54.629
Speaker 2: also sollten zum Beispiel Kirchenvertreter noch stärker Position beziehen zu Handlungen von Regierungen und so weiter insbesondere wenn diese Handlungen irgendwie religiös begründet werden.

00:58:55.690 --> 00:59:06.589
Speaker 2: Und dann als Follow-up Frage sollten Vertreter von Glaubensgemeinschaften auch noch stärker Stellung beziehen zu extremistischen Strömungen innerhalb der eigenen Religion.

00:59:06.710 --> 00:59:17.190
Speaker 2: Also sowas wie White Christian Nationalism oder irgendwelche terroristische Gruppierungen, die ihre Handlungen religiös rechtfertigen und gibt es da vielleicht Bestrebungen?

00:59:17.750 --> 00:59:22.169
Speaker 2: der gemäßigteren Akteure innerhalb der Religion enger zusammenzuarbeiten.

00:59:22.290 --> 00:59:34.810
Speaker 2: Weil ich kann mir durchaus vorstellen, dass sagen wir mal ein gemässigter Christ oder gemäißigter Muslim oder gemässigter Jude vielleicht noch mehr gemeinsam haben als jetzt ein gemässiger Christ mit dem absolut fundamentalistischen Christen zum Beispiel.

00:59:35.250 --> 00:59:36.310
Speaker 2: Das wären meine Fragen.

00:59:36.370 --> 00:59:38.370
Speaker 2: Ich bin sehr gespannt auf eure Antworten.

00:59:39.750 --> 00:59:41.210
Speaker 1: Was meinen Sie Professor Körner?

00:59:42.669 --> 00:59:45.129
Speaker 0: Danke Antonin für die wichtige Frage!

00:59:45.710 --> 01:00:06.350
Speaker 0: Ich kann jetzt auch aktuell was Dazu sagen, da war ja dieser sehr schlimme Anschlag auf den Christopher Street Day und sehr schnell haben da verschiedene religiöse Gruppen zusammengearbeitet.

01:00:06.549 --> 01:00:19.520
Speaker 0: Also beispielsweise haben evangelische Akteure gleich Falschdarstellungen von Moscheegemeinden die damit in Verbindung gebracht wurden.

01:00:19.820 --> 01:00:24.920
Speaker 0: Dummes Zeug, sofort mit viel Fakten richtig gestellt.

01:00:25.060 --> 01:00:41.980
Speaker 0: oder die Erzioziose Berlin also die katholische Seite hat sofort die verschiedenen Stellungnahmen die muslimischen Akteure und Gruppierungen in Verurteilung dieses Anschlags veröffentlicht hatten auch verlinkt.

01:00:42.500 --> 01:00:43.420
Speaker 0: das fand ich schon mal gut.

01:00:43.580 --> 01:00:49.760
Speaker 0: aber zusammenarbeit funktioniert natürlich noch viel stärker als nur bei solchen schlimmen Ereignissen.

01:00:51.000 --> 01:00:54.080
Speaker 0: Und da würde ich auch sagen, die Stellungnahmen sind nur das eine.

01:00:54.140 --> 01:00:55.060
Speaker 0: Die sind echt wichtig!

01:00:55.540 --> 01:00:55.580
Speaker 0: Ja?

01:00:55.740 --> 01:00:56.760
Speaker 0: Stellungnahme sind wichtig.

01:00:56.900 --> 01:01:05.860
Speaker 0: also auch dass sie Deutsche Bischofskonferenz sehr klar gesagt hat Völkischer Nationalismus ist christlich abzulehnen.

01:01:06.200 --> 01:01:10.440
Speaker 0: Eine Christian ein Christ kann die AfD nicht wählen so deutlich ausgedrückt.

01:01:10.540 --> 01:01:16.520
Speaker 0: Evangelische Kirche hat sich da auch in weiten Teilen sehr ausdrücklich angeschlossen.

01:01:17.520 --> 01:01:19.860
Speaker 0: Wir sagen nie, welche Partei man wählen soll.

01:01:19.960 --> 01:01:29.840
Speaker 0: Aber dass man in extremen Situationen auch sagen muss, welche Parteien man nicht wählen kann als Christ einfach als deutliche Empfehlung das finde ich schon gut.

01:01:30.040 --> 01:01:40.700
Speaker 0: natürlich bleibt es ein Diskussionsbeitrag und natürlich ist damit die einzelne politische Entscheidung Nicht schon vorher programmiert und natürlich auch die Freiheit der menschentlich eingeschränkt.

01:01:40.780 --> 01:01:42.840
Speaker 0: aber diese deutlicher Stellungnahme finde ich gut.

01:01:43.020 --> 01:01:44.640
Speaker 0: aber Stellungnahmen sind's nicht alles.

01:01:45.260 --> 01:01:51.520
Speaker 0: Es muss schon auch klar sein, dass es noch ganz andere viel wichtigere Mittel gibt.

01:01:52.420 --> 01:01:53.680
Speaker 0: Nämlich Bildung!

01:01:54.340 --> 01:02:07.140
Speaker 0: Das ist ein guter Religionsunterricht der den Islam auch seriös unterrichtet, das Christentum seriöse Unterricht mit Quellenkenntnis, mit guter Überlegungen und Eingehen auf die modernen Fragestellungen und so.

01:02:08.380 --> 01:02:17.640
Speaker 0: Das hilft am allermeisten eine gute Bildung der Gläubigen und nicht gläubigem Menschen gegen Radikalisierung.

01:02:17.740 --> 01:02:21.420
Speaker 0: Und dann kann man sagen, wie politisch hat Antonin ja gefragt, darf Religion sein?

01:02:21.500 --> 01:02:35.120
Speaker 0: Ja, politisch im Sinne von Stellungnahme, im Sinne vom Beteiligung an der Weltgestaltung auf jeden Fall aber politisch nicht in dem Sinne dass wir jetzt plötzlich sagen, ja der Staat hat Gewaltmittel und wir dürfen auch Gewaltmitteleinsätze, nein!

01:02:36.300 --> 01:02:38.960
Speaker 0: Der Staat hat schöne Formel, Gewaltmonopol.

01:02:39.780 --> 01:02:46.780
Speaker 0: Religionen dürfen nur über die Weise von Religionen nämlich in der Weise des Zeugnisses politisch handeln.

01:02:46.980 --> 01:02:51.100
Speaker 0: Das wäre so meine erste Antwort, wie würden Sie denn antworten?

01:02:51.940 --> 01:03:08.160
Speaker 1: Ja ja ich fange auch mal mit dem... Ich würde einmal unterscheiden zwischen einer prophetischen Sozialkritik die legitim ist und Parteipolitik wo ich sagen würde das ist nicht mehr legitim.

01:03:09.860 --> 01:03:26.020
Speaker 1: So im Katholizismus gibt es zum Beispiel die katholische Soziallehre, die sozusagen ein Werkzeug ist über ja die Rahmenbedingungen in einer Gesellschaft nachzudenken und zu schauen wie können wir sie eigentlich sozusagen aus dem christlichen Glauben heraus gestalten.

01:03:26.980 --> 01:03:36.460
Speaker 1: Und genau also das ist sozusagen gesellschafts also prophetischer Sozialkritik als gesellschaftskritische Aufgabe.

01:03:38.620 --> 01:03:43.180
Speaker 1: Und genau, das würde ich auch schon sagen ist schon ein Glaubensvollzug.

01:03:44.180 --> 01:03:47.860
Speaker 1: Parteipolitik ist dann was anderes wo wir sagen wird dass es kritisch.

01:03:48.460 --> 01:03:56.380
Speaker 1: natürlich kann man irgendwie als Christ in der Politik aktiv sein und dann ist das Handeln irgendwie durch den eigenen Glauben geprägt.

01:03:57.160 --> 01:04:02.120
Speaker 1: aber Wir sind eine Demokratie und keine Theokratie Und das ist auch sehr gut so.

01:04:03.740 --> 01:04:08.800
Speaker 1: Ich glaube, es ist die Frage wo verortet man Religion in einer pluralen Öffentlichkeit?

01:04:08.880 --> 01:04:30.160
Speaker 1: und ich würde sagen Religionen gehören zur Zivilgesellschaft also sie sind Teil der Sie sind eine zivil gesellschaftliche Stimmung Stimme und da sind sie auch ein sehr legitimer und notwendiger Akteur im öffentlichen Diskurs denn Deutschland Mittlerweile sind sehr viele unterschiedliche Religionen vorhanden.

01:04:30.260 --> 01:04:50.980
Speaker 1: Wir haben zum Beispiel die größte Gruppe der Jesiden außerhalb des Iraks in Deutschland leben und genau, es ist durchaus sehr wichtig und legitim das religiöse Stimmen in der Zivilgesellschaft gehört bekommen und ohne aber sozusagen diese Unterteilung der Sphären aufzuheben.

01:04:51.640 --> 01:05:00.200
Speaker 1: also der Staat sollte jetzt nicht mit einer Religion verschmelzen Und dafür, finde ich, gibt es auch in der Geschichte.

01:05:00.280 --> 01:05:01.080
Speaker 1: Ich komme hier aus Berlin.

01:05:01.940 --> 01:05:09.260
Speaker 1: Gibt's auch ganz gute Beispiele wo sozusagen diese prophetische Stimme auch echt was erreicht hat.

01:05:09.340 --> 01:05:20.800
Speaker 1: also zum Beispiel seit Zeit der DDR waren die Kirchen doch sehr aktiv Zivilgesellschaft zu sammeln und der Zivil-Gesellschaft überhaupt eine Stimme zu geben.

01:05:21.080 --> 01:05:26.940
Speaker 1: Und ich würde jetzt sagen, es ist schon sehr wichtig.

01:05:27.040 --> 01:05:39.680
Speaker 1: Also auch Sie haben diesen schrecklichen Anschlag erwähnt und ich glaube das ist schon extrem wichtig dass sozusagen in den Religionen die Vielfalt, die es gibt, auch gefördert wird.

01:05:40.720 --> 01:05:44.260
Speaker 1: Vielfält in der eigenen Religionsgemeinschaft ist ja vorhanden.

01:05:44.340 --> 01:05:51.280
Speaker 1: also Religionen sind keine monolithischen Blöcke sondern in den Religionen selber findet ganz viel Diskurs statt.

01:05:51.380 --> 01:05:54.060
Speaker 1: und wie Sie auch meinen, ich glaube das ist total wichtig.

01:05:54.100 --> 01:06:04.280
Speaker 1: Das auch zu fördern also religiöse Bildung In den eigenen Religion Und dann aber auch ein Miteinander zwischen den Religions zu pflegen und dass machen wir ja auch hier bei alles glauben.

01:06:04.860 --> 01:06:17.720
Speaker 1: Wir versuchen Also eine inter-religiöse Vernetzungsarbeit hier zu leisten und da sozusagen religiose Vielfalt eine Ressource für die demokratische Öffentlichkeit ist.

01:06:18.500 --> 01:06:34.020
Speaker 1: Und das überhaupt auch man sich versteht, also dass sozusagen auch zum Beispiel Menschen, die keine Religionszugörigkeit haben in Deutschland dies mittlerweile ja auch sehr viele gibt, überhaupt auch verstehen was die religiösen da eigentlich so glauben und genau.

01:06:35.520 --> 01:06:38.220
Speaker 1: Also da gibt es auf jeden Fall auch Formate.

01:06:38.640 --> 01:06:42.800
Speaker 1: Ich hatte ja auch schon unterwegs Religions for Peace, fällt mir noch ein.

01:06:42.880 --> 01:06:49.420
Speaker 1: Das ist eine große Friedensorganisation die sich das sehr zur Aufgabe gesetzt hat und genau.

01:06:49.480 --> 01:06:50.680
Speaker 1: Eine

01:06:50.800 --> 01:06:51.840
Speaker 0: kurze Rückfrage vor Tannen,

01:06:52.140 --> 01:06:53.080
Speaker 2: danke für Ihre Antwort!

01:06:56.200 --> 01:07:08.960
Speaker 0: Wenn Sie sagen, es soll nicht parteipolitisch sein, meinen sie dann auch dass es ein Fehler war als die Deutsche Bischofskonferenz sagte AfD für Christen nicht wählbar?

01:07:09.660 --> 01:07:11.080
Speaker 1: Nein, würde ich nicht sagen.

01:07:13.900 --> 01:07:18.100
Speaker 1: Weil das ja eine Gruppierung ist die antidemokratisch ist.

01:07:18.260 --> 01:07:27.040
Speaker 1: also die möchte eigentlich sozusagen diesen öffentlichen Raum der eben so wichtig ist dass überhaupt ein Diskurs geführt werden kann zwischen unterschiedlichen Stimmen.

01:07:27.400 --> 01:07:34.520
Speaker 1: Die möchte ja diesen Raum negieren und einhegen Und bestimmte Gruppierungen aus diesem öffentlichen raum explizit ausschließen.

01:07:36.680 --> 01:07:44.500
Speaker 1: Genau, also ich glaube da muss man auch als Rennigungsgemeinschaft, fand ich das auch sehr gut.

01:07:44.560 --> 01:07:52.880
Speaker 1: Ich glaube es war im Februar zwentfünfvierundzwanzig diese Handreichung auch aus, würde ich sagen aus unserer Vergangenheit.

01:07:54.100 --> 01:07:59.120
Speaker 1: in der Zeit des Nationalsozialismus gab's ja auch Verbesserungsbedarf für die Kirchen.

01:08:00.100 --> 01:08:13.560
Speaker 1: Es gab natürlich die bekannte Kirche aber sozusagen ich glaube auch Ja, leider doch zu wenig Engagement sich da auch öffentlich Stellung zu beziehen.

01:08:13.640 --> 01:08:20.920
Speaker 1: glaube ich ist jetzt die Bischofskonferenz da auch aktiver geworden.

01:08:22.180 --> 01:08:24.240
Speaker 0: Okay danke ja wir stimmen mich natürlich zu.

01:08:25.279 --> 01:08:28.880
Speaker 1: Also dann sind wir am Ende mit unseren Fragen durch.

01:08:28.939 --> 01:08:46.500
Speaker 1: Es waren wirklich unterschiedliche Themen dabei und ich muss sagen, ich bin ganz begeistert was so in unserem Publikum sich unsere Zuhörerinnen und Zuhörer sich für Fragen stellen und man merkt auch dass wir da offensichtlich auf Resonanz stoßen.

01:08:47.200 --> 01:08:50.479
Speaker 1: und genau das freut mich.

01:08:53.000 --> 01:08:55.540
Speaker 1: Können unsere Hörerinnen und Hörern auch weiterhin uns Fragen stellen?

01:08:55.640 --> 01:08:58.260
Speaker 1: Also wir sind auch weiterhin offen.

01:08:58.620 --> 01:09:02.580
Speaker 0: Ja super, dass wir uns mitten in der Ferienzeit nochmal gesehen haben!

01:09:03.359 --> 01:09:06.660
Speaker 0: Und wir freuen uns auf die nächste Folge.

01:09:07.240 --> 01:09:08.899
Speaker 1: Ich wünsche Ihnen weiterhin einen guten Urlaub

01:09:09.620 --> 01:09:09.840
Speaker 2: und

01:09:11.040 --> 01:09:16.380
Speaker 1: dann bleibt uns nichts weiteres als zu sagen Alles Gute und bis zum nächsten Glauben!

01:09:16.960 --> 01:09:19.460
Speaker 0: Und glauben Sie nicht alles was man Ihnen sagt.

01:09:20.460 --> 01:09:22.520
Speaker 1: Das war die neue Folge von Alles Glauben.

01:09:22.979 --> 01:09:25.040
Speaker 1: Wir hoffen, ihr konntet etwas für euch mitnehmen!

01:09:25.500 --> 01:09:34.760
Speaker 1: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert gerne den Podcast und eine richtig große Freude macht ihr uns wenn ihr diesen Podcast mit fünf Sternen bewertet.

01:09:34.779 --> 01:09:47.380
Speaker 1: – alles Gute euch und bis zum nächsten letzten Dienstag im Monat!